In der 1. Klasse Mitte-West hat sich der SV DSV Road Kallham am Sonntagnachmittag in Runde zwei mit 5:2 gegen die Union SGS Dorf/Pram durchgesetzt. Für Neo-Trainer Michael Hintenaus lag der Unterschied nicht im Spielerischen, sondern in der Konsequenz in beiden Strafräumen. Die Union fand nach dem frühen Rückstand zwar zurück, leistete sich aber zu viele Fehler und wurde dafür von Kallham konsequent bestraft.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Hintenaus sah von Beginn an die Partie, die er erwartet hatte. "Es war von Beginn an ein kampfbetontes Spiel. Wir waren eigentlich sehr gut im Spiel", sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Trotzdem gerieten die Gäste früh in Rückstand. Nach elf Minuten brachte Daniel Waslmayr Kallham mit 1:0 in Führung, und genau dieses Tor ärgerte den Coach besonders, weil es aus seiner Sicht nicht aus längerer Dominanz entstand. "Aus dem Nichts oder aus einer Unachtsamkeit in der Verteidigung nach einem Einwurf entstand das 1:0 für Kallham", schilderte Hintenaus. Dorf/Pram antwortete aber zunächst gut auf diesen Rückschlag. In der 22. Minute stellte Agron Daka auf 1:1, und damit war die Mannschaft wieder im Spiel. Umso bitterer war aus Sicht der Gäste, dass vor der Pause erneut ein Fehler entscheidend wurde. Mathias Hamedinger traf in der 35. Minute zum 2:1 für die Gastgeber. Hintenaus sagte dazu, seine Mannschaft sei durch "einen weiteren Abwehrfehler" wieder in Rückstand geraten und hätte zuvor schon selbst das zweite Tor machen müssen.
Wenn Dorf/Pram nach dem Seitenwechsel noch einmal zurückkommen wollte, dann hätte es einen stabilen Start in die zweite Hälfte gebraucht. Genau das gelang nicht. Schon in der 46. Minute erhöhte Julian Buchinger auf 3:1, und auch dieses Tor führte Hintenaus auf ein bekanntes Muster zurück. "Nach der Halbzeit fiel das 3:1 nach einem Einwurf, der verlängert wurde. Da waren wir nicht gut gestanden", sagte er. Damit war Kallham endgültig auf Kurs. Ganz entschieden war die Partie zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht, weil die Gäste laut ihrem Trainer die große Möglichkeit auf den Anschluss hatten. "In weiterer Folge hatten wir die Chance auf das 3:2 oder eine Doppelchance auf 3:2, konnten sie aber nicht verwerten", so Hintenaus. Statt neuer Spannung folgte wenig später der nächste Rückschlag. Im Gegenzug traf wieder Buchinger in der 52. Minute zum 4:1. Der Trainer machte auch dieses Gegentor an einem klaren Fehler fest: "Im Gegenzug fiel nach einem weiteren Ballverlust in der gefährlichen Zone das 4:1." Daniel Murauer verkürzte in der 83. Minute noch auf 4:2, doch Buchinger setzte mit seinem dritten Treffer in der 86. Minute den Schlusspunkt zum 5:2.
Für Hintenaus lag die Niederlage nicht an einem einzigen Moment, sondern an einer ganzen Reihe von Nachlässigkeiten. "Entscheidende Momente waren mehrere Unachtsamkeiten in der Verteidigung oder schlechtes Umschaltverhalten meiner Mannschaft", sagte der Dorf/Pram-Coach. Damit brachte er das Spiel aus seiner Sicht ziemlich genau auf den Punkt. Immer dann, wenn die Gäste eigentlich wieder Zugriff bekommen konnten, folgte der nächste Fehler. Entsprechend klar fiel auch seine Analyse zu den eigenen Problemen aus: "Nicht wie gewünscht funktioniert hat das Abwehrverhalten, das Umschaltverhalten und die Aufmerksamkeit." Gleichzeitig sprach Hintenaus dem Gegner ein Kompliment aus, weil Kallham genau daraus Kapital schlug. "Der Gegner war eiskalt und verwertete die wenigen Chancen, die ihm geboten wurden", meinte er. Bei der Bewertung des Unparteiischen hielt er sich grundsätzlich zurück, merkte aber dennoch an: "Die Schiedsrichterleistung möchte ich in diesem Fall nicht bewerten. Das sagt eigentlich alles aus. Der Schiedsrichter hat auf jeden Fall einen Elfmeter meiner Mannschaft nicht gegeben."
So bleibt unter dem Strich ein Spiel, das die Union Dorf/Pram nach Einschätzung des neuen Trainers nicht wegen fehlender Qualität mit dem Ball verlor, sondern wegen der fehlenden Konsequenz in den entscheidenden Situationen. "Kallham war sehr effizient, kampfstark. Wir waren spielstark, aber nicht effizient", sagte Hintenaus. Genau in diesem Vergleich steckte für ihn der Unterschied zwischen den beiden Teams. Der SV Kallham hält nach der zweiten Runde bei vier Punkten und bestätigt mit dem 5:2 den guten Start, Die Union bleibt bei drei Zählern. Für die Gäste lässt sich aus diesem Nachmittag deshalb recht klar herauslesen, woran in den kommenden Tagen gearbeitet werden muss: weniger einfache Fehler, mehr Aufmerksamkeit im Umschalten und eine bessere Nutzung der eigenen Chancen. Das Material für ein anderes Ergebnis war aus Sicht des Trainers phasenweise da, genutzt hat es an diesem Tag aber nur Kallham.