Ein Torfestival in der 2. Klasse Nord-Ost: Der SC Ernsthofen ringt die SPG Niederneukirchen/St. Florian Juniors mit 5:4 nieder. Die Gäste führten dreimal, standen am Ende aber ohne Zähler da. Trainer Moritz Casagrande sprach von einer bitteren Auswärtsfahrt: Standards und individuelle Fehler kosteten den Lohn eines offensiv starken Auftritts. Ernsthofen nutzte die späten Momente, die Juniors haderten mit fehlender Stabilität nach eigenen Führungen.

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Ernsthofen legte früh vor: Willibald Kneidinger traf nach zehn Minuten zum 1:0 und gab dem Spiel die erste Richtung. Die Juniors schüttelten sich, glichen durch Jonas Kopececk in Minute 27 aus und drehten die Partie noch vor der Pause, als Franko Knez in der 38. Minute das 1:2 markierte – zur Halbzeit lagen die Gäste vorne. Nach dem Seitenwechsel meldeten sich die Hausherren zurück: Hannes Böhm stellte in der 58. Minute auf 2:2. Die Antwort der Casagrande-Elf kam prompt, Sinisa Rudic traf nur eine Minute später zum 2:3. Doch Ernsthofen blieb hartnäckig: Andreas Biro glich in Minute 64 zum 3:3 aus. Wieder legten die Gäste vor, diesmal durch Severin Karl Stadler in der 72. Minute zum 3:4. Auch das reichte nicht, weil Kneidinger in der 75. Minute zum 4:4 traf – und Andreas Biro in der 86. Minute den 5:4-Heimsieg fixierte.
Nach Schlusspfiff mischte sich Enttäuschung in die Worte von Moritz Casagrande, ohne dass er die Fassung verlor. „Wenn du auswärts vier Tore schießt, dreimal in Führung gehst und trotzdem mit leeren Händen heimfährst, dann ist das maximal bitter.“, sagte der Trainer der Juniors. Aus seiner Sicht hatte seine Mannschaft nach dem holprigen Start den Ton angegeben: „Bis zum Ausgleich haben wir nicht gut in die Partie gefunden, waren nervös und technisch zu fehlerhaft. Aber der Ausgleichstreffer hat uns aufgeweckt. Ab dann waren wir aus meiner Sicht die spielbestimmende Mannschaft.“ Der Knackpunkt lag für ihn im Verhalten nach den eigenen Treffern: „Wir sind nach unseren Führungen nicht stabil genug geblieben.“ Besonders schmerzten die Szenen nach der Pause: „In der zweiten Halbzeit bekommen wir wieder einen Dämpfer nach einem Eckball. Dann kämpfen wir uns zurück, gehen wieder in Führung - und kassieren später noch ein drittes Gegentor nach einem Eckball. So grausam kann Fußball sein.“ Seine Zusammenfassung fiel klar aus: „Drei Standards und zwei individuelle Fehler entscheiden dann so ein Spiel.“
Trotz der bitteren Niederlage fand Casagrande anerkennende Worte für den Gegner. „Ich muss Ernsthofen Respekt aussprechen. Sie waren kaum wiederzuerkennen im Vergleich zu den letzten Jahren. Sie haben gut gekämpft, Mentalität bewiesen und bis zum Schluss an sich geglaubt“, meinte der Coach. Bei der eigenen Elf sah er einen zentralen Baustein fehlen: „Am Ende hat uns die Routine gefehlt. In so einem wilden Spiel brauchst du in den entscheidenden Momenten Ruhe, klare Entscheidungen und musst die Emotionen in die richtige Richtung lenken.“ Einen allgemeinen Hinweis richtete er noch an die Spielleitung: „Auch in der untersten Klasse muss die Gesundheit der Spieler geschützt werden. Wenn mehrmals mit durchgestreckten Beinen in Zweikämpfe gegangen wird, muss konsequenter eingegriffen werden.“ In der Tabelle halten die Juniors bei 43 Punkten Rang vier, Ernsthofen liegt mit 33 Zählern im sicheren Mittelfeld – ein intensiver Abend mit offenem Visier endete zugunsten der Hausherren.