Spielberichte

„Nach dem 1:2 haben wir umgestellt“: Union Unterweißenbach holt sich das Derby nach elf Jahren zurück

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Unterweißenbach
Weitersfelden/Kaltenberg/Liebenau

In der 2. Klasse Nord-Mitte hat die Union Unterweißenbach das Derby gegen die SPG Weitersfelden/Kaltenberg/Liebenau mit 4:3 gewonnen und damit nach elf Jahren wieder gegen die Spielgemeinschaft voll angeschrieben. Trainer Stephan Mayrhofer sprach von einem echten Fight über 95 Minuten und sah den Schlüssel darin, dass sein Team nach dem 1:2 umstellte, konsequent blieb und seine Chancen diesmal eiskalt nutzte.

Mehrere Bälle auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Unterweißenbach verteidigt tief und schlägt zuerst zu

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass dieses Derby für die Gastgeber mehr war als ein gewöhnliches Meisterschaftsspiel. Unterweißenbach war mit nur sechs Punkten aus den ersten fünf Runden in die Partie gegangen, obwohl Mayrhofer in den Wochen davor durchaus Spiele gesehen hatte, in denen seine Mannschaft nach seiner Einschätzung überlegen gewesen war, sich dafür aber nicht belohnt hatte. Diesmal sollte es anders laufen. Der Trainer sagte rückblickend: "Das Glück hat sich gedreht." Seine Mannschaft zog sich von Beginn an weit zurück, verschob tief in die eigene Hälfte und wollte vor allem das Flügelspiel der Gäste bremsen. "Das war auch unser Matchplan. Wir haben versucht, die Flügel zuzumachen, weil wir gewusst haben, dass die Spielgemeinschaft sehr viel über die Außenbahnen agiert. Nach Ballgewinnen wollten wir schnell umschalten und durch Konter immer wieder kleine Nadelstiche setzen.", erklärte Mayrhofer. Die Gäste hatten zwar viel Ballbesitz, den der Unterweißenbacher Coach bei rund 70 bis 75 Prozent ansiedelte, doch die erste richtige Gelegenheit nutzte sein Team. Michael Starzengruber traf in der 15. Minute zum 1:0 unter die Latte. Bis kurz vor der Pause blieb Unterweißenbach im Spiel, ehe Maximilian Gutenbrunner in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 1:1 abschloss.


Nach dem 1:2 bringt Umstellung die Wende

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Spielgemeinschaft zunächst das aktivere Team und drehte die Partie in der 52. Minute vollständig. Wieder war es Maximilian Gutenbrunner, der diesmal zum 2:1 für die Gäste traf. Mayrhofer beschrieb diese Phase offen: "Zu diesem Zeitpunkt schien unsere Mannschaft am Boden." Gerade deshalb misst er der Reaktion seiner Elf umso mehr Bedeutung bei. Unterweißenbach stellte um, brachte einen zweiten Stürmer und stand in weiterer Folge auch etwas höher. "Entscheidend war vermutlich in der zweiten Halbzeit die Umstellung nach dem 1:2, wo wir dann auf zwei Stürmer umgestellt haben und versucht haben, mehr Druck auf die gegnerische Defensive auszuüben.", sagte der Trainer. Die Antwort kam mit etwas Verspätung, aber sie kam. In der 69. Minute erzielte Marcel Lindner das 2:2. Die ganz große Szene des Abends folgte dann erst spät, als der 15-Jährige Noel Stefan Brunner in der 87. Minute zum 3:2 traf. Mayrhofer legte sich danach fest: "Der wichtigste Moment im Spiel war vermutlich das 3:2 von unserem 15-jährigen Shootingstar Noel Brunner, weil es bis dorthin einfach nicht abzusehen war, dass wir dieses Spiel noch drehen können. Noel ist ein geiler Junge und wir werden noch viel Freude mit ihm haben."

Spätes Hin und Her, dann brechen Dämme

Mit dem 3:2 war das Derby noch lange nicht entschieden, denn die Gäste warfen in der Schlussphase alles nach vorne. Unterweißenbach blieb aber gefährlich, weil die Gastgeber nach Ballgewinnen weiter zielstrebig umschalteten. In der ersten Minute der Nachspielzeit erhöhte Lukas Obereder auf 4:2. Auf den ersten Blick schien das die Vorentscheidung zu sein, doch ganz ruhig wurde es trotzdem nicht mehr. Nur zwei Minuten später fiel noch das 4:3 durch Michael Eckl. Damit bekam die Partie noch einmal den passenden Derbyton zurück, den Mayrhofer schon eingangs so beschrieben hatte: "Das war wirklich ein Fight über 95 Minuten." Mehr ließ Unterweißenbach danach aber nicht mehr zu. Mit dem Schlusspfiff war die Erleichterung entsprechend groß, und der Trainer sprach von einer "super Kulisse" sowie davon, dass nach dem Abpfiff "die Dämme brachen". Der lange ersehnte Derbysieg wurde danach gemeinsam mit der Mannschaft gefeiert.

Großer Respekt vor Gegner, aber viel Rückenwind für Unterweißenbach

Bemerkenswert war nach dem Spiel auch, wie klar Mayrhofer den Gegner einordnete. Trotz des Derbyerfolgs sprach er der Spielgemeinschaft die Qualität nicht ab, im Gegenteil. "Für mich ist Weitersfelden/Kaltenberg/Liebenau nach wie vor einer der Top-Titelkandidaten. Vor allem offensiv sind sie auf allen Positionen wirklich stark besetzt.", sagte der Trainer und wertete die Niederlage des Gegners als Ausrutscher. Gleichzeitig hielt er fest, dass der Erfolg seiner Mannschaft keineswegs vom Himmel fiel. "Ich will nicht sagen, dass der Sieg für die Union Unterweißenbach komplett unverdient war, weil das war er sicher nicht aufgrund der herausragenden kämpferischen Leistung und der tollen Torchancenverwertung", erklärte Mayrhofer. Genau darin lag am Freitagabend der Unterschied: Die Gäste hatten über weite Strecken mehr vom Spiel, Unterweißenbach verteidigte aber diszipliniert und an diesem Abend auch mit dem nötigen Glück, reagierte nach dem Rückstand mutig und nutzte die entscheidenden Möglichkeiten. Für Unterweißenbach ist dieses 4:3 damit nicht nur ein Derbyerfolg nach elf Jahren, sondern auch ein Sieg, der nach schwierigem Saisonstart richtig Schub geben kann.

2. Klasse Nord-Mitte: Unterweißenbach : Weitersfelden/Kaltenberg/Liebenau - 4:3 (1:1)

  • 93
    Michael Eckl 4:3
  • 91
    Lukas Obereder 4:2
  • 87
    Noel Stefan Brunner 3:2
  • 69
    Marcel Lindner 2:2
  • 52
    Maximilian Gutenbrunner 1:2
  • 46
    Maximilian Gutenbrunner 1:1
  • 15
    Michael Starzengruber 1:0