Erleichterung und Selbstkritik prägten die Analyse von Moritz Huber nach dem 5:5 beim Auswärtsspiel seines Union Raiffeisen Geretsberg bei Union St. Radegund in der 2. Klasse Süd-West. „Das war das erwartete Spiel in Radegund: viele weite Bälle, viele Standards – am Ende ein gerechtes Unentschieden“, ordnete der Trainer ein. Auf dem kleinen Platz stand Intensität über Taktik: „Teilweise ja, teilweise nicht – dort geht es vor allem um Laufbereitschaft und Kampf, Taktik spielt oft nur eine Nebenrolle.“ Zugleich stellte Huber klar: Fünf Auswärtstore müssten eigentlich für drei Punkte reichen.

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Geretsberg erwischte den besseren Start und lag durch Treffer von Benjamin Sigl (1:0, 11.) und Edin Mrkonjic (2:0, 18.) früh vorne. In den ersten 20 bis 25 Minuten sah Huber sein Team mit mehr Ballbesitz und Durchschlagskraft. Danach kippte die Dynamik: Radegund kam besser in die Partie, vergab zunächst eine Großchance und drehte das Spiel noch vor der Pause. Zur Halbzeit lag Geretsberg 2:3 zurück – erzielt durch Tamas Boros (2:1, 19.), Muhamed Subasic (2:2, 35.) und Philipp Schnaitl (2:3, 45.).
Die ruhenden Bälle prägten das Geschehen – ein Eindruck, den Huber unterstrich: „Unser 2:0 war ein Standardtor durch Edin Mrkonjic, und auch der Ausgleich zum 5:5 fiel nach einem Freistoß. Standards sind in Radegund immer Top-Chancen und sehr gefährlich.“ Nach der Pause meldete sich Geretsberg stark zurück: Mrkonjic glich zum 3:3 aus (57.), Elias Handleder stellte auf 4:3 (62.). St. Radegund konterte prompt mit Tamas Boros (4:4, 66.) und Muhamed Subasic (4:5, 75.). In der Schlussphase traf Rene Kohlbacher nach einem ruhenden Ball zum 5:5 (87.).
Im Zweikampfverhalten sah Huber keine klaren Vorteile: „Das war sehr ausgeglichen.“ Sein Fazit blieb zweigeteilt – Anspruch und Anerkennung der Mentalität: „Wenn man auswärts fünf Tore schießt, darf man so ein Spiel grundsätzlich nicht unentschieden spielen; eigentlich muss man das gewinnen. Positiv waren aber Kampf, Leidenschaft und der Wille, Rückschläge wegzustecken – so haben wir uns den Punkt verdient.“ Am Ende steht ein mitreißendes 5:5, das Geretsberg trotz eigener Ansprüche mit Charakter und starker Standardpräsenz holte – in einer Partie, in der Intensität und zweite Bälle das Drehbuch schrieben.