Spielberichte

„Wir haben die Rechnung präsentiert bekommen“ – Union Gaspoltshofen erlebt in Stadl-Paura 0:6-Debakel

BW Stadl-Paura
Gaspoltshofen

In der 1. Klasse Mitte-West ist die Union Gaspoltshofen am Sonntagnachmittag beim SK Blau Weiss Stadl-Paura mit 0:6 unter die Räder gekommen. Trainer Lukas Bichl sprach danach von einem klaren Denkzettel und sah vor allem die drei direkten Freistoßtore als Knackpunkt. Vor der Pause hatten die Gäste zwar noch ihre Möglichkeiten, nach dem zweiten Gegentreffer brach die Partie aus ihrer Sicht aber völlig weg.

Fußball und die Beine von zwei Spielern unterschiedlicher Mannschaften

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Schlechter Start, dann eine Phase mit Chancen

Aus Sicht von Gaspoltshofen begann die Partie genau so, wie man sich einen Auswärtsauftritt nicht vorstellt. Bichl machte daraus nach dem Schlusspfiff auch keinen Hehl. „Wir sind sehr schlecht in die Partie gestartet, hatten eigentlich keinen Zugriff auf das Spiel“, sagte der Trainer. Stadl-Paura ging nach 15 Minuten durch Samuel Maier mit 1:0 in Führung, laut Bichl nach einem direkten Freistoß aus zentraler Position rund 20 Meter vor dem Tor. Gerade dieser Rückstand veränderte das Spiel der Gäste aber zunächst zum Besseren. Der Coach hatte den Eindruck, dass seine Mannschaft danach aktiver wurde und mehr ins Spiel fand. „Nach dem Führungstreffer sind wir eigentlich schon die aktivere und bessere Mannschaft gewesen“, sagte Bichl. Besonders die letzten 15 Minuten vor der Pause blieben für ihn der einzige Abschnitt, den er seiner Mannschaft zugestehen wollte. In dieser Phase hatte Gaspoltshofen laut Trainer „zwei bis drei Wahnsinns-Sitzer“ auf den Ausgleich, einmal rettete ein Spieler auf der Linie, einmal landete der Ball an der Latte. So ging es trotz einer kurzen Drangphase nur mit einem 0:1 in die Kabinen.

Das 0:2 als Bruch, danach zog Stadl-Paura davon

Mit dem Verlauf bis zur Pause war bei Gaspoltshofen zumindest noch die Hoffnung verbunden, das Spiel nach Seitenwechsel drehen zu können. Bichl formulierte das klar: „Wir sind in die Halbzeit gegangen mit dem Glauben, dass wir das Spiel in der zweiten Halbzeit mit dieser Leistung aus den letzten fünfzehn Minuten vor der Pause drehen können.“ Genau dieser Plan hielt aber nicht lange. Schon in der 50. Minute erhöhte Mirza Mahmuljin auf 2:0, wieder nach einem direkten Freistoß, wie der Trainer betonte. Für Gaspoltshofen war das der Moment, in dem die Partie kippte. „Mit diesem Treffer sind wir dann eigentlich gebrochen und komplett auseinandergebrochen“, sagte Bichl. Stadl-Paura blieb danach am Drücker und legte innerhalb kurzer Zeit nach. Florian Kreuzer traf in der 64. Minute zum 3:0, Armin Mujagic stellte nur drei Minuten später auf 4:0. Manuel Todorovic erhöhte in Minute 71 auf 5:0, ehe Michael Zavaczki in der Nachspielzeit den Endstand von 6:0 herstellte. Gerade die ersten drei Treffer bewertete Bichl als entscheidend: „Die ersten drei Tore, allesamt aus direkten Freistößen mit drei verschiedenen Schützen, haben uns sicherlich das Genick gebrochen.“

Klare Analyse: „Wir haben alles vermissen lassen“

Der Gaspoltshofen-Trainer beließ es nach dieser deutlichen Niederlage nicht bei einer reinen Ergebniskritik, sondern ging in seiner Analyse deutlich tiefer. „So ziemlich alles“, antwortete er auf die Frage, was seiner Mannschaft gefehlt habe. Vor allem die Grundtugenden, die für ein solches Spiel in dieser Liga nötig sind, waren aus seiner Sicht nicht da. „Wir haben alles vermissen lassen, was wir letzte Woche auf den Platz gebracht haben: Feuer, Intensität und Leidenschaft“, sagte Bichl. Dazu kam für ihn, dass die Mannschaft gedanklich nicht auf der Höhe war. „Wir waren heute gedanklich sehr weit weg“, meinte er. Auch eine mögliche Fehleinschätzung des Gegners sprach er offen an. Man habe Stadl-Paura „vielleicht auch in manchen Positionen unterschätzt“ und dafür die Rechnung bekommen. Die Gastgeber sah Bichl vor allem bei Standards stark. „Die Freistoßqualität“ hob er ausdrücklich hervor und verwies zudem auf die Offensivreihe mit Christoph Hautzinger, Mirza Mahmuljin und Armin Mujagic. Dass Stadl-Paura am Ende sechs Tore erzielte, war für ihn deshalb keine Frage des Zufalls. „Wenn man 6:0 gewinnt, dann hat man auch verdient gewonnen.“

Denkzettel mit Folgen für die nächsten Tage

Positives nahm Bichl aus diesem Nachmittag fast nichts mit. Auf die Frage nach Lichtblicken fiel seine Antwort entsprechend knapp, aber eindeutig aus: „Die letzten 15 Minuten vor der Pause bis zum letzten Pass, ansonsten nicht wirklich.“ Auch über die Bedeutung der Niederlage für die nächsten Tage sprach der Trainer sehr offen. Er kündigte an, dass man zur Tagesordnung nicht einfach übergehen werde. „Mit so einer Leistung kann man natürlich nicht zur Tagesordnung übergehen. Hier wird es sicher das eine oder andere Gespräch geben“, sagte Bichl. Seine Warnung an die eigene Mannschaft fiel dabei ungewöhnlich deutlich aus. „So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen, weil wenn wir so spielen, dann sind wir Fixabsteiger Nummer eins. Das muss uns bewusst sein.“ Damit ist die Richtung nach diesem 0:6 klar: Die Union Gaspoltshofen hat in Runde zwei einen harten Dämpfer kassiert und wird sehr schnell eine Antwort darauf finden müssen, wenn dieser Auftritt tatsächlich nur ein Ausreißer bleiben soll.

1. Klasse Mitte-West: BW Stadl-Paura : Gaspoltshofen - 6:0 (1:0)

  • 91
    Michael Zavaczki 6:0
  • 71
    Manuel Todorovic 5:0
  • 67
    Armin Mujagic 4:0
  • 64
    Florian Kreuzer 3:0
  • 50
    Mirza Mahmuljin 2:0
  • 15
    Samuel Maier 1:0