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"Wir wollten die drei Punkte mehr" – SC Ernsthofen dreht Rückstand und stoppt Fehlstart

SC Ernsthofen
ASV Bewegung Steyr

In der 2. Klasse Ost hat sich der SC Ernsthofen mit 2:1 gegen den ASV Mayr Bau Bewegung Steyr durchgesetzt und damit nach zwei Niederlagen den Fehlstart abgewendet. Trainer Tomislav Proleta sah über 90 Minuten die aktivere Mannschaft und führte den Sieg vor allem auf Mentalität und Teamgeist zurück. "Unter dem Strich wollten wir die drei Punkte mehr als der Gegner", sagte er nach einem Spiel, in dem seine Elf einen Rückstand drehte.

Gelber Fußball im Tornetz

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash

Früher Rückstand, schnelle Antwort

Für Ernsthofen stand vor dem Anpfiff einiges auf dem Spiel. Nach den ersten beiden Niederlagen sollte der Start in die Saison nicht noch weiter aus dem Ruder laufen, dazu wollte die Mannschaft laut Proleta mit Leidenschaft und Engagement auftreten. Dass die Gastgeber dabei auch erstmals in neuen Dressen aufliefen, gab dem Nachmittag noch einen zusätzlichen Rahmen. "Uns war wichtig, dass wir den Fehlstart abwenden und das heutige Spiel für uns entscheiden", sagte der Trainer. Seine Mannschaft setzte das aus seiner Sicht auch gleich ordentlich um, hatte mehr vom Spiel und ein klares Chancenplus. Nur der Ertrag fehlte zunächst. In der 20. Minute geriet Ernsthofen trotzdem 0:1 in Rückstand, als Sayed Ali Javed Sadat nach einem unübersichtlichen Ball im Strafraum zur Stelle war. Proleta sprach von einem "Pingpong-Spiel in unserem Sechzehner", nach dem der Steyrer freistehend vor dem Tor auftauchte. Entscheidend war für ihn aber, dass seine Mannschaft darauf sofort die passende Antwort fand. Schon in der 25. Minute fiel das 1:1 durch Willibald Kneidinger, nachdem Ernsthofen eine Überzahlsituation sauber ausspielte. "Wir wollten uns durch nichts beirren lassen und unsere Idee weiter durchziehen", sagte Proleta.

Nach der Pause legt Ernsthofen nach

Mit dem Ausgleich war das Spiel zwar wieder offen, am Eindruck des Trainers änderte das zur Pause aber wenig. Ernsthofen blieb für ihn das aktivere Team, auch wenn es beim 1:1-Halbzeitstand noch längst nicht entschieden war. Proleta ärgerte vor allem, dass seine Mannschaft aus dem deutlichen Chancenplus nicht schon früher mehr gemacht hatte. "Wir haben es verabsäumt, das Spiel sehr früh zu entscheiden", sagte er offen. Umso wichtiger war aus seiner Sicht der Beginn der zweiten Hälfte. In der 53. Minute spielte Ernsthofen einen Angriff über die rechte Seite gut zu Ende, der Ball kam ins Zentrum und Isai Himmelbauer traf zum 2:1. Dieses Tor passte zur Einschätzung des Trainers, der eben nicht nur einen einzelnen Moment als spielentscheidend sah, sondern die gesamte Haltung seiner Mannschaft. "Es war nicht die eine Szene. Es war wirklich über neunzig Minuten das Auftreten von meinen Jungs, die alles reingeworfen haben", sagte Proleta. Gerade weil zuvor einige Chancen ungenutzt geblieben waren, gefiel ihm, dass seine Mannschaft positiv blieb und nicht zu hadern begann. "Da kann so ein Spiel auch gegen uns kippen. Aber die Jungs haben verstanden, dass sie draufbleiben und miteinander kämpfen müssen", erklärte er.

Teamgeist als Grundlage und der Blick nach vorne

Dass es am Ende trotz vieler nicht genutzter Möglichkeiten noch eng blieb, verschwieg der Trainer nicht. Gerade deshalb war er mit der Gesamtleistung zufrieden, weil seine Mannschaft in der Schlussphase auch das letzte Aufbäumen der Gäste wegverteidigte und damit die ersten Punkte der Saison ins Ziel brachte. "Die Mannschaft ist endlich wieder einmal von der ersten bis zur letzten Minute als Team aufgetreten", sagte Proleta. Besonders hob er hervor, dass sich seine Spieler "für keinen einzigen Zweikampf und für keinen einzigen Laufweg zu schade" gewesen seien. Auch mental habe ihm der Auftritt gefallen, weil der SC Ernsthofen bei sich geblieben und standhaft geblieben sei. Den Gegner wollte Proleta nach dem Schlusspfiff bewusst nicht groß einordnen. "Wir tun uns etwas Gutes, wenn wir auf uns schauen", sagte er. Für ihn lag der Unterschied klar in Einsatz und Geschlossenheit: "Wir wollten die drei Punkte mehr, wir haben mehr investiert und haben den Sieg durch Teamgeist und Mentalität geholt." Dazu passte auch seine Einordnung der Partie als klassisches 2. Klasse-Spiel mit robusten Zweikämpfen, aber ohne negative Gehässigkeiten. Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt den Ernsthofnern trotzdem nicht. Schon mit Blick auf das nächste Spiel gegen Waldneukirchen machte Proleta klar, dass derselbe Einsatz wieder nötig sein wird: "Wir müssen dafür wieder an unsere Grenzen gehen und gemeinsam alles in die Waagschale werfen."

2. Klasse Ost: Ernsthofen : Bewegung Steyr - 2:1 (1:1)

  • 53
    Isai Himmelbauer 2:1
  • 25
    Willibald Kneidinger 1:1
  • 20
    Sayed Ali Javed Sadat 0:1