In der 2. Klasse Ost haben die Union PROCON Dietach Juniors am Samstagnachmittag gegen den SV Losenstein einen klaren 3:0-Heimsieg eingefahren. Für Werner Müller war vor allem die Anfangsphase ausschlaggebend: Seine Mannschaft lag zur Pause 0:2 zurück, kam nach Umstellungen zwar besser hinein, fand gegen starke Gastgeber aber keinen Weg zurück. Der Trainer sprach nach dem Spiel von einer verdienten Niederlage und sah den Knackpunkt vor allem im Kopf.

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Schon in der Anfangsphase bekam Losenstein genau das nicht auf den Platz, was sich Müller von seiner Mannschaft erwartet hatte. Dietach nutzte das eiskalt aus und ging in der 8. Minute durch Imad Baghdadi in Führung. Auch danach blieben die Gastgeber am Drücker. Müller machte aus seiner Sicht keinen Hehl daraus: "Dietach war insgesamt die überlegene Mannschaft. Sie haben die erste Halbzeit dominiert und waren fußballerisch ausgereifter als wir." In der 26. Minute legte Kevin Scherhammer das 2:0 nach, womit auch der Pausenstand feststand. Der Losenstein-Coach sagte offen, dass aus seiner Sicht sogar noch mehr möglich gewesen wäre: "Ein 0:3 oder 0:4 wäre für Dietach in dieser Phase auch möglich gewesen."
Nach dem Seitenwechsel reagierte Losenstein. Müller stellte im Defensivbereich um und verlangte von seiner Mannschaft bewusst einfacheren Fußball. "Wir haben den einfachen Fußball forciert und sind besser ins Spiel gekommen", erklärte er nach dem Schlusspfiff. Der Trainer sah seine Elf danach phasenweise auf Augenhöhe, auch wenn der Rückstand nie wirklich ins Wanken geriet. "Wir waren ebenbürtig, trotzdem sind wir 0:3 in Rückstand geraten", fasste Müller die zweite Hälfte zusammen. Der dritte Treffer fiel in der 80. Minute, als Kevin Popovici für Dietach auf 3:0 stellte. Dass seine Mannschaft nach der Pause zumindest mehr Ordnung und mehr Einsatz zeigte, wollte Müller aber festhalten: "In der zweiten Halbzeit konnte ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen." Chancen seien da gewesen, nur "die letzte Sequenz" habe gefehlt.
Am deutlichsten wurde Müller bei der Frage nach dem eigentlichen Knackpunkt. "Der Knackpunkt war ganz einfach der Kopfbereich meiner Spieler. Wir haben nicht das umgesetzt, was wir besprochen haben", sagte der Losenstein-Trainer. Gemeint war damit vor allem die erste Halbzeit, in der für ihn mehrere Dinge gleichzeitig nicht funktioniert haben. "Die Kommunikation innerhalb der Mannschaft und innerhalb der Linien hat nicht gepasst. Die Aufgaben, die wir vor dem Spiel ausgegeben haben, wurden in der ersten Halbzeit nicht eingehalten", so Müller. Dazu kamen personelle Probleme, die er nicht ausblenden wollte. "Drei Ausfälle kann man auch in dieser Klasse nicht so einfach kompensieren", erklärte er. Gleichzeitig zollte er dem Gegner Respekt und bezeichnete Dietach als clevere, junge und technisch sehr versierte Mannschaft, die auch taktisch Vorteile hatte.
Große Diskussionen um den Unparteiischen wollte Müller nach dem Spiel nicht führen. "Die Leistung von Schiedsrichter Seiser war okay." Viel wichtiger war ihm die ehrliche Einordnung der Niederlage. "Diese 0:3-Niederlage geht in Ordnung", sagte er, ohne dabei die verbesserte zweite Halbzeit seiner Mannschaft kleinzureden. Für den SV Losenstein bleibt es damit nach vier Runden bei null Punkten, während die Union Dietach Juniors mit dem vierten Sieg im vierten Spiel an der Tabellenspitze stehen. Beim Ausblick hielt sich Müller trotzdem nicht lange mit Klagen auf. Sein Schlusssatz passte zur nüchternen Analyse dieses Nachmittags: "Krönchen richten, aufstehen, weiter geht's."