In der 2. Klasse Ost hat der SC Ernsthofen gegen den SV Losenstein trotz starker Anfangsphase mit 1:2 verloren. Aus Sicht von Trainer Werner Müller lag der Unterschied in der Chancenverwertung, in einer stabilen Defensivleistung und in einem Plan, der nach schwierigen ersten Minuten immer besser aufging. So nahm der Tabellenletzte den ersten Saisonsieg mit, obwohl Ernsthofen bis tief in die Nachspielzeit hinein dranblieb.

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Der Beginn gehörte nach Müllers Schilderung ganz klar den Gastgebern. Ernsthofen sei sofort gut in die Partie gekommen und habe Losenstein in der Anfangsphase vor große Probleme gestellt. „Ernsthofen hatte gleich in der zweiten Minute eine hundertprozentige Chance, dann noch einen Stangenschuss. Nach 15 Minuten hätten wir gut und gerne 0:2 hinten sein können“, sagte der Trainer. Damit war der Ton für die Anfangsviertelstunde gesetzt: Ernsthofen spielte offensiv mutig, kam zu Möglichkeiten und hätte die Weichen früh in seine Richtung stellen können. Müller sprach dem Gegner diese starke Phase auch ausdrücklich zu. „Ernsthofen hat zu Beginn sehr guten Fußball gezeigt“, sagte er und meinte damit vor allem das Offensivspiel. Dass daraus kein Tor entstand, war für ihn einer der Schlüsselpunkte des Nachmittags. Gleichzeitig hob er hervor, dass seine Mannschaft nach diesen schwierigen Minuten nicht auseinanderfiel, sondern sich in die Partie hineinarbeitete und mit zunehmender Dauer mehr Stabilität bekam.
Diese Stabilisierung zahlte sich in der 33. Minute aus, als Benjamin Garstenauer Losenstein mit dem 0:1 in Führung brachte. Müller ordnete diese Szene klar ein: „Wir sind durch einen Elfmeter 1:0 in Führung gegangen.“ Mit diesem Vorsprung ging es auch in die Pause, und nach dem Seitenwechsel setzte Losenstein den nächsten Nadelstich. In der 53. Minute erhöhte Markus Stubauer auf 0:2, für Müller ein Treffer, der genau zum Plan seines Teams passte. „Das 2:0 ist aus einem Konter gefallen, und genau das war auch unser Spielplan, weil ich die Mannschaft aus Ernsthofen sehr gut kenne“, erklärte er. Auf der anderen Seite ließ Ernsthofen die Chance aus, selbst wieder näher heranzukommen, weil ein Elfmeter ungenutzt blieb. Gerade diese Mischung aus ausgelassenen Möglichkeiten des Gegners und konsequentem Verteidigen der Gäste stellte Müller in den Mittelpunkt seiner Analyse. „Die vergebenen Chancen von Ernsthofen und die sehr gute Defensivarbeit meiner Mannschaft waren entscheidend“, sagte er. Dazu kam für ihn eine starke Leistung von Michael Rohrweck im Tor. „Eine herausragende Torhüterleistung von Michael Rohrweck“, betonte Müller. Zwar erhöhte Ernsthofen den Druck in der Schlussphase noch einmal und kam in der Nachspielzeit durch Clever Jerson Salas Garcia zum 1:2, doch mehr ließ Losenstein nicht mehr zu.
Im Gesamtbild sah Müller einen verdienten Auswärtssieg, auch wenn er bei seiner eigenen Mannschaft noch Luft nach oben erkannte. „Meine Mannschaft hat sich nach zehn Minuten sehr gut in der Defensive präsentiert“, sagte er, und genau darauf baute für ihn alles Weitere auf. Vor allem das Umschaltspiel habe immer wieder gepasst, nur der letzte Pass sei oft nicht durchgekommen. „Die Konter wurden sehr gut gespielt, aber der letzte Pass hat gefehlt. Sonst hätten wir noch mehr Tore kreieren können“, meinte der Coach. Dass die Gäste am Ende dennoch zittern mussten, änderte an seinem Grundfazit nichts. „Der Einsatz meiner Mannschaft hat diese drei Punkte verdient“, sagte Müller. Zwei Strafstöße auf beiden Seiten bezeichnete er zwar als „etwas fragwürdig“, weiter wollte er die Leistung von Schiedsrichter Hametner aber nicht kommentieren. Eine persönliche Note bekam der Samstagnachmittag für ihn zusätzlich, weil er gebürtiger Ernsthofener ist und von „einigen Plänkeleien“ sprach, die er humorvoll aufgenommen habe. Sportlich steht damit vor allem eines über diesem 2:1: der SV Losenstein überstand den frühen Druck, setzte seine wenigen klaren Momente besser und brachte den Vorsprung mit viel Arbeit und einem starken Torhüter über die Zeit. „Mir wurde nach dem Spiel ein Foto aus der sogenannten Kreativabteilung des SC Ernsthofen gezeigt, welches mich am Boden, von Spielern aus Ernsthofen zertreten, darstellt. Dieses Bild wäre bei einer Niederlage meiner Mannschaft auf Social-Media gepostet worden. Der SVL hat die sportliche Antwort darauf gegeben“, so der Trainer.