In der 2. Klasse Nord-West hat sich UFC Agora Aigen-Schlägl im Heimspiel gegen Union Reichenau-Ottenschlag-Haibach ein 3:3 geholt. Für Reichenau fühlte sich der Punkt trotz drei eigener Tore nicht wie der große Ertrag an, weil die Gäste laut Trainer Christoph Froschauer vor allem vor der Pause klar den Ton angaben. "Für Aigen-Schlägl ist es glücklich, dass sie den Ausgleich geschafft haben", sagte der Reichenau-Coach nach einer Partie mit völlig unterschiedlichen Halbzeiten.

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Froschauer sah seine Mannschaft in der ersten Halbzeit deutlich im Vorteil und fand dafür auch klare Worte. "Reichenau war drückend überlegen. Wir haben Chancen herausgespielt, die Positionen gut eingehalten, Druck gemacht und das Pressing nach vorne gut ausgeübt. Wir haben uns auf unser Spiel konzentriert und nicht auf den Gegner. Außerdem haben wir viele Kleinigkeiten toll umgesetzt, die wir uns vor dem Spiel vorgenommen haben", sagte der Trainer. Aus dieser Phase nahm Reichenau auch die Führung mit, denn kurz vor dem Pausenpfiff traf Lukas Rechberger zum 0:1. Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Kabinen. Dass die Gäste zu diesem Zeitpunkt vorne lagen, passte aus ihrer Sicht zum Spiel, weil sie gegen den Ball vieles gut machten und Aigen-Schlägl ihnen in der ersten Halbzeit nach Einschätzung des Trainers zu viel Platz ließ.
Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie aus Reichenauer Sicht zunächst etwas ruhiger, gleichzeitig kam Aigen-Schlägl deutlich besser hinein. Genau das zeigte sich dann auch am Spielstand. In der 59. Minute glich Clemens Zach zum 1:1 aus, doch Reichenau antwortete sofort und ging nur eine Minute später durch Patrik Lavicka wieder mit 2:1 in Führung. Lange hielt dieser Vorsprung allerdings nicht, weil Zach in der 61. Minute erneut traf und damit das 2:2 herstellte. Reichenau legte in dieser offenen Phase noch einmal nach, als Reinhard Horner in der 64. Minute das 2:3 erzielte. Den Schlusspunkt setzte aber wieder Zach, der in der 76. Minute mit seinem dritten Treffer an diesem Nachmittag das 3:3 fixierte. Gerade diese Minuten nach der Pause machten deutlich, warum aus einer sehr guten ersten Halbzeit am Ende kein Auswärtssieg wurde.
Dass Reichenau trotz dreier Tore nicht als Sieger vom Platz ging, ordnete Froschauer nüchtern ein. "Wenn man drei Tore schießt und drei kriegt, macht man nur einen Punkt. Leider", sagte er. Als Hauptgrund nannte er die Chancenauswertung, obwohl er den Offensivauftritt insgesamt ausdrücklich lobte. "Es waren super Tore von unserer Mannschaft, tadellos ausgespielt. Wir sind mit Nachdruck in die Zweikämpfe gegangen, haben Chancen kreiert, Ideen gehabt und im Abschluss die nötige Kaltschnäuzigkeit gezeigt. Vor allem aber sind wir als Einheit aufgetreten die sichtlichen Spaß am Spiel hatte." Gleichzeitig sah er auch, dass Aigen-Schlägl nach dem Seitenwechsel zulegte. Der Gegner sei in den Zweikämpfen bissig gewesen und in der zweiten Halbzeit dominanter aufgetreten als noch vor der Pause. Für Froschauer blieb es deshalb dabei: "Im Grunde ist es ein glückliches Remis für Aigen-Schlägl."
Ganz wertlos wollte der Reichenau-Trainer dieses 3:3 aber trotzdem nicht stehen lassen. Nach den letzten Niederlagen nehme man diesen Zähler "gern mit", sagte Froschauer, und genau darin lag für ihn die zweite Seite dieses Nachmittags. Einerseits blieb das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre. Andererseits hob er das hervor, was bei seiner Mannschaft funktioniert hat: "Gut funktioniert haben das Pressing, das Spiel gegen den Ball, der aufopfernde Wille und der Einsatz. Jeder hat sein Herz am Platz gelassen." Diskussionen über strittige Szenen machte er keine auf. "Szenen zum Diskutieren gibt es immer", meinte Froschauer. Auch dem Schiedsrichter attestierte er eine "gute Partie". So bleibt für Reichenau ein Remis, das nach dem Spielverlauf nicht voll zufriedenstellt, aber als kleiner Schritt nach vorne, auf dem man aufbauen kann, gelten soll.