Spielberichte

"Die Truppe hat gekämpft bis zum Umfallen" – Union Feldkirchen/Donau gewinnt 3:2 in Unterzahl

Union Reichenau
Feldkirchen/D.

In der 2. Klasse Nord-West hat die Union Feldkirchen/Donau am Sonntagnachmittag bei der Union Reichenau-Ottenschlag-Haibach mit 3:2 gewonnen. Ein Spiel, das aus Sicht von Michael Kehrer von zwei Dingen bestimmt wurde: von einer längeren Unterbrechung nach einem Zusammenprall und von der starken Reaktion seiner Mannschaft auf die Unterzahl. Feldkirchen ging in Führung, kassierte den Ausgleich und legte trotzdem noch vor der Pause wieder vor.

Spieler rutscht mit Ball auf Rasen

Image by Jörg Struwe from Pixabay

Führung, Unterbrechung und die schnelle Antwort

Bis zur 28. Minute hatte Feldkirchen den besseren Auftritt auch im Ergebnis sichtbar gemacht. Killian Lackinger brachte die Gäste mit 1:0 in Führung, und für Kehrer war das zu diesem Zeitpunkt durchaus folgerichtig. "Wir waren eigentlich klar die bessere Mannschaft und haben die besseren Chancen gehabt", sagte der sportliche Leiter nach dem Spiel. Kurz darauf wurde die Partie allerdings von jenem Vorfall überschattet, den Kehrer an den Beginn seiner Analyse stellte. "Leider ist das Spiel von einem Zusammenprall überschattet worden", sagte er. Ein Reichenauer Angreifer verletzte sich dabei, die Rettung musste kommen, und erst danach ging es weiter. In dieser Phase kam Reichenau durch Severin Schaubschläger in der 34. Minute zum 1:1. Dass Feldkirchen trotzdem nicht den Faden verlor, zeigte sich wenig später: Tobias Weinzierl stellte in der 37. Minute auf 1:2 und sorgte dafür, dass die Gäste trotz aller Unruhe mit einer Führung in die Pause gingen.

Rot gegen Leitner und dennoch weiter am Drücker

Mit der Roten Karte gegen Timo Leitner in derselben Minute wie das 1:1 wurde die Aufgabe für Feldkirchen noch einmal deutlich schwieriger. Kehrer machte genau diese Phase später zum Kern seiner Einordnung, weil seine Mannschaft von da an lange in Unterzahl auskommen musste. "Die Truppe hat gekämpft bis zum Umfallen. Zu zehnt ab dieser Phase zu spielen, ist natürlich eine Riesenherausforderung", sagte er. Dazu kam aus seiner Sicht, dass auf einem eher kleinen Platz "immer was passieren kann". Umso höher bewertete er, dass seine Mannschaft nicht nur verteidigte, sondern rasch wieder Stabilität in ihr Spiel brachte. "Wir sind nach dem Ausschluss und nach der Unterbrechung gleich wieder voll im Spiel gewesen und waren völlig konzentriert", so Kehrer. Nach dem Seitenwechsel zahlte sich das aus: Florian Falkner erhöhte in der 60. Minute auf 1:3. Zwar verkürzte Matyas Brabec nur vier Minuten später auf 2:3. Offen blieb die Partie damit bis zum Schluss, aber Feldkirchen brachte den Vorsprung über die Zeit.

Geschlossen aufgetreten und wenig aus dem Spiel zugelassen

Kehrer begründete den Auswärtssieg nicht nur mit Moral, sondern vor allem mit dem geschlossenen Auftreten seiner Mannschaft. "Sie haben sich gegenseitig gepusht", sagte er über seine Elf, die nach seiner Einschätzung gerade in einer komplizierten Partie als Einheit funktionierte. Für ihn war das der Punkt, der Feldkirchen über die gesamte Spielzeit trug. Auch dem Gegner sprach er eine gute Leistung zu, schränkte aber gleichzeitig klar ein, wo für ihn der Unterschied lag. "Richtige Chancen haben sie sich aus dem Spiel nicht herausgespielt", meinte Kehrer. Feldkirchen habe die Reichenauer Angriffe über weite Strecken gut unterbunden und den Gegner meist vom eigenen Tor ferngehalten. Deshalb fiel sein Gesamturteil auch eindeutig aus: Auf die 90 Minuten gesehen sei seine Mannschaft "klar die bessere" gewesen, der Erfolg damit "ein völlig verdienter Sieg".

Gute Besserung und ein Saisonstart ohne große Töne

Bei aller Freude über die drei Punkte blieb Kehrer nach dem Schlusspfiff bewusst sachlich. Zu Schiedsrichter Zöchbauer wollte er nichts sagen, stattdessen stellte er noch einmal den verletzten Reichenauer Spieler in den Vordergrund. "Dem wünsche ich alles Gute und gute Besserung", sagte der Funktionär. Sportlich kann sich der Saisonstart der Gäste aber sehen lassen: Nach drei Runden hält die Union Feldkirchen bei neun Punkten und bleibt damit ganz vorne dabei. Kehrer wollte daraus trotzdem keine große Geschichte machen und blieb bei seinem nüchternen Ausblick. "Wir werden von Woche zu Woche schauen, dass wir weiterhin Punkte sammeln", sagte er. Genau so wirkte auch dieser Nachmittag in Reichenau: kein glanzvoller, aber ein sehr widerstandsfähiger Auftritt, in dem Feldkirchen nach Führung, Ausgleich, langer Unterbrechung und Unterzahl die passende Antwort fand.

2. Klasse Nord-West: Reichenau : Feldkirchen/D. - 2:3 (1:2)

  • 64
    Matyas Brabec 2:3
  • 60
    Florian Falkner 1:3
  • 37
    Tobias Weinzierl 1:2
  • 34
    Severin Schaubschläger 1:1
  • 28
    Killian Lackinger 0:1