In der 2. Klasse Nord-Mitte hat die Union Baumgartenberg am Samstagnachmittag gegen die Union Unterweißenbach einen 2:1-Heimsieg eingefahren. Trainer Jürgen Kappl sah den Unterschied vor allem in der mannschaftlichen Geschlossenheit und darin, dass seine junge Elf den Matchplan diesmal über weite Strecken wirklich auf den Platz brachte. Vor allem vor der Pause hatte der Absteiger mehr vom Spiel und legte damit den Grundstein für drei Punkte.

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Kappl begann seine Einordnung nicht mit einer Einzelaktion, sondern mit dem Gesamtbild. "Die mannschaftliche Geschlossenheit war entscheidend, und wir haben endlich einmal 60 Minuten unseren Matchplan umgesetzt", sagte der Baumgartenberger Trainer. Genau so hatte er die Partie auch gesehen. Die ersten zehn Minuten seien noch ausgeglichen gewesen, danach habe seine Mannschaft aber immer stärker das Kommando übernommen. Besonders gefallen habe ihm, dass seine Elf ruhig blieb, viel Ballbesitz hatte und Angriffe nicht mit Gewalt fertigspielen wollte. "Wir haben sehr ruhigen und erwachsenen Fußball gespielt", meinte Kappl. Für ihn war das vor der Pause genau jener Fußball, den die Mannschaft seit Wochen trainiert, bislang aber zu selten auf den Platz gebracht hatte.
Diese Überlegenheit schlug sich noch vor der Pause auch im Ergebnis nieder. In der 25. Minute brachte Tobias Wansch Baumgartenberg mit 1:0 in Führung, wobei Kappl offen zugab, dass dem Treffer ein Fehler des gegnerischen Torhüters vorausging. "So ehrlich muss man sein: Das 1:0 war glücklich", sagte er, ergänzte aber ebenso nüchtern: "Tore entstehen leider oder Gott sei Dank durch Fehler." Wichtig war aus Sicht des Trainers weniger die Schönheit des Tores als der Ertrag aus einer bis dahin starken Phase. Kurz vor dem Seitenwechsel legte Paul Kastner nach und stellte in der 41. Minute per Elfmeter auf 2:0. Für Kappl war die Sache klar: "Für mich war das ein ganz klarer Elfmeter, und Pauli hat ihn souverän verwandelt." Mit dieser Führung ging Baumgartenberg auch verdient in die Pause.
Nach dem Wechsel blieb der Gastgeber zunächst auf Kurs. Kappl sprach sogar davon, dass seine Mannschaft die Partie weiterhin "eigentlich alles im Griff" hatte. Dann kam aber in der 56. Minute jener Moment, der das Spiel doch noch einmal offen machte. Nach einer geklärten Ecke lief der Gegenstoß über Unterweißenbachs Nummer zehn, im Zentrum wollte Peter Froschauer klären und traf den Ball so unglücklich, dass er zum 2:1 im eigenen Tor landete. Kappl schilderte die Szene ohne Ausflüchte und mit einer Portion Selbstkritik: "Da sind wir selber schuld, das darf uns nicht passieren. Wir machen den Gegner unnötig stark." Genau danach sei seine junge Mannschaft hektischer geworden. Kappl verwies auf den niedrigen Altersschnitt und sagte klar, dass diese Phasen zum Lernprozess dazugehören. Gerade deshalb wertete er es trotz der unruhigeren Schlussphase als Schritt nach vorne, dass seine Elf den Vorsprung diesmal über die Zeit brachte.
Auch für den Gegner fand der Trainer anerkennende Worte. Die Union Unterweißenbach sei "ebenbürtig" und vor allem "leidenschaftlich" aufgetreten, habe nie aufgegeben und immer wieder nach Lösungen gesucht. Kappl sah bei den Gästen viele weite Bälle und einen klaren Zug zum Konter, zugleich aber auch eine Mannschaft, die körperlich präsent war, ohne dass die Partie unfair geworden wäre. "Wir haben uns nichts geschenkt, aber es war trotzdem ein sehr faires Spiel", sagte er. Auch mit der Leitung von Schiedsrichter Alic war er zufrieden, weil der Referee viel laufen ließ und für eine klare Linie sorgte. Unter dem Strich blieb für Kappl die Einschätzung, dass die Union Baumgartenberg das höhere Chancenplus hatte und deshalb etwas mehr als ein Remis verdient hätte. Der Sieg bringt den Baumgartenbergern nach elf Runden 14 Punkte, noch wichtiger war für den Trainer aber das Gefühl, dass die Richtung diesmal klar zu sehen war. "Wenn die Jungs das Woche für Woche wiederholen, dann entwickeln wir uns Schritt für Schritt", sagte Kappl.