In der 2. Klasse Nord-West hat TSV Ottensheim der Union Reichenau-Ottenschlag-Haibach beim 6:0 klar die Grenzen aufgezeigt. Reichenau-Trainer Christoph Froschauer sprach nach dem Spiel von „fast einer Lehrstunde“, verwies auf fünf fehlende Stammkräfte und sah einen Gegner, der seinen Plan über die gesamten 90 Minuten sauber durchgezogen habe. Für seine Mannschaft gelte nach der dritten Niederlage in Serie trotzdem weiter: „Abputzen und weitermachen.“

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Für Froschauer begann die Begegnung nämlich nicht mit dem Gefühl, dass daraus ein so klares Ergebnis werden würde. „Am Anfang hat es noch nicht so danach ausgeschaut“, sagte der Trainer, weil seine Mannschaft zunächst gut in der Partie war, die Zweikämpfe annahm und die ersten Angriffe der Gastgeber noch verteidigen konnte. Trotzdem fiel bereits in der 11. Minute das 1:0 durch Rohullah Sharifi, und mit Fortdauer der ersten Halbzeit bekam Ottensheim immer mehr Kontrolle. Reichenau verlor den Zugriff, wurde am Ball selbst zu hastig und brachte laut Froschauer „im letzten Moment die Pässe nicht an den Mann“. Kurz vor der Pause wurde aus einer noch offenen Partie dann ein klarer Zwischenstand: Jasmin Mehic erhöhte in der 40. Minute auf 2:0, nur wenig später legte Dino Huremovic das 3:0 nach. Spätestens damit war die Richtung des Nachmittags vorgegeben.
Warum die Niederlage am Ende so deutlich ausfiel, sprach Froschauer sehr offen an. Ottensheim habe „einen Spielzug nach dem anderen wie aus dem Lehrbuch abgespielt“ und den eigenen Matchplan von der ersten bis zur letzten Minute durchgezogen. Vor allem im Aufbau fand Reichenau kaum Mittel. „Wir haben es selten geschafft, dass wir schon den Spielaufbau stören“, erklärte der Coach. Dazu kamen schnelle und weite Spielverlagerungen, gute Kombinationen und ein Gegner, der laut Froschauer nie etwas überstürzte, sondern geduldig blieb und auf seine Chancen wartete. Auch nach dem 3:0 änderte sich das Bild nicht mehr entscheidend. In der zweiten Halbzeit schnürte Sharifi in Minute 72 seinen Doppelpack, Mehic traf in der 82. Minute ebenfalls zum zweiten Mal, und in der 89. Minute setzte Jona Said Zucali den Schlusspunkt zum 6:0. Froschauer formulierte es drastisch, aber treffend: „Wenn du sechs Tore kriegst, dann verlierst du.“
Bei aller Anerkennung für den Gegner wollte der Reichenau-Trainer die Niederlage aber nicht nur mit der Stärke Ottensheims erklären. Fünf Stammspieler hätten gefehlt, dadurch sei das Teamgefüge durcheinandergeraten, und mehrere Positionen seien neu besetzt gewesen. „Wir waren zu unroutiniert und zu wenig eingespielt, um die Passwege und Laufwege zu stören“, sagte Froschauer. Gerade für eine Mannschaft wie Reichenau sei das schwer zu verkraften. Positiv war für ihn dennoch, dass wieder junge Spieler zu wertvollen Kampfmannschaftsminuten kamen. „Unser Weg ist nach wie vor, dass wir unsere eigene Reichenau-DNA erschaffen“, betonte er und meinte damit den Kurs mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs. Trotz drei Niederlagen am Stück will er daran festhalten. Den Gastgebern stellte er ein starkes Zeugnis aus und meinte sogar: „Ich glaube fast, dass der Titel heuer nur über Ottensheim führt.“ Für Reichenau bleibt nach diesem 0:6 damit ein klarer Auftrag: weiterarbeiten, dranbleiben und beim Rückspiel zeigen, dass man den Tabellenführer dann mehr ärgern kann.