Für Union Neumarkt im Mühlkreis fand Martin Kargl nach dem Heimspiel gegen Union Reichenau-Ottenschlag-Haibach klare Worte. Der Trainer zeichnete das Bild einer intensiven, stellenweise sehr harten Partie, in der seine Mannschaft vor allem nach der Pause viel investierte und in der Schlussphase noch einmal herankam. Sein Grundtenor blieb fair: Das 1:2 sei aus seiner Sicht akzeptabel, weil der Gegner in entscheidenden Momenten etwas cleverer agierte; zugleich haderte er mit strittigen Szenen im Strafraum und vergebenen Chancen. In der 2. Klasse Nord-Mitte richtet Kargl den Blick bereits nach vorne und will die Partie rasch abhaken.

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Auf die Frage nach dem Gesamtbild fiel Kargls Fazit nüchtern aus: "Ja, schon. Es war gerecht. Es hat gepasst. Reichenau war ein bisschen cleverer als wir in Neumarkt. Das war in Ordnung für mich." Gleichzeitig pochte er darauf, dass sein Team nach der Pause mehr vom Spiel hatte: "Ich denke, einen Ausgleich hätten wir uns verdient, weil wir in der zweiten Halbzeit klar besser und kämpferisch stärker waren und viel mehr fürs Spiel getan haben."
Heftige Diskussionen entzündeten sich für Kargl an mehreren Entscheidungen. Zum einen sah er einen aus seiner Sicht eindeutigen Strafstoß: "Aus meiner Sicht war es ein klarer Elfmeter. Der Schiedsrichter hat zunächst hingehalten, dann aber weiterspielen lassen." Kurz darauf sorgte ein Einwurf für weiteren Unmut: "Da ist ein Spieler am Rücken getroffen worden und der Ball ist ins Toraus geflogen. Normal ist das eine Tätlichkeit, also eine klare Rote Karte, aber es gab Eckball. Das waren ein paar Fehlentscheidungen, die schon bitter waren." Insgesamt beschrieb Kargl die Begegnung als hart geführt: "Es waren viele Fouls von hinten am Körper, die der Schiedsrichter nicht gepfiffen hat." Auch der Linienrichter der Gäste habe die Szene ähnlich wahrgenommen, so Kargl: "Dem Linienrichter vom Gegner ist das auch aufgefallen. Er hat gesagt, da seien wir schon benachteiligt worden." In der Schlussphase gab es zudem eine rote Karte für Jakob Schmitsberger.
Taktisch reagierte Neumarkt im Laufe der Partie deutlich, wie Kargl schilderte: "Wir haben in der ersten Halbzeit mit zwei Stürmern gespielt, mit Dreierkette und mit zwei Sechsern. In der zweiten Halbzeit, ab der 60. Minute, haben wir umgestellt. Da haben wir dann ein 3-4-3 gespielt, und da ist uns auch das Tor gelungen. Keins mehr haben wir bekommen." Standards prägten den Abend auf beiden Seiten: "Eckbälle gegen uns haben wir eigentlich alle gut verteidigt. Offensiv haben wir nach einem Freistoß das 2:1 gemacht, den Anschlusstreffer in der 89. Minute (Torschütze: Dominik Weidinger). Leider ist uns nicht mehr gelungen." In den hektischen Schlussminuten war zudem das Glück nicht auf Neumarkts Seite: "Reichenau hatte am Schluss noch einen Lattentreffer." Für die letzte Drangphase öffnete Neumarkt die Ordnung: "Wir haben voll aufgemacht und alles probiert, um den Ausgleich zu erzielen. Es ist uns aber leider nicht geglückt." Den Blick richtet Kargl bereits auf die nächste Aufgabe: Man wolle auswärts eine Reaktion zeigen, bei den Abschlüssen sicherer werden und zumindest einen Punkt mitnehmen. Zudem betonte er den Entwicklungspfad seiner Truppe: "Es ist eigentlich eine junge Mannschaft, da gibt es halt Hochs und Tiefs, aber das passt. Sie sind sehr lernfähig. Irgendwann kommt die Mannschaft richtig stark zurück, so schätze ich es ein."