Spielberichte

Ernsthofen führt zweimal – 95. Minute bringt bittere 2:3-Niederlage

SC Kronstorf
SC Ernsthofen

Der Derby-Abend in der 2. Klasse Nord-Ost hatte alles: Kampf, Gefühle – und ein bitteres spätes Ende aus Sicht des Gasts. Der Tabellenführer SC Kronstorf drehte gegen SC Ernsthofen ein 1:2 in der Schlussphase und gewann 3:2. Ernsthofen lag zur Pause vorne und verpasste nach dem 2:1 die Vorentscheidung. Trainer Tomislav Proleta lobte Auftritt und Leidenschaft seiner jungen Truppe, haderte aber mit der fehlenden Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Torwart in türkisem Trikot

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Derby mit späten Stichen: Ernsthofen belohnt sich nicht, Kronstorf dreht es in 90+5

Ernsthofen startete mutig und wurde belohnt: Nach 28 Minuten ging der Gast durch ein Eigentor von Gottfried Waizinger mit 0:1 in Front, zur Pause stand es 0:1. Nach dem Wechsel kam der Ligaprimus besser ins Rollen, Kemal Bayrak stellte in Minute 59 auf 1:1. Die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten: Kevin Kühhas brachte Ernsthofen in der 64. Minute wieder 1:2 nach vor – in einer Phase, in der die Proleta-Elf das Kommando zurückhatte. Genau da lag die große Chance, das Ding zuzumachen. „Wir hatten zwei hundertprozentige Chancen aufs 3:1 – wenn wir eine machen, geht es wahrscheinlich in unsere Richtung“, sagte Proleta. Stattdessen blieb Kronstorf im Spiel, glich in der 84. durch Eldin Dzebic zum 2:2 aus und stach in der fünften Minute der Nachspielzeit erneut durch Dzebic zum 3:2-Sieg zu. Für Ernsthofen fühlte es sich an wie ein verpasster Matchball, für den Tabellenführer war es der späte Punch im Derby.

Proleta lobt Matchplan und Leidenschaft – und benennt klar den Knackpunkt

Nach dem Abpfiff war bei Tomislav Proleta beides zu hören: Stolz auf die Leistung und Ärger über das, was liegen blieb. „Wir wollten dem Tabellenführer, der um den Aufstieg spielt, einen harten Kampf liefern. Wir waren von Anfang an gut im Spiel, haben gut verteidigt und sind nicht unverdient 1:0 in Führung gegangen“, schilderte der Ernsthofen-Coach. Die stärkere Kronstorfer Phase direkt nach der Pause habe er einkalkuliert: „Nach dem 1:1 haben wir wieder das Kommando übernommen und das 2:1 gemacht.“ Dann kam die verpasste Vorentscheidung. „Entscheidend war heute die Chancenverwertung und die Kaltschnäuzigkeit in gewissen Szenen“, sagte Proleta klar. Aus seiner Sicht lag genau dort der Schlüssel: „Das Spiel haben wir verloren, weil der Gegner die Einzelqualität hat und bis zum Schluss ruhig geblieben ist – und weil wir das 3:1 nicht gemacht haben.“ Trotz allem überwog der positive Eindruck seiner Mannschaft: „Die Jungs haben den Matchplan super umgesetzt und den Tabellenführer an den Rand der Niederlage gebracht.“

Respekt für Kronstorf, starke Derby-Stimmung und ein zuversichtlicher Ausblick

Proleta fand deutliche, aber faire Worte für den Gegner. „Kronstorf spielt sehr schnell über die Flügel, verlagert sofort und hat vorne eine Qualität, mit der in dieser Liga kaum wer mithalten kann. In den letzten Minuten haben sie die Räume eiskalt genutzt“, erklärte er. Lob gab es auch für den Unparteiischen: „Der Schiedsrichter war sehr souverän – ein Glücksgriff für dieses Derby. Er hat nicht jede Kleinigkeit gepfiffen, so konnte sich Spielfluss entwickeln.“ Die Kulisse passte zum Spiel: „Die Stimmung war super, mit durchgehenden Fangesängen, auch vom jungen Kronstorfer Nachwuchs.“ Bei aller Bitterkeit blickt der Ernsthofen-Trainer zuversichtlich nach vorne: „Ich bin sehr stolz auf die Jungs und ihre Entwicklung in den letzten Monaten. Wenn wir hungrig bleiben und den nächsten Schritt machen, können wir auch aus dem Mittelfeld nach oben schauen.“ Für das Derby bleibt sein Fazit: ein intensives, faires 3:2 – und aus seiner Sicht eine Lektion in Effizienz.

2. Klasse Nord-Ost: Kronstorf : Ernsthofen - 3:2 (0:1)

  • 95
    Eldin Dzebic 3:2
  • 84
    Eldin Dzebic 2:2
  • 64
    Kevin Kühhas 1:2
  • 59
    Kemal Bayrak 1:1
  • 28
    Eigentor durch Gottfried Waizinger 0:1