In der 2. Klasse Nord-West hat die SU Herzogsdorf-Neußerling bei der SPG Intersport Pötscher Schenkenfelden/Bad Leonfelden 1c mit 3:2 gewonnen und damit den perfekten Start fortgesetzt. Nach einem nervösen Beginn und dem frühen Rückstand drehte die Mannschaft von Roland Kellermayr die Partie nach der Pause, musste noch das 2:2 hinnehmen und schlug in der Nachspielzeit trotzdem wieder zu. Für den Trainer lag der Unterschied vor allem im größeren Siegeswillen seiner Mannschaft.

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Roland Kellermayr hatte keinen Grund, den Beginn seiner Mannschaft schönzureden. „Wir sind sehr nervös gestartet“, sagte der Trainer der SU Herzogsdorf-Neußerling nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft hatte zwar gleich in der ersten oder zweiten Minute eine gute Möglichkeit, ließ diese aber ungenutzt und wurde prompt bestraft. Im Gegenzug brachte Patrick Manzenreiter die SPG Intersport Pötscher Schenkenfelden/Bad Leonfelden 1c in der 3. Minute mit 1:0 in Führung. Kellermayr sprach von einer ersten Halbzeit, in der seine Mannschaft „nicht wirklich gut im Spiel“ war. Mit dem 0:1 zur Pause war die Aufgabe damit klar umrissen. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aber deutlich. „Wir sind komplett anders aus der Kabine rausgekommen“, sagte Kellermayr. Julian Wimmer glich in der 50. Minute aus, und nur fünf Minuten später folgte das als Eigentor von Alexander Lang gewertete 1:2. Für Kellermayr war das die Phase, in der seine Elf das Spiel mehr und mehr an sich zog: „Wir haben in der zweiten Halbzeit viel mehr Ballbesitz gehabt, hinten keine Fehler mehr gemacht und nach vorne gedrückt.“
Ganz erledigt war die Partie damit allerdings noch nicht. Die SPG Intersport Pötscher Schenkenfelden/Bad Leonfelden 1c kam in der 71. Minute durch Maximilian Messerklinger zum 2:2 zurück, und damit war wieder alles offen. Kellermayr hob danach aber genau jenen Punkt hervor, der seiner Mannschaft im Moment besonders hilft. „Wir geben bis zum Schluss nicht auf. Wir probieren immer weiter, kämpfen und raffen uns auf, auch wenn wir nicht so gut im Spiel sind“, sagte er. Der Trainer beschrieb auch die Entstehung der eigenen Treffer sehr positiv. Das 1:1 sei „super herausgespielt mit einem Stangenpass“ gewesen, den Julian Wimmer „super verwertet“ habe. Auch vor dem 1:2 habe seine Mannschaft den Ball „super von der Seite“ hereingebracht, sodass daraus das Eigentor entstand. Trotz der zwei Gegentreffer lobte Kellermayr auch die Arbeit gegen den Ball: „Wir sind hinten super gestanden.“ Den entscheidenden Angriff in der Nachspielzeit sah er ebenfalls sauber vorbereitet: „Das war sehr gut von hinten herausgespielt.“ In Minute 90+1 schloss David Gahleitner diese Aktion zum 2:3 ab. "Für David freut es mich persönlich sehr, dass ihm ein Tor gelungen ist. Er arbeitet wirklich hart Woche für Woche im Training und im Spiel. Er ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Mannschaft und hat sich die Kapitänsschleife verdient. Julian Wimmer muss ich auch noch hervorheben. Was er mit seinen 17 Jahren Woche für Woche leistet, ist einfach super zu sehen. Ein Dankeschön noch an meinen Co-Trainer, der selbst dieses Mal die Fußballschuhe schnürte, um uns auszuhelfen. Das ist nicht selbstverständlich mit 43 Jahren. Auch Alexander Katzmaier muss ich ein Danke aussprechen. Er ist ein sehr erfahrener Spieler und braucht nicht so viele Chancen. Er weiß, was er mit dem Ball macht, hat die Erfahrung und die Ruhe und weiß, wo das Tor steht", erläuterte der Trainer. Dass SU Herzogsdorf-Neußerling in so einer Phase noch einmal zuschlug, ordnete Kellermayr klar ein: „Es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft, sondern die, die den Sieg mehr will.“
Neben dem Spiel selbst sprach Kellermayr ausführlich über die derzeitige Situation bei der SU Herzogsdorf-Neußerling. Woche für Woche müsse der Verein mit gesperrten Spielern, Verletzten und Urlaubern Lösungen finden, damit beide Mannschaften überhaupt ordentlich besetzt werden können. „Da möchte ich mich bei den Spielern bedanken, die uns da immer aushelfen“, sagte der Trainer. „Es ist gerade jede Woche ein bisschen ein Kampf, dass wir das alles zusammenbringen.“ Umso höher ordnete er den Start mit zwei Siegen ein. „Das Kämpferische und der Siegeswille sprechen momentan für uns. Sechs Punkte zum Start sind natürlich ein Megading“, meinte Kellermayr. Gleichzeitig sieht er noch Luft nach oben. Vor allem beim Nachrücken nach vorne müsse seine Mannschaft konsequenter werden, um noch mehr Druck aufzubauen. Den Gegner beurteilte er nüchtern: Die SPG Schenkenfelden/Bad Leonfelden 1c habe ihre zwei Chancen gut genutzt, insgesamt sei die Partie aber „kein Höhepunkt“ gewesen. Auch den Unparteiischen lobte er ausdrücklich: „Schiedsrichter Kugler hat das Spiel komplett im Griff gehabt.“ Weil in den nächsten Wochen gesperrte Spieler und Urlauber zurückkommen sollen, hofft Kellermayr nun, dass die Herzogsdorfer den Schwung mitnehmen und weiter Punkt für Punkt sammeln. Mit sechs Zählern aus zwei Runden steht die SU vorerst an der Tabellenspitze.