In der 2. Klasse Süd hat sich die SPG Grünau/Pettenbach 1b mit 1:0 gegen die ASKÖ Raiffeisen Gosau durchgesetzt. Das Ergebnis war knapp, die Sicht von Trainer Patrick Bammer aber eindeutig. Seine Mannschaft war vor allem vor der Pause klar tonangebend, ließ viele Möglichkeiten liegen und machte es sich nach dem Seitenwechsel unnötig schwer. Am Ende blieb trotzdem ein verdienter Heimsieg, weil die SPG über weite Strecken das aktivere und bessere Team war.

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Bammer hatte nach dem Schlusspfiff vor allem die erste Halbzeit im Kopf, und seine Einschätzung fiel deutlich aus. „Die erste Halbzeit waren wir extrem überlegen. Gosau kam zu keinem einzigen Torschuss. Wir hatten sehr viele Möglichkeiten. Wir hätten viel früher das Spiel entscheiden müssen“, sagte der Trainer. Genau darin lag aus seiner Sicht auch der einzige große Makel einer ansonsten starken Anfangsphase. Seine Mannschaft hatte mehr vom Spiel, stand hinten stabil und kam immer wieder in gute Situationen, schaffte es aber lange nicht, den Aufwand auch in Tore umzumünzen. So blieb die Partie offen, obwohl die Gastgeber das Geschehen bis zur Pause klar auf ihrer Seite hatten. Erst in der 39. Minute fiel der Treffer, der an diesem Nachmittag schließlich reichen sollte. Christoph Klinger schob zum 1:0 ein und sorgte damit für die verdiente Führung, die zur Halbzeit auch auf der Anzeigetafel stand.
Für Bammer war dieser Treffer nicht nur wichtig, sondern auch sinnbildlich für das, was seine Mannschaft diesmal anders machen wollte. „Der wichtigste Moment war ganz klar das 1:0. Das war wieder sehr gut herausgespielt. Wir haben eine ganz andere Taktik gespielt als in den letzten Spielen“, erklärte er. Der Plan sei gewesen, schnell und flach nach vorne zu spielen und auf hohe Bälle weitgehend zu verzichten. Gerade in der ersten Halbzeit habe das aus seiner Sicht sehr gut funktioniert. Beim Tor wurde das nach seinen Worten sichtbar: Die Aktion sei schon hinten in der Viererkette sauber eingeleitet worden, dann sei der Ball rasch nach vorne gekommen, ehe ein tiefer Pass in die Gasse folgte. Dort war Christoph Klinger zur Stelle und, wie Bammer sagte, „hat dann das 1:0 gemacht, auch sehr überlegt eingeschoben“. Der Trainer sprach von einem Angriff, der „schön zum Zuschauen“ gewesen sei. Umso mehr störte ihn, dass diese Spielweise nicht schon früher zu einem klareren Vorsprung geführt hatte. „Das Einzige, was ich bemängeln muss, wie immer, das ist die Chancenauswertung. Da sind wir einfach katastrophal.“
So zufrieden Bammer mit den ersten 45 Minuten war, so offen sprach er auch über die Phase danach. „Zweite Halbzeit haben wir Gosau stärker gemacht“, sagte er ohne Umschweife. Aus seiner Sicht verlor seine Mannschaft nach der Pause den klaren Zugriff, der das Spiel zuvor ausgezeichnet hatte. Die Gäste kamen besser hinein und hatten laut Bammer dann auch ihre Möglichkeit. Deshalb war ihm trotz der Führung nicht wirklich wohl. „Wir haben gebettelt um das 1:1“, meinte er, und damit brachte er die Entwicklung ziemlich treffend auf den Punkt. Aus einem Spiel, das schon früher hätte entschieden sein können, wurde noch eine enge Angelegenheit. Dass Gosau in der ersten Halbzeit kaum zur Entfaltung gekommen war, führte Bammer auch auf die eigene Defensivleistung zurück. Gleichzeitig bescheinigte er den Gästen aber, dass sie „sehr klug verteidigt“ hätten und eng am Mann gestanden seien. Man habe zudem gewusst, dass auf die zwei guten Gosauer Stürmer aufzupassen sei. Eine weitere Szene wollte der Trainer noch nicht endgültig bewerten: Bei einer Aktion mit dem Gosauer Tormann sah er ein mögliches Foul an seinem Stürmer, betonte aber ausdrücklich, dass er sich das erst noch im Video ansehen müsse.
Dass es am Ende trotzdem bei null Gegentoren blieb, war für Bammer kein Zufall. Er hob nach dem Spiel besonders die Stabilität seiner Mannschaft hervor. „Unsere Abwehr ist natürlich das Herzstück. Wir stehen so extrem sicher. Die Viererkette ist das Um und Auf in unserer Mannschaft“, sagte der Trainer. Auch das Mittelfeld habe seinen Teil zu einer insgesamt ordentlichen Leistung beigetragen, doch der Grundton seiner Analyse war klar: Die SPG Grünau/Pettenbach lebt von ihrer Geschlossenheit. Genau darauf kam Bammer zum Schluss noch einmal zurück. „Was mir wie jede Woche wichtig ist, ist einfach die geschlossene Mannschaftsleistung, die wir haben“, erklärte er. Seine Mannschaft trete Woche für Woche mit jungen Spielern an, die sich beweisen wollten und charakterlich in Ordnung seien. „Da ist keiner der Superstar. Wir sind das Kollektiv“, sagte Bammer. Nach vier Runden hält Grünau/Pettenbach bei sieben Punkten und bleibt damit in der oberen Tabellenhälfte. Dieser Heimsieg war keiner zum Zurücklehnen, aber einer, der gut zu dem Bild passt, das der Trainer von seiner Mannschaft zeichnet: hinten verlässlich, als Einheit unterwegs und auch an einem Tag mit schwacher Chancenverwertung in der Lage, drei Punkte mitzunehmen.