In der 2. Klasse Nord-West hat die SV Urfahr 1912 gegen den SK Kleinzell mit 5:3 gewonnen, doch entschieden wurde diese Partie schon in einer ganz starken ersten Halbzeit. Urfahr stellte bis zur Pause auf 5:1 und setzte damit früh die Richtung. Co-Trainer Mahir Hamzakadic brachte den Schlüssel danach klar auf den Punkt: "Die ersten zwei Tore haben gleich unsere Heimstärke und Dominanz gezeigt."
Der Heimsieg begann mit einem Auftakt, den Hamzakadic im Rückblick besonders hervorhob. "Das Auftreten unserer Mannschaft war besonders in der ersten Halbzeit sehr stark. Vor allem in der ersten Viertelstunde sind wir sehr stark ins Spiel gekommen", sagte der Co-Trainer. Genau diese Anfangsphase spiegelte sich auch im Spielstand wider. Elijas Marten Cibu brachte Urfahr in der 7. Minute in Führung, nur eine Minute später erhöhte Benjamin Sakdikun auf 2:0, ehe derselbe Spieler in der 12. Minute schon das 3:0 folgen ließ. Hamzakadic lobte dabei nicht nur die Tore an sich, sondern vor allem den Weg dorthin: "Die Chancenverwertung war top. Die Formation und die Angriffsausführung waren extrem stark." Aus seiner Sicht war früh zu sehen, dass seine Mannschaft mehr wollte. "Nach dem ersten Tor hat man schon gesehen: Unsere Mannschaft wollte mehr, war auf die Tore aus", erklärte er.
Mit dem frühen Dreitorepolster war der Druck der Gastgeber noch nicht vorbei. Urfahr blieb in der ersten Halbzeit das aktivere Team und legte in der 28. Minute durch Nikolas Grabner das 4:0 nach. Zwar kam Kleinzell nur zwei Minuten später durch Felix Schürz auf 4:1 heran, doch auch das änderte vor der Pause nichts mehr am klaren Bild dieser Begegnung. Benjamin Sakdikun stellte in der 35. Minute mit seinem dritten Treffer an diesem Nachmittag auf 5:1 und sorgte damit für einen Halbzeitstand, der die Überlegenheit der Gastgeber deutlich machte. Hamzakadic sah in dieser Phase genau jene Punkte bestätigt, die für ihn den Unterschied ausmachten. "Auf jeden Fall der Siegeswille in der ersten Halbzeit, die Chancenverwertung und das Herausspielen der Chancen", sagte er. Dass sich das Spiel nach dem ersten Treffer wirklich hätte drehen können, empfand er dabei nie so: "Dass es wirklich kippt, hatte ich nie das Gefühl."
So klar die erste Hälfte aus Sicht von Urfahr auch war, ganz ohne Kritik wollte Hamzakadic den Nachmittag nicht stehen lassen. Nach dem Seitenwechsel verlor seine Mannschaft den durchgängigen Zug aus dem ersten Abschnitt. "Leider haben wir in der zweiten Halbzeit ein bisschen den Gang zurückgeschaltet und sind nicht so in dem Flow geblieben", sagte er. Genau darin sieht er auch das wichtigste Verbesserungspotenzial für die nächsten Wochen. "Wir müssen bei unserem Spiel bleiben, also unserem Spiel treu bleiben und das über neunzig Minuten mit dem gleichen Elan und dem gleichen Tempo fertig spielen." Kleinzell blieb dadurch in der Partie und gab sich trotz des frühen Rückstands nicht auf. Felix Schürz erzielte in der 69. Minute sein zweites Tor zum 5:2, in der 87. Minute verkürzte Samuel Höglinger noch auf 5:3. Das passte zu Hamzakadics Einschätzung über den Gegner: "Großes Lob, dass sie trotzdem weitergespielt haben und auch in der zweiten Halbzeit alles gegeben haben, um noch einen Punkt zu holen."
Am Ende blieb bei der SV Urfahr deshalb ein Sieg, der sehr viel Gutes mitbrachte, aber auch einen deutlichen Hinweis darauf gab, woran weiter gearbeitet werden muss. Hamzakadic zog insgesamt ein positives Fazit und sagte: "Im Großen und Ganzen bin ich natürlich sehr zufrieden mit der Mannschaft." Dass seine Mannschaft nach sieben Runden nun ebenso wie der SK Kleinzell bei zwölf Punkten hält, macht diesen Heimsieg zusätzlich wertvoll. Auffällig war für ihn auch, dass die Partie trotz der acht Tore sauber ablief. "Es waren keine strittigen Szenen im Spiel, und es war eine Top-Leistung von Schiedsrichter Wolfmayr. Er hatte das Spiel 90 Minuten lang unter Kontrolle", sagte der Co-Trainer. Was bleibt, ist also ein sehr starker erster Abschnitt mit fünf Toren, angeführt von Dreifachtorschütze Benjamin Sakdikun, sowie die Erkenntnis, dass Urfahr dieses Niveau künftig noch länger halten will.