In der 2. Klasse West-Nord haben sich die Union Peuerbach Juniors gegen den SV Schwarzmüller Freinberg lange als unangenehmer Gegner präsentiert, am Ende nahmen die Gäste aber einen 2:1-Auswärtssieg mit. Nach dem 0:1 zur Pause drehte Freinberg die Partie noch, weil nach dem Ausgleich die Laufarbeit, das Engagement und die Konsequenz über die Außenbahnen deutlich besser wurden.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Trainer Johann Haslinger hatte schon vor dem Spiel mit einer unangenehmen Aufgabe gerechnet, und genau so entwickelte sich die Partie dann auch. „Es war das erwartete schwere Spiel“, sagte der Freinberg-Coach nach dem Schlusspfiff. Aus seiner Sicht stand auf der anderen Seite eine kompakte Mannschaft, die defensiv geschlossen arbeitete und über das Mittelfeld immer wieder ihre Momente suchte. Freinberg hatte zwar, wie Haslinger es beschrieb, zwischen den beiden Strafräumen eine gewisse Feldüberlegenheit, doch genau dort blieb es im ersten Durchgang auch oft hängen. „Wir hatten zum Teil Probleme, in ihre Abwehr durchzudringen und in ihre Box zu kommen“, sagte er. Peuerbach Juniors setzte dagegen immer wieder Nadelstiche, vor allem mit weiten Bällen in die Tiefe. Einer dieser Momente führte kurz vor der Pause zum 1:0 durch Kevin Polzinger in der 43. Minute. Für Freinberg war das ein Rückschlag, aber auch ein klarer Hinweis darauf, wo man noch nachschärfen musste. Haslinger sprach davon, dass man das System noch vor der Pause anpasste, um diese Situationen im zweiten Durchgang besser in den Griff zu bekommen.
Die entscheidende Wende setzte dann bald nach Seitenwechsel ein. In der 54. Minute gelang Martin Berschl das 1:1, und genau dieses Tor stellte Haslinger klar in den Mittelpunkt seiner Analyse. „Der Ausgleich war der wichtigste Moment, weil die Mannschaft da gezeigt hat, dass sie das Spiel gewinnen will und noch einen Zahn zulegt“, sagte der Trainer. Dieser Gedanke zog sich auch durch seine gesamte Bewertung der zweiten Hälfte. Freinberg war nun laufstärker, präsenter und blieb in den Aktionen konsequenter als noch vor der Pause. Der Coach sprach sogar von einer „läuferischen Überlegenheit“, aufgrund derer der 2:1-Erfolg aus seiner Sicht verdient war. Auffällig war für ihn auch, dass seine Mannschaft weiter den Weg über die Seiten suchte. Freinberg wollte an die Außenlinie kommen und Bälle hinter die Verteidigung bringen. Haslinger betonte, dass das beim 1:1 ebenso gelang wie später beim entscheidenden 2:1. Dieses zweite Tor erzielte Sergej Tomm in der 80. Minute. Damit hatte Freinberg das Spiel endgültig auf seine Seite gezogen, nachdem der Rückstand zur Pause die Partie zunächst noch in eine andere Richtung hatte laufen lassen.
Haslinger machte nach dem Spiel kein Geheimnis daraus, dass es diesmal weniger eine Partie für spielerische Feinheiten war als eine für Einsatz und Beharrlichkeit. „Von richtig gut funktioniert zu sprechen, ist vielleicht weit hergeholt. Es war einfach das gesamte Engagement, dass man das Spiel trotzdem gewinnen will, über die Laufarbeit und über die Kampfstärke“, sagte er. Genau darin sah er den entscheidenden Unterschied, weil die spielerische Stärke am Samstagnachmittag nicht so klar durchkam, wie er sich das wohl gewünscht hätte. Gleichzeitig verteilte er auch Respekt an den Gegner. Die Union Peuerbach Juniors bezeichnete er als „junge, kompakte Einheit“, die im Ballbesitz sehr gezielt ihre Chancen suchte, vor allem über den zentralen Stürmer, und gegen den Ball stabil auftrat. Diskussionsstoff rund um den Unparteiischen gab es aus seiner Sicht nicht. „Für mich eine einwandfreie Leistung aller Parteien“, sagte Haslinger über Schiedsrichter Kabashi und seine Assistenten. Trotz des dritten Sieges im dritten Spiel sieht der Trainer also weiter Arbeit auf seine Mannschaft zukommen. Vor allem im Defensivverhalten und bei den Bällen über die Seite in die Tiefe will er in den nächsten Tagen ansetzen. In der Tabelle steht der SV Freinberg nach Runde drei mit neun Punkten dennoch ganz oben – auch weil die Mannschaft in Peuerbach nach einem schwierigen ersten Durchgang geduldig blieb und das Spiel noch drehte.