In der 2. Klasse Ost musste der SC Ernsthofen am Samstagnachmittag beim UFC Ternberg eine 1:4-Niederlage hinnehmen. Trainer Tomislav Proleta sprach danach von einem „sehr unglücklichen“ Spiel für seine Mannschaft, die früh in Rückstand geriet, nach der Pause kurz Hoffnung schöpfte und genau in ihrer besten Phase den nächsten Rückschlag kassierte. Vor allem die fehlende Intensität und nur kurze starke Phasen gaben für ihn den Ausschlag.

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Für Ernsthofen begann die Partie denkbar schlecht. Bereits in der 3. Minute brachte Felix Dorfner die Gastgeber in Führung, und genau dieser frühe Treffer setzte aus Sicht von Proleta den Ton für den Nachmittag. „Wir sind sehr unglücklich ins Spiel gestartet und in der dritten Minute bereits in Rückstand geraten“, sagte der Trainer nach dem Spiel. Den Treffer zum 1:0 bezeichnete er aus seiner Sicht als „abseitsverdächtig“, wollte die Niederlage aber nicht an dieser Szene festmachen. Vielmehr sprach er davon, dass seinem Team aktuell das Momentum fehle und kleine Entscheidungen nicht auf die eigene Seite fallen. Noch schwerer wog, dass Ternberg vor der Pause nachlegte. In der 28. Minute erhöhte Lukas Manuel Gerstmayer auf 2:0. Proleta schilderte auch diesen Treffer als Folge eines langen Balls, bei dem sich seine Mannschaft verschätzte. So ging Ernsthofen mit einem klaren Rückstand in die Kabine, obwohl der Trainer betonte, dass man sich das Glück eben auch wieder erarbeiten müsse.
Die beste Phase der Gäste kam direkt nach dem Seitenwechsel. Ernsthofen kam mit deutlich mehr Zug aus der Pause und verkürzte in der 54. Minute durch Clever Jerson Salas Garcia auf 2:1. Für Proleta war das genau jene Phase, in der seine Mannschaft gezeigt habe, was in ihr steckt. „Da hat die Mannschaft schon gezeigt, dass der Spielverlauf egal ist. Wenn wir uns nur aufs Kicken und auf uns als Mannschaft konzentrieren, dann sind wir auch in der Lage, einen 0:2-Rückstand aufzuholen“, sagte er. Nach seinen Worten war Ernsthofen in diesen ersten zehn bis fünfzehn Minuten nach Wiederbeginn die spielbestimmende Mannschaft und hatte das Gefühl, die Kontrolle übernehmen zu können. Umso bitterer war aus seiner Sicht, dass die Antwort von Ternberg fast sofort kam. Nur drei Minuten nach dem Anschlusstreffer stellte Matthias Zierer erneut auf 3:1. „Mit dem 3:1 genau in der Phase, wo wir gerade die Kontrolle über das Spiel übernommen haben, hat es einfach wehgetan“, erklärte Proleta. Den Schlusspunkt setzte schließlich Simon Strauss, der in der 78. Minute zum 4:1-Endstand traf.
In seiner Analyse legte Proleta den Schwerpunkt klar auf die eigene Leistung. Über weite Strecken sei seine Mannschaft nicht in die Zweikämpfe gekommen, und genau dort habe sich das Spiel für ihn entschieden. „Entscheidend war, dass wir nie in die Zweikämpfe gekommen sind. Wir waren immer genau diesen einen Schritt zu spät“, sagte der Ernsthofen-Coach. Ternberg habe das nach seiner Einschätzung einfach und direkt gelöst, „schnörkellos und zielorientiert“, vor allem mit schnellen hohen Bällen aus dem Mittelfeld nach vorne. Dass die Gastgeber daraus ihre Tore machten, während Ernsthofen ständig hinterherlief, passte für ihn ins Bild dieser Partie. Auffällig war dabei auch, dass Proleta weder den Gegner groß in den Mittelpunkt stellen noch über andere Themen sprechen wollte. „Wir sind nicht in der Phase, wo wir auf den Gegner schauen sollten“, sagte er. Und auch bei möglichen Diskussionen über Entscheidungen blieb er bei dieser Linie: „Wir schauen auf uns, wir konzentrieren uns auf uns.“
Für die kommenden Wochen ist die Botschaft des Trainers klar. Der SC Ernsthofen müsse nicht alles neu erfinden, aber wieder konsequenter zu den eigenen Stärken zurückfinden. „Es fehlen die fünf bis zehn Prozent“, sagte Proleta, und genau diese paar Prozent seien im Unterhaus oft der Unterschied, ob man ein Spiel offenhalten oder früh ins Hintertreffen geraten lässt. Er beschrieb seine Mannschaft als Team, das von Intensität lebt und an die Grenze gehen muss. „Wir sind eine Mannschaft, die braucht die Intensität. Wir müssen an die 100 Prozent gehen und auch darüber hinaus“, so der Trainer. Die kurze starke Phase nach der Pause wertete er deshalb nicht als Trost, sondern als Beleg dafür, dass mehr möglich gewesen wäre. „15 Minuten auf 90 Minuten gesehen sind einfach viel zu wenig“, sagte Proleta deutlich. Nach zwei Spielen ohne Punkte richtet sich der Blick in Ernsthofen deshalb nicht nach außen, sondern auf die eigenen Stellschrauben, an denen gedreht werden muss, „damit wir wieder in die Erfolgsspur zurückfinden“.