In der 2. Klasse Süd hat sich die SPG Grünau/Pettenbach 1b beim ATSV Rüstorf souverän mit 6:2 durchgesetzt. Zur Pause stand es noch 1:1, danach zog die Mannschaft von Trainer Patrick Bammer aber klar davon. Für ihn lag der Unterschied vor allem in der zweiten Halbzeit: mehr Luft, mehr Biss und eine spielerische Überlegenheit, die sich dann auch deutlich im Ergebnis niederschlug.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Der Start gehörte den Gästen, die schon in der 3. Minute durch Niklas Nagl mit 1:0 in Führung gingen. Patrick Bammer hatte den Eindruck, dass seine Mannschaft von Beginn an die Richtung vorgegeben hat. „Wir haben das Spiel von Anfang an dominiert. Wir haben fast nichts zugelassen“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Ganz so geradlinig verlief die erste Hälfte im Ergebnis dann aber nicht, weil der Absteiger nach einer Viertelstunde durch Michael Motz zum 1:1 kam. Bammer ordnete die beiden Gegentreffer später insgesamt ein und verwies darauf, dass einer nach einem Standard gefallen sei und der andere nach einem unglücklichen Zusammenstoß mit dem Tormann. So blieb es bis zur Pause beim 1:1, obwohl der Trainer seine Mannschaft schon bis dahin als das aktivere Team gesehen hatte.
Entscheidend wurde dann die Phase nach dem Seitenwechsel. Bammer sprach dabei von einem klaren körperlichen und spielerischen Vorteil seiner Mannschaft. „Der entscheidende Moment war, dass wir in der zweiten Halbzeit noch mehr Luft hatten als der Gegner. Wir konnten spielerisch überzeugen, hatten mehr Biss und haben besser kombiniert“, sagte er. Auf dem Platz wurde das rasch sichtbar: In der 59. Minute traf Christoph Karl Klinger zum 2:1, nur zwei Minuten später legte Niklas Nagl das 3:1 nach. Damit war die Partie aus Sicht der Gäste endgültig auf Schiene. Bammer hob besonders hervor, dass das 2:1 „sehr gut herausgespielt“ gewesen sei, stellte aber auch klar, dass für ihn nicht nur dieses Tor wichtig war. „Auch das dritte, vierte, fünfte und sechste Tor waren sehr gut durchkombiniert. Das war wirklich schön zum Anschauen“, sagte der Trainer. Klinger baute die Führung in der 74. und 79. Minute weiter aus, ehe Timothy Ray Jonas Schmiedel in der 88. Minute noch einmal für ATSV Rüstorf verkürzte. Den Schlusspunkt setzte erneut Klinger mit seinem vierten Treffer in der Nachspielzeit zum 6:2.
Auch wenn sechs Tore natürlich sofort ins Auge fallen, setzte Bammer in seiner Analyse nicht nur bei der Offensive an. Für ihn beginnt die Stärke seiner Mannschaft vielmehr hinten. „Das Beste bei uns zurzeit ist unsere Defensive. Unsere vier Defensivspieler sind sehr abgezockt, lassen kaum was zu und gewinnen jeden Zweikampf“, sagte er. Gerade dieser Satz zeigt, wie der Trainer die Leistung einordnet: Die Abwehr ist für ihn derzeit „das Um und Auf“. Dazu kommt aus seiner Sicht die spielerische Qualität einer jungen Mannschaft. „Man hat gesehen, dass wir eine junge Mannschaft sind, die technisch sehr stark ist. Im Zweikampf sind wir vielleicht noch nicht so weit, aber vom Technischen und Taktischen schon sehr weit“, erklärte Bammer. Genau darin machte er auch den Unterschied in diesem Spiel fest. Dass ATSV Rüstorf zweimal traf, änderte an seiner grundsätzlichen Einschätzung nichts. Er sah seine Mannschaft über weite Strecken überlegen und sprach am Ende von einem „ganz verdienten Sieg“.
Bemerkenswert war nach dem Spiel auch, was Bammer über die Tage vor dem Anpfiff erzählte. Der Auftakt war für SPG Grünau/Pettenbach 1b nicht nur sportlich anspruchsvoll, sondern auch intern keine einfache Sache. „Diese Woche war für uns wirklich nicht leicht. Wir mussten uns von zwei Spielern aus disziplinären Gründen trennen“, sagte der Trainer. Er verschwieg nicht, dass dadurch die Stimmung innerhalb der Mannschaft gelitten habe. Gleichzeitig betonte er aber, dass der verbleibende Kader eine klare Entscheidung getroffen habe. „Die Jungen haben sich entschieden, mit uns weiterzugehen“, sagte Bammer. Vor diesem Hintergrund bekommt der klare 6:2-Erfolg noch zusätzliches Gewicht. Sportlich steht die SPG nach der ersten Runde mit drei Punkten ganz vorne, und der Auftritt in Rüstorf liefert dem Trainer gute Gründe für einen zufriedenen Blick auf den Saisonstart. Selbst die Schiedsrichterleistung wollte Bammer nicht größer machen, als sie war: „Sie könnte besser sein, aber sie war nicht spielentscheidend.“ Im Mittelpunkt stand für ihn ohnehin etwas anderes: eine Mannschaft, die nach einer schwierigen Woche auf dem Platz eine deutliche Antwort gegeben hat.