Nach einer sieglosen Saison mit nur einem Punkt steht der SV Oftering in der 2. Klasse Mitte vor einem tiefgreifenden personellen Umbruch. „Die abgelaufene Spielzeit war für unsere Mannschaft extrem enttäuschend“, sagt Trainer Vedat Dogru im Gespräch mit Ligaportal. Zehn bis zwölf neue, vor allem junge Spieler sollen nun einen Kader beleben, der zuletzt unter Überalterung, personeller Knappheit und schwacher Trainingsbeteiligung litt.

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Dogru spart in seiner Analyse nichts aus. Für ihn war das Abschneiden des SV Oftering nicht das Ergebnis einzelner unglücklicher Spiele, sondern die Folge grundlegender Probleme. „Das war einfach zu wenig“, sagt der Trainer über die vergangene Saison. Besonders deutlich wird er bei der personellen Struktur: „Unser Hauptproblem war eine akute Überalterung. Viele Spieler waren über 43 Jahre alt.“
Damit allein war es allerdings nicht getan. Der Kader sei über weite Strecken zu dünn gewesen, die Belastung für die verfügbaren Spieler entsprechend hoch. „Wir haben uns zeitweise schwergetan, überhaupt eine Elf zusammenzubringen“, erzählt Dogru. Aus dieser Lage entwickelte sich laut dem Coach ein weiterer Schwachpunkt: Weil ohnehin jeder gebraucht wurde, sank die Verbindlichkeit im Trainingsbetrieb. „Jeder Spieler ist automatisch davon ausgegangen, dass er nicht trainieren muss, weil er ohnehin im Kader ist“, sagt Dogru. Gerade in einer Liga, in der Einsatz und körperliche Präsenz oft über enge Spiele entscheiden, wurde das zum Problem.
Trotz der harten Bilanz stellt sich der Trainer nicht gegen seine Mannschaft. Im Gegenteil: Dogru hebt hervor, dass Einsatz und Wille auch in einer schwierigen Saison vorhanden gewesen seien. „Trotz der schwierigen Bedingungen muss ich der Mannschaft ein Lob aussprechen“, sagt er. Kämpferisch habe das Team vieles investiert, auch wenn sich das in Punkten nicht niedergeschlagen habe. Diese Einschätzung ist für die aktuelle Lage durchaus wichtig: Der Umbruch beginnt nicht bei null, sondern auf einer Basis, in der laut Trainer zumindest Charakter vorhanden war.
Genau dort setzt der Verein nun an. Dogru spricht von zehn bis zwölf Neuzugängen. Vor allem junge Spieler sollen dem Kader jene Frische geben, die zuletzt gefehlt hat. Nach der beschriebenen Überalterung ist das keine kleine Korrektur, sondern eine klare Kursänderung. Der SVO will jünger werden, personell breiter aufgestellt sein und damit auch im Alltag stabiler werden.
Auf der anderen Seite halten sich die Abgänge nach Angaben des Trainers in Grenzen. Drei Spieler stehen nicht mehr zur Verfügung: Tugay Demirkol hat den Verein verlassen, ein weiterer Akteur hat seine Karriere beendet, dazu wechselte ein junger Spieler zu einem anderen Verein. Abseits dieser Fälle bleibt das bestehende Aufgebot laut Dogru beisammen.
Die Schwerpunkte für die kommenden Wochen sind daher klar gesetzt. „Kondition wird auf jeden Fall Hauptthema sein. Dazu kommen Passspiel und der schnelle Abschluss“, sagt Dogru. Nach einer Saison, in der es oft schon personell eng wurde, geht es zunächst um Stabilität und Belastbarkeit. Gleichzeitig soll das Spiel mit dem Ball sauberer und direkter werden.
Ziel ist, nicht Letzter zu werden. Klar ist aber, worauf sich die Ofteringer einstellen müssen: auf ein deutlich verändertes Team, auf mehr Konkurrenz im Kader und auf eine Vorbereitung, in der Grundlagenarbeit Vorrang hat. Nach einem Jahr, das intern als großer Rückschlag bewertet wird, soll der Neustart nicht über große Worte kommen, sondern über mehr Spieler, mehr Tempo und mehr Verlässlichkeit.