In der 2. Klasse Ost hat die DSG Union Großraming am Sonntagnachmittag gegen den SV Reichraming einen wilden 3:2-Heimsieg geholt. Nach einem 0:2 zur Pause drehte Großraming die Partie in einer starken zweiten Halbzeit noch komplett. Trainer Franz Schachinger sprach danach von zwei völlig verschiedenen Halbzeiten und machte keinen Hehl daraus, dass ihm vor allem die erste Hälfte gar nicht gefallen hat.

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Schachinger redete nach dem Spiel nicht lange um den heißen Brei herum. „Wir haben von Beginn an schlecht in die Partie gefunden, haben schlechtes Passspiel gehabt, kein Tempo im Spielaufbau und sind zu wenig über die Seite gekommen“, sagte der Großraming-Trainer. Genau das spiegelte sich auch im Spielstand wider. Reichraming war im ersten Durchgang das klar bessere Team, nutzte die Fehler der Gastgeber und ging schon in der 9. Minute durch Daniel Kerbl mit 1:0 in Führung. Kurz vor der Pause legten die Gäste dann noch nach, als Christian Hermann Wartecker in der 44. Minute auf 2:0 stellte. Für Schachinger war diese erste Hälfte eine deutliche Angelegenheit: „Der Gegner hat uns in der ersten Halbzeit aufgezeigt, wie es funktionieren könnte. Wir haben eigentlich alles vermissen lassen.“ Viel klarer konnte der Befund nach 45 Minuten nicht ausfallen.
Nach dem Seitenwechsel kam dann genau jene Reaktion, die sich der Trainer erhofft hatte. „Wir sind richtig aus der Kabine gekommen, haben gleich Druck gemacht“, sagte Schachinger, der von einem völlig anderen Auftritt seiner Mannschaft sprach. Großraming wurde aktiver, kam laut seinem Trainer nun über rechts und links besser ins Spiel und erspielte sich endlich auch Torchancen. Das 1:2 in der 53. Minute durch Tobias Weingrill war für ihn der Wendepunkt. Schachinger schilderte diese Szene als Angriff über die Seite, bei dem sich sein Spieler stark bis knapp vor das Tor durcharbeitete und trocken abschloss. Nur sieben Minuten später fiel bereits der Ausgleich. Samuel Kopf traf in der 60. Minute zum 2:2, nachdem Großraming laut Schachinger mit einem langen Ball aus der Mitte durchkam. Dass die Gastgeber danach weiter am Drücker blieben, passte für den Trainer ins Bild dieser zweiten Hälfte: „Da haben wir den Fußball gespielt, wie wir uns das vorstellen, mit schnellem Passspiel über die Seite und auch durch die Mitte.“ Belohnt wurde dieser Aufwand in der 87. Minute, als erneut Samuel Kopf aus kurzer Distanz das 3:2 erzielte und damit die komplette Wende perfekt machte. „Das war ein richtiger Kraftakt“, sagte Schachinger nach dem Schlusspfiff.
Bei aller Freude über den Heimsieg blieb Schachinger in seiner Analyse auffallend nüchtern. Er lobte den Auftritt nach der Pause, wollte die schwachen ersten 45 Minuten aber nicht einfach mit dem Ergebnis zudecken. „Zweite Halbzeit war in Ordnung, da war ich zufrieden mit dem Spiel. Trotzdem muss man das ansprechen, weil die erste Halbzeit eigentlich gar nichts war“, sagte er. Auch dem Gegner stellte er ein gutes Zeugnis aus. Der SV Reichraming sei vor der Pause „richtig stark“ gewesen, habe Großramings Fehler prompt ausgenutzt und erst nach dem Wechsel nachgelassen, als den Gästen etwas die Kraft ausgegangen sei. Kurz sprach Schachinger auch über ein paar strittige Situationen und meinte, es hätte aus seiner Sicht ein, zwei Mal Elfmeter für seine Mannschaft geben können, stellte aber ebenso klar: „Schiedsrichter zu sein, ist nie leicht. Referee Dizdarevic hat eigentlich keine groben Fehler gemacht.“ Unter dem Strich stand für die Union Großraming damit ein Sieg, der Mut für die zweite Halbzeit macht, gleichzeitig aber auch eine klare Arbeitsaufgabe mitliefert. „Das werden wir in nächster Zeit aufarbeiten müssen“, sagte Schachinger über die schwache erste Hälfte.