Spielberichte

„Wenn du vier- oder fünfmal alleine aufs Tor läufst, musst du drei machen“ – Union Baumgartenberg lässt alles liegen

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Baumgartenberg
Pierbach/Rechberg

In der 2. Klasse Nord-Mitte hat die Union Baumgartenberg am Samstagnachmittag trotz klarer Feldvorteile 0:1 gegen die SPG Pierbach/Rechberg verloren und dem bisherigen Tabellenletzten den ersten Saisonsieg ermöglicht. Lange sprach vieles dafür, dass die Hausherren das torlose Spiel irgendwann auf ihre Seite ziehen würden, doch genau das passierte nicht. Trainer Jürgen Kappl brachte den Knackpunkt nach dem Schlusspfiff sehr direkt auf den Punkt: Die Chancenauswertung kostete Baumgartenberg dieses Heimspiel.

Mannschaft schwört sich vor dem Spiel ein - im Vordergrund ist das Tor zu sehen

Image by Jörg Struwe from Pixabay

Viel Ball, kein Ertrag vor der Pause

Schon in der ersten Hälfte hatte Baumgartenberg nach Kappls Eindruck klar mehr vom Spiel, ohne sich dafür zu belohnen. Zur Pause stand es 0:0, obwohl die Gastgeber das Geschehen laut ihrem Trainer über weite Strecken kontrollierten und im Mittelfeld vieles im Griff hatten. Kappl sprach sogar von einem der dominanteren Auftritte seiner Mannschaft, obwohl er zugleich einräumte, dass es spielerisch nicht der beste Nachmittag war. Genau das machte die Niederlage aus seiner Sicht so unnötig. Hinten ließ sein Team nur ganz wenig zu, vorne spielte es sich Möglichkeiten heraus, doch der Ertrag blieb aus. „Wir haben bis auf drei oder maximal vier Situationen im ganzen Spiel nichts zugelassen. Wir haben das Mittelfeld gut im Griff gehabt. Wir haben uns nach vorne Chancen ausgespielt“, sagte der Trainer und beschrieb damit ein Spiel, das lange klar in Richtung Baumgartenberg zu laufen schien.


Auch nach der Pause blieb Baumgartenberg am Drücker

Nach dem Seitenwechsel änderte sich aus Sicht des Heimtrainers zunächst wenig. Baumgartenberg blieb das aktivere Team, hatte weiter mehr vom Spiel und kam erneut zu guten Möglichkeiten. Kappl hob dabei auch den Torhüter der Gäste hervor, der seine Mannschaft im Spiel hielt. „In der zweiten Halbzeit hat sie ein überragender Torwart zweimal im Spiel gehalten“, sagte er, ehe er wieder beim eigentlichen Problem landete. Denn für ihn war entscheidend, dass seine Mannschaft selbst beste Gelegenheiten nicht nutzte. „Wenn du vier- oder fünfmal alleine aufs Tor läufst, musst du von den fünf Chancen mindestens eine machen. Eigentlich musst du drei machen. Das ist Fakt“, meinte Kappl. Seine Wortwahl zeigte deutlich, wie sehr ihn weniger der Spielverlauf als vielmehr die fehlende Konsequenz vor dem Tor störte.

Entscheidung fällt spät nach einer Ecke

Weil Baumgartenberg seine Möglichkeiten liegen ließ, blieb die Partie bis in die Schlussphase offen. In der 87. Minute nützte Pierbach/Rechberg genau diesen Umstand und kam durch Maximilian Lehner zum 0:1. Kappl schilderte die Entstehung des Gegentores sehr genau und sparte auch da nicht mit Selbstkritik. „Der Freistoß im Mittelfeld darf nicht passieren. Dann klärst du den Ball zur Ecke und machst eigentlich alles wie immer, nur einmal stimmt die Zuordnung nicht“, sagte er. Laut seiner Einschätzung rutschte danach ein Verteidiger aus, ein Mitspieler war im Zweikampf machtlos und am Ende stand Lehner alleine vor dem Tor und verwertete. Für den Baumgartenberger Trainer war damit klar, dass nicht eine starke Druckphase der Gäste, sondern eine kurze Unachtsamkeit nach einem ruhenden Ball die Partie entschied.

Coach Kappl sucht keine Ausreden und nennt Aufgabe klar

Nach dem Schlusspfiff machte der Trainer keinen Hehl daraus, wo für ihn die Ursachen dieser Heimniederlage liegen. „Die Chancenauswertung. Mehr war es nicht“, sagte Kappl mehrfach und nahm damit jede mögliche Ausrede gleich wieder vom Tisch. Auch den Gegner ordnete er sehr deutlich ein und erklärte, dass die SPG Pierbach/Rechberg in erster Linie auf Fehler gewartet habe. Mit zunehmender Spielzeit sei seine junge Mannschaft ungeduldig geworden, dadurch fehleranfälliger, und genau daraus seien dann Möglichkeiten für die Gäste entstanden. Selbst beim Thema Schiedsrichter wollte Kappl nichts aufbauschen. Zwar habe es aus seiner Sicht ein paar Kleinigkeiten gegeben, über die man reden könne, entscheidend sei das aber nicht gewesen. „Wenn wir die Chancen nutzen, redet man nie über den Schiedsrichter“, stellte er klar. Für die Union Baumgartenberg bleibt damit eine Niederlage, die weniger wegen eines schwachen Auftritts schmerzt, sondern weil viele Dinge gestimmt haben und am Ende doch das Entscheidende gefehlt hat: Tore.

2. Klasse Nord-Mitte: Baumgartenberg : Pierb./Rechb. - 0:1 (0:0)

  • 87
    Maximilian Lehner 0:1