In der 2. Klasse Nord-West musste sich die Union Reichenau-Ottenschlag-Haibach bei der TSU Kirchberg/Donau mit 0:3 geschlagen geben. Neo-Trainer Christoph Froschauer sah dabei eine Partie, in der seine Mannschaft ordentlich begann, den Zugriff aber nach und nach verlor. Vor allem im Zentrum fehlte Reichenau mit Fortdauer die Präsenz, dazu blieben eigene Abschlüsse ungenützt, während Kirchberg seine Tore zur richtigen Zeit machte.

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Froschauer machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft zunächst durchaus ordentlich in die Partie gekommen war. „Zu Beginn waren wir gut in der Partie drinnen. Man hat erkannt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben unseren Matchplan verfolgt“, sagte der Trainer. Gerade deshalb war für ihn ärgerlich, dass seine Elf diesen Ansatz nicht über längere Zeit auf den Platz brachte. „Mit Fortdauer haben wir durch Eigenfehler das Zepter etwas aus der Hand gegeben“, so Froschauer. Der erste Rückschlag folgte dann in der 24. Minute, als Mario Kletzl Kirchberg mit 1:0 in Führung brachte. Aus Sicht des Reichenau-Coachs war dieses Gegentor besonders bitter, weil ihm eine Standardsituation vorausging. „Beim 1:0 hat nach einer Standardsituation die Zuteilung nicht gepasst. Der Ball hat schon verloren ausgeschaut, und auf einmal taucht im Hintergrund noch ein Kirchberger auf“, beschrieb er die Szene. Mit diesem 0:1 ging es schließlich auch in die Halbzeit.
Was sich vor der Pause schon angedeutet hatte, wurde nach dem Seitenwechsel noch klarer. Reichenau fand nicht mehr richtig in die Zweikämpfe und bekam den Gegner auch im Zentrum nicht mehr so in den Griff, wie es notwendig gewesen wäre. In der 59. Minute erhöhte Nico Drexler auf 2:0, nur vier Minuten später legte Martin Hofer das 3:0 nach. Damit war die Partie früh in der zweiten Hälfte deutlich in Kirchberger Richtung gekippt. Froschauer suchte die Ursachen dabei nicht in Ausreden, sondern in den Dingen, die seine Mannschaft selbst beeinflussen kann. „Uns haben mit Fortdauer des Spiels die Mittelfeldpräsenz, die Zweikämpfe und die Abstände zwischen den Reihen gefehlt“, sagte er. Dazu kam, dass Reichenau trotz vorhandener Abschlüsse ohne Treffer blieb. „Wenn du kein Tor schießt und welche kriegst, geht es eben anders aus, als du dir das vorstellst“, brachte es der Trainer auf den Punkt. Zum dritten Gegentor sagte er knapp: „Beim dritten war es ein Tausend-Gulden-Schuss.“
Den verdienten Heimsieg der Gastgeber wollte Froschauer trotz aller Enttäuschung gar nicht kleinreden. „Die TSU Kirchberg hat einen Matchplan gehabt, der eigentlich immer auf dieselbe Situation hinausgelaufen ist. Sie haben das gnadenlos durchgezogen und in der Verteidigung die nötige Ruhe und Stabilität gehabt“, sagte der neue Coach. Auch den Unparteiischen nahm er ausdrücklich aus jeder Debatte heraus und fand dafür klare Worte: „Schiedsrichter Luckeneder hat das außerordentlich gut gemacht, viel erklärt, das Spiel jederzeit im Griff gehabt und war immer präsent.“ Für die Union Reichenau ist das 0:3 ein weiterer Rückschlag, dennoch wollte Froschauer den Blick nicht nur auf das Resultat verengen. Er betonte, dass seine Mannschaft nicht aufgehört habe zu kämpfen, diesmal aber schlicht nicht richtig ins Spiel gefunden habe. Außerdem hob er das Engagement seines Trainerteams und die Vorbereitung hervor. Auch wenn am Ende nichts Zählbares dabei herauskam, soll das die ambitionierte und leidenschaftliche Arbeit von Thomas Eiper und Jürgen Dorotka nicht schmälern. Ihnen sei es zu verdanken, dass die Mannschaft zielstrebig trainiert und an sich arbeitet. Am grundsätzlichen Weg wollte er deshalb trotz des Rückschlags nichts ändern: „Wir werden nicht aufgeben. Aufgegeben wird nur ein Brief. Reichenau arbeitet an seiner DNA und wir kommen stärker zurück denn je. Es ist ein Prozess, den die Mannschaft durchläuft und dazu gehören auch Rückschläge in Form von Niederlagen.“