Zum Saisonauftakt der 2. Klasse Süd hat der SV JARAFLEX Aurach gegen den ATSV Timelkam einen 4:2-Heimsieg eingefahren, musste dafür aber deutlich länger arbeiten, als es Trainer Jörg Kiefer lieb war. Nach einem torlosen ersten Durchgang, vielen liegen gelassenen Chancen und zwei späten Treffern kippte die Partie erst in der Schlussphase endgültig zugunsten der Hausherren. Kiefers Kernpunkt danach: spielerisch war seine Mannschaft überlegen, im Abschluss aber lange zu ungenau.

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Was Jörg Kiefer nach dem Schlusspfiff zuerst hervorhob, war die erste Halbzeit seiner Mannschaft. „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr viele Top-Chancen liegen gelassen, weil wir im Abschluss zu unkonzentriert waren. Daran müssen wir arbeiten“, sagte der Trainer. Obwohl ATSV Timelkam bereits ab der 32. Minute nach der Roten Karte gegen Nik Laski in Unterzahl war, ging es mit 0:0 in die Pause. Für Kiefer hätte die Partie da längst eine andere Richtung nehmen müssen. „Normalerweise müssten wir zur Halbzeit schon mit mindestens zwei Toren Unterschied voranliegen“, meinte er und sprach damit genau den Punkt an, der SV JARAFLEX Aurach lange das Leben schwer machte. Weil die Gastgeber ihre Überlegenheit nicht in Tore umsetzen konnten, blieb der Gegner im Spiel und durfte weiter auf seine Chance hoffen.
Auch nach dem Seitenwechsel brauchte SV JARAFLEX Aurach Geduld. Das 1:0 durch Ogün Simsek in der 67. Minute schien endlich die verdiente Belohnung zu sein, doch Alexander Oberperfler antwortete praktisch sofort mit dem 1:1. Benedikt Urich brachte SV JARAFLEX Aurach in der 75. Minute erneut in Führung, ehe Adin Cavkusic die Partie in der 83. Minute noch einmal auf 2:2 stellte. SV JARAFLEX Aurach verpasste es in dieser Phase aber, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Kiefer blieb dennoch bei seiner Linie: „Entscheidend war, dass wir nie in Rückstand geraten sind.“ Gleichzeitig wusste er genau, womit ATSV Timelkam gefährlich werden konnte. „Der Gegner hat vorne immer wieder mit hohen Bällen gearbeitet und schnell in die Spitze gespielt. Wir wussten, dass das gefährlich werden kann“, erklärte der Trainer.
Die Entscheidung fiel dann erst ganz spät. Benedikt Urich traf in der 89. Minute zum 3:2, Christoph Riedl legte in der Nachspielzeit das 4:2 nach und stellte damit den Endstand her, den Jörg Kiefer unterm Strich als verdient einstufte. Kurz davor hatte ATSV Timelkam mit der Roten Karte gegen Jasin Isa auch den zweiten Ausschluss hinnehmen müssen, sodass SV JARAFLEX Aurach die Schlussphase mit zwei Mann mehr bestritt. „Der Unterschied lag in der Disziplin. Wenn der Gegner zwei Rote Karten kassiert und am Schluss noch zwei Tore bekommt, dann ist das meiner Meinung nach darauf zurückzuführen“, sagte Kiefer. Gleichzeitig verteilte er ein Lob an seine eigene Gruppe: „Entscheidend war die mannschaftliche Geschlossenheit, und wir sind durch die fünf Wechsel nie schlechter geworden.“ Genau dieses geschlossene Auftreten half den Gastgebern, nach zwei Ausgleichstreffern ruhig zu bleiben und doch noch alle drei Punkte in Aurach zu behalten.
Abseits der Tore blieb dem Trainer vor allem in Erinnerung, dass es die erwartete emotionale Partie war. „Es war die erwartete hitzige Partie, nicht auf dem Spielfeld, sondern eher von außen ins Spiel hineingetragen“, sagte Jörg Kiefer. Umso wichtiger war für ihn, dass Schiedsrichter Kettlgruber ruhig blieb. „Wir hatten einen ausgezeichneten Referee, der seinen Job wirklich gut gemacht hat.“ Für den SV Aurach steht damit zum Start in die neue Saison ein Heimsieg, aus dem sich zwei klare Erkenntnisse ziehen lassen: Die Mannschaft hatte mehr vom Spiel und blieb auch nach zwei Ausgleichstreffern stabil, sie weiß aber ebenso, dass der Torabschluss deutlich sauberer werden muss. Wenn Jörg Kiefers Team seine Möglichkeiten künftig früher nutzt, werden solche Tage wohl weniger nervenaufreibend enden.