Im Duell zwischen Union Reichenau-Ottenschlag-Haibach und SV Wimberger Sandl in der 2. Klasse Nord-Mitte überwog nach 90 intensiven Minuten die nüchterne Analyse. Trainer Horst Söllradl sprach von verpassten Momenten und einem Spiel, das lange neutralisiert wurde. Seine Mannschaft erarbeitete sich vor allem nach der Pause Vorteile, ohne jedoch die entscheidende Durchschlagskraft zu finden. Zugleich richtete Söllradl den Blick nach vorne und forderte Tempo beim Befreien aus der aktuellen Abwärtsspirale.

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Der Start lief gegen Sandl: Bereits in der 6. Minute lag der SVS 0:1 zurück, als Nikolas Rechberger für die Hausherren traf. Zur Pause stand es 0:1. Nach dem Seitenwechsel blieb es eng, ehe Lukas Rechberger in Minute 61 auf 0:2 stellte. Sandl zeigte daraufhin Moral und kam durch Tobias Tober in der 72. Minute zum 1:2-Anschluss. Söllradl ordnete den Verlauf klar ein: „Wir haben in der zweiten Hälfte mehr vom Spiel gehabt, die erste war ziemlich ausgeglichen. Zu vielen Torchancen sind wir insgesamt aber nicht gekommen, der Gegner auch nicht. Es wurde viel neutralisiert.“ Sein Resümee fiel knapp, aber deutlich aus: „Es wäre mehr drinnen gewesen.“ Und weiter: „Wir hatten drei bis vier gute Möglichkeiten zum Einschuss, der Gegner etwas weniger – aber die entscheidenden Fehler haben wir gemacht.“
Weil aus dem Spiel heraus vieles verpuffte, rückten Standards in den Fokus – auch wenn es insgesamt wenige gab. Früh im Match bekam Sandl in der 10. Minute einen Freistoß aus rund 20 Metern zugesprochen; Marcel Felbermayer wuchtete den Ball an die Latte. Auf der Gegenseite setzte Reichenau einen ruhenden Ball über das Tor. Diese knappen Szenen passten zum Charakter der Partie, in der beide Seiten Risiko mieden und die gefährlichen Zonen nur sporadisch bespielten. Für Sandl blieb am Ende das Gefühl, mit einem wuchtigen Standard beinahe die Trendwende erzwungen zu haben – und dennoch mit leeren Händen dazustehen.
Beim Zweikampf-Niveau hob Söllradl den insgesamt sauberen Rahmen hervor: „Es war insgesamt fair. Es gab ein paar Kleinigkeiten, die wohl auch dem Boden geschuldet waren.“ Ganz friktionsfrei war es nicht: „Es gab ein bis zwei strittige Situationen auf beiden Seiten, die wahrscheinlich jeder Trainer etwas anders sieht.“ Inhaltlich überwog für ihn jedoch die nüchterne Erkenntnis eines knappen Spiels mit zu wenig Ertrag. Mit Blick nach vorne formulierte er einen klaren Auftrag: Nach einem Fehlstart mit zwei Niederlagen will sein Team „schnell aus dieser Abwärtsspirale rauskommen“, zumal sich die Mannschaft bemühe, kämpfe, sich bislang aber zu selten belohne.