In der 2. Klasse Nord-Mitte musste sich die SPG Pierbach/Rechberg der SPG Weitersfelden/Kaltenberg/Liebenau klar mit 2:8 geschlagen geben. Das nackte Ergebnis war deutlich, doch Co-Trainer Harald Huber wollte seine junge Mannschaft danach nicht nur am Resultat messen. "Wir müssen einfach weiterarbeiten", sagte er, verwies auf gute Anfangsminuten, den 0:3-Pausenstand und darauf, dass der Gegner seine Chancen nahezu fehlerlos nutzte.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Pierbach/Rechberg hatte sich nach Hubers Worten vorgenommen, "mutig aufzutreten gegen einen spielstarken Gegner". Und ganz falsch begann die Partie aus seiner Sicht auch nicht. Der Co-Trainer sprach davon, dass in den ersten zehn Minuten sogar eine Führung möglich gewesen wäre und bei zwei Standardsituationen ein wenig das Glück fehlte. Danach kippte das Spiel aber spürbar. "Ab der zehnten bis fünfundzwanzigsten Minute ist der Gegner immer besser ins Spiel gekommen", sagte Huber, und genau in diese Phase fielen auch die entscheidenden Treffer der ersten Halbzeit. Maximilian Gutenbrunner traf in der 11. und 15. Minute zum 0:1 und 0:2, wobei Huber beide Tore sehr ähnlich beschrieben hat: Ballverlust, Steckpass auf die rechte Seite, dann machte es der Offensivspieler stark und schloss sauber ab. Nur zwei Minuten später erhöhte David Schatzl nach einem Steilpass auf 0:3. Für die Hausherren war das ein schwerer Schlag, denn aus den ersten drei Möglichkeiten machte Weitersfelden gleich drei Tore. "Dann ist es wieder sehr schwierig, einem Rückstand nachzulaufen", brachte es Huber auf den Punkt.
Mit dem 0:3 zur Pause war die Aufgabe schon groß, aufgegeben hatte sich Pierbach/Rechberg aber noch lange nicht. Huber betonte, dass seine Mannschaft auch nach dem Seitenwechsel weiter mutig bleiben wollte. Dann kam allerdings rasch die nächste heikle Szene. "Nach der Halbzeit war das für mich keine Gelb-Rote gegen David Mörwald", sagte er über den Ausschluss, schob aber zugleich nach, dass der Schiedsrichter die Partie insgesamt "super im Griff gehabt" habe. Trotz Unterzahl keimte noch einmal Hoffnung auf, als Thomas Raab in der 56. Minute einen Elfmeter sicher zum 1:3 verwandelte. "Dann ist ein kurzer Ruck durch die Mannschaft gegangen", sagte Huber und meinte damit auch, dass noch die eine oder andere Möglichkeit da war. Diese Phase hielt aber nicht lange an. Dominik Hennerbichler stellte zunächst in Minute 61 auf 1:4 und neun Minuten später auf 1:5, Dominic Rockenschaub erhöhte in Minute 74 auf 1:6, ehe Maximilian Gutenbrunner mit seinem dritten Treffer des Tages zwei Minuten darauf auch noch das 1:7 nachlegte. Huber fand dafür klare Worte: "Es ging auch jeder Schuss ins Tor. Sie waren eiskalt." Dazu passte auch seine Einschätzung, dass mehrere Gegentreffer aus der Distanz fielen. In der Schlussphase machte Jakob Gaisberger nach einer schönen Flanke noch das 2:7 und traf per Volley sehenswert, ehe Lukas Himmelbauer den Endstand von 2:8 herstellte.
So deutlich das Ergebnis am Ende war, so klar benannte Huber auch die Punkte, an denen seine Mannschaft arbeiten muss. "Wie schon die letzten Spiele: Zweikampfverhalten, Rückwärtsbewegung, ungenaues Passspiel und die paar Chancen, die wir haben, Kaltschnäuzigkeit", sagte er. Auf der anderen Seite attestierte er dem Gegner fast alles, was am Samstagnachmittag wichtig war: "Chancenverwertung top, Zweikampfverhalten top, Passspiel top und eine Einheit." Gerade dieser letzte Punkt war für ihn ein wesentlicher Unterschied. Weitersfelden sei "eine eingespielte Truppe, die schon seit Jahren zusammenspielt", während man selbst einen Neuanfang mit vielen jungen Spielern bewältigen müsse, von denen einige zuvor noch nicht in der Kampfmannschaft gespielt hätten. Genau deshalb wollte Huber nach dem vierten Spiel ohne Punkte nicht nur Frust verbreiten. Er sprach seiner Mannschaft trotz der hohen Niederlage ein Kompliment aus, weil sie diszipliniert geblieben sei, keine gröberen Fouls produziert habe und weiter mitziehe. "Wir sind immer um die 20, 22 Leute im Training", sagte er und leitete daraus seinen Optimismus ab. Sein Appell war deshalb ebenso schlicht wie deutlich: "Einfach weiterarbeiten, weiterarbeiten, weiterarbeiten." Huber ist überzeugt, dass dieser Weg nicht sofort, aber in absehbarer Zeit belohnt wird. "Ich bin überzeugt davon, dass in den nächsten drei, vier Wochen ein Erfolgserlebnis da sein wird", sagte er. Nach einem 2:8 klingt das mutig, aber genau diesen Ton wollte der Co-Trainer nach Schlusspfiff setzen.