Spielberichte

„Mentalität, sie haben nicht aufgegeben“ – Union Feldkirchen/Donau dreht 1:4 noch zu 5:4-Sieg

Feldkirchen/D.
SU St. Martin/M. 1b

In der 2. Klasse Nord-West hat die Union Feldkirchen/Donau gegen die SU STRASSER Steine St. Martin/M. 1b nach einem wilden Verlauf noch 5:4 gewonnen. Zur Pause lag Feldkirchen 0:2 zurück, nach 61 Minuten sogar 1:4. Michael Kehrer brachte den Grund für die Aufholjagd danach knapp auf den Punkt: „Mentalität. Sie haben nicht aufgegeben.“ Genau das entschied am Ende eine Partie, die laut dem Sportlichen Leiter „nichts für schwache Nerven“ war.

Schiedsrichter macht eine Notiz, hinter ihm liegt der Spielball

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St. Martin ist effizient, Feldkirchen bleibt vor der Pause ohne Ertrag

Kehrer hatte nach dem Schlusspfiff vor allem die erste Phase des Spiels im Kopf. „Wir haben sehr viele Chancen gehabt, aber kein Tor gemacht“, sagte er, und genau das zog sich für ihn durch die Anfangsphase. Feldkirchen hatte also nach seiner Einschätzung genug Möglichkeiten, ließ sie aber liegen. St. Martin machte es auf der anderen Seite deutlich konsequenter. Innerhalb weniger Minuten brachten Thomas Feyrer in der 23. Minute und Lorenz Füruter in der 24. Minute die Gäste mit 2:0 in Führung. Dass es mit diesem Spielstand auch in die Pause ging, machte die Lage für Feldkirchen umso unangenehmer, weil der Rückstand aus Sicht von Kehrer nicht zu den eigenen Offensivanteilen passte. Noch mehr ärgerte ihn, dass St. Martin aus vergleichsweise wenigen Aktionen viel herausholte. „In der Defensive ist es relativ leicht gegangen“, sagte er später, und damit war schon angedeutet, wo Feldkirchen an diesem Nachmittag große Probleme hatte.

Vom 1:4 zurück: Falkner und Weinzierl leiten die Wende ein

Nach der Pause schien Feldkirchen zunächst wieder dran zu sein, als Florian Falkner in der 54. Minute auf 1:2 verkürzte. Die Antwort der Gäste fiel aber prompt und hart aus. Thomas Feyrer stellte in der 57. Minute auf 3:1 für St. Martin, ehe Janik Kaimberger nur vier Minuten später sogar das 4:1 nachlegte. Spätestens da schien die Partie klar in Richtung der Gäste zu laufen. Feldkirchen kam aber noch einmal zurück, und Kehrer machte im Rückblick vor allem einen Moment aus, an dem die Mannschaft wieder richtig glaubte. Nach dem 2:4 durch Falkner in der 77. Minute folgte in der 80. Minute das 3:4 durch Tobias Weinzierl. „Mit dem dritten Treffer sind wir wieder zurück ins Spiel gekommen“, sagte Kehrer. Für ihn war das der Punkt, an dem die Wende wirklich greifbar wurde. Danach sah er Vorteile bei seiner Mannschaft: „Dann haben wir konditionelle Vorteile gehabt.“ Das 4:4 durch Falkner in der 84. Minute brachte die Partie endgültig auf die Seite der Gastgeber. Kehrer formulierte es so: „Mit dem vierten Treffer haben wir eigentlich nur noch auf ein Tor gespielt.“ Dieses Tor fiel dann tatsächlich noch, und wieder war es Falkner, der in der Nachspielzeit zum 5:4 traf.

Große Moral, aber auch klare Warnung an die Defensive

So sehr Kehrer die Aufholjagd hervorhob, so klar sprach er auch die Mängel an. „Mentalität. Sie haben nicht aufgegeben. Sie haben bis zum Schluss gekämpft“, sagte er über seine Mannschaft, und genau diese Eigenschaft trug Feldkirchen am Ende zu diesem Sieg. Gleichzeitig wollte er das Spektakel nicht nur feiern. Vor allem das Abwehrverhalten gefiel ihm über weite Strecken überhaupt nicht. „Wir haben in der Defensive einfach geschlafen oder sind zu hoch gestanden“, meinte Kehrer, der damit eine sehr offene Analyse lieferte. Auch für den Gegner fand er trotz der Niederlage anerkennende Worte. St. Martin sei „eine super junge Truppe“ mit „giftigen Spielern“, sagte er, und fügte an, dass sich dort bei weiterem Zusammenhalt sicher etwas entwickeln werde. Angesprochen auf die Spielleitung sagte Kehrer zudem, der Schiedsrichter habe „keinen guten Tag erwischt“, wodurch die Partie laut seiner Einschätzung auf beiden Seiten etwas hitziger geworden sei.

Falkners Viererpack sticht heraus, die Baustellen bleiben trotzdem sichtbar

Am Ende stand für die Union Feldkirchen trotz aller Schwankungen ein 5:4-Erfolg, und über dem Spiel schwebte natürlich der Name Florian Falkner. Vier Tore in einem Spiel sind im Unterhaus immer eine besondere Marke, und Kehrer hob die Neuerwerbung aus Haibach deshalb ausdrücklich hervor. „Falkner mit seinem Viererpack ist schon hervorzuheben. Er ist als Neuzugang von der Qualität her ein sehr wichtiger Spieler für uns“, sagte der Sportliche Leiter. Dass Feldkirchen nach zwei Runden bei sechs Punkten hält, ist damit ein starkes Ergebnis. Trotzdem liefert diese Partie auch genug Stoff für die Trainingswoche. Vorne hat die Union am Ende die Antwort gefunden, hinten ließ die Mannschaft aber zu viel zu. Gerade diese Mischung macht den Sieg so bemerkenswert: großes Comeback, große Moral, aber auch eine klare Erinnerung daran, dass es mit weniger offenen Räumen deutlich ruhiger laufen könnte.

2. Klasse Nord-West: Feldkirchen/D. : St. Martin/M. 1b - 5:4 (0:2)

  • 95
    Florian Falkner 5:4
  • 84
    Florian Falkner 4:4
  • 80
    Tobias Weinzierl 3:4
  • 77
    Florian Falkner 2:4
  • 61
    Janik Kaimberger 1:4
  • 57
    Thomas Feyrer 1:3
  • 54
    Florian Falkner 1:2
  • 24
    Lorenz Füruter 0:2
  • 23
    Thomas Feyrer 0:1