Im Duell von TSU Kirchberg ob der Donau und Sportunion Kollerschlag in der 2. Klasse Nord-West dominierte vor allem ein Thema: Chancenverwertung. Für Trainer Alexander Ringenberger überwog nach dem Remis die Überzeugung, dass seine Mannschaft mehr hätte mitnehmen können – geprägt von klaren Möglichkeiten, hohem Tempo und einem späten Ausgleich der Gastgeber, über dessen Entstehung er haderte. Statt Rechenspielen standen Konsequenz im Abschluss, Intensität auf dem Platz und konkrete Lehren im Mittelpunkt.

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Kollerschlag setzte das erste Ausrufezeichen: In der 13. Minute traf Lukas Saxinger zur 1:0-Führung und unterstrich den schwungvollen Start der Gäste. Bis zur Pause blieb dieser Vorsprung bestehen. Ringenberger resümierte: „Von der Chancenauswertung her waren wir klar im Plus und hätten den Sieg verdient. Leider war unsere Effizienz nicht optimal.“ Er präzisierte: In der ersten Halbzeit habe Kollerschlag zwei, drei sehr gute Möglichkeiten gehabt, aus denen eigentlich noch das ein oder andere Tor hätte entstehen müssen. Aus seiner Sicht hatte Kirchberg über 90 Minuten keine hundertprozentige Torchance. Die Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag trübte nach dem Abpfiff die Stimmung.
Die Partie kippte ergebnistechnisch spät, als Frantisek Vavra in der 84. Minute zum 1:1 traf. Ringenberger störte sich weniger am Zeitpunkt als am Zustandekommen: „Das Tor hätte nicht zählen dürfen, weil zuvor ein klares Foulspiel passierte, das der Schiedsrichter nicht ahndete.“ Für die Gäste blieb damit das Gefühl, sich für eine starke Leistung nicht ausreichend belohnt zu haben – es fehlten die letzte Präzision und das nötige Quäntchen Glück.
Abseits der Schlüsselszenen sah Ringenberger gute Rahmenbedingungen für ein intensives Spiel: Der Platz war gut bespielbar, die Begegnung schnell und kampfbetont. Standards entschieden die Partie nicht. Eine Einzelkritik vermied der Trainer bewusst und hob die geschlossene Mannschaftsleistung hervor. Für die kommenden Wochen formulierte er einen klaren Auftrag: „Der Fokus liegt wieder auf der Chancenauswertung, weil wir aus unseren Möglichkeiten derzeit zu wenig Tore machen.“ Das 1:1 ist für Kollerschlag daher eher Momentaufnahme als zufriedenstellendes Ergebnis – die Hebel liegen im täglichen Arbeiten am letzten Drittel.