In der 2. Klasse West-Nord hat SV Schwarzmüller Freinberg am Sonntag bei der SPG Union Guschlbauer St. Willibald/Natternbach 1b einen 0:1-Rückstand in einen 3:1-Auswärtssieg gedreht. Trainer Johann Haslinger führte den Erfolg vor allem auf die Reaktion seiner Mannschaft nach der Pause zurück: mehr Druck über die Außen, mehr Zugriff auf zweite Bälle und ein Eckball zum 2:1, der das Spiel endgültig auf Freinberger Seite zog.

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Der Start verlief für Freinberg zunächst alles andere als nach Wunsch. Nach 14 Minuten brachte Lukas Dornetshuber die Gastgeber mit 1:0 in Führung, und Haslinger hatte damit früh jenes Muster vor sich, das seine Mannschaft zuletzt schon öfter begleitet hatte. "Wieder einmal sind wir 1:0 in Rückstand geraten, aber die Mannschaft hat Moral bewiesen", sagte der Trainer nach dem Spiel. Freinberg ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen, hielt dagegen und arbeitete sich Schritt für Schritt zurück. Haslinger sprach davon, dass St. Willibald/Natternbach 1b lange auf Augenhöhe war und vor allem mit weiten Bällen hinter die Abwehr immer wieder gefährlich werden konnte. Genau aus so einer Situation sei auch das erste Tor entstanden. Trotzdem blieb bei ihm das Gefühl bestehen, dass seine Mannschaft in dieser Partie noch genug in der Hand hatte. Nach 28 Minuten stellte Martin Sima auf 1:1, und für Haslinger war dieser Ausgleich nicht bloß ein einzelner Treffer, sondern "die logische Schlussfolgerung", weil Freinberg trotz des Rückschlags weiter versuchte, sich Chancen zu erarbeiten.
Mit dem 1:1 zur Pause war die Partie offen, doch aus Sicht des Freinberger Trainers verschob sich das Bild nach dem Seitenwechsel deutlich. Haslinger sagte, er habe "von Anfang an ein sehr gutes Gefühl" gehabt, dass seine Mannschaft diese Begegnung positiv beenden könne. Richtig sichtbar wurde das für ihn aber erst nach Wiederbeginn. "Wir haben die Spielweise über die Außen mehr forciert und sind hinter die Verteidigung zu unseren Chancen gekommen", erklärte er. Genau darin lag für ihn der Unterschied zur ersten Halbzeit. Freinberg erhöhte den Druck, blieb am Drücker und bekam mehr Zug in die Angriffe. Gleichzeitig hob Haslinger hervor, dass sein Team vor allem zwischen den Strafräumen mehr Spielanteile hatte. Damit war nicht gemeint, dass die Gäste alles kontrollierten, wohl aber, dass sie sich das Spiel nach und nach mehr in ihre Richtung zogen. Die Partie kippte also nicht mit einem Schlag, sondern über diese Anpassung und über das konsequentere Spiel über außen.
Entschieden war die Begegnung damit allerdings noch lange nicht, weil die Heimischen Freinberg mit ihren weiten Bällen weiterhin beschäftigten. "Der Gegner hat uns damit immer wieder in Verlegenheit gebracht", sagte Haslinger offen und vermied jede Schönfärberei. Umso wichtiger war aus seiner Sicht der Treffer zum 2:1, der erst in der Schlussphase fiel. In der 81. Minute brachte Jannik Mayer die Gäste nach einem Eckball in Führung. Genau diesen Moment stellte der Freinberg-Coach später in den Mittelpunkt seiner Analyse. "Das Ausschlaggebende war für mich das 2:1. Ab dort war die Selbstsicherheit der Mannschaft größer, und sie hat freier aufgespielt", sagte er. Diese Wirkung war für ihn sofort spürbar. Freinberg hatte nach der Führung mehr Sicherheit im eigenen Spiel und trat klarer auf als noch vor der Pause. Vier Minuten später legte Sergej Tomm das 3:1 nach und machte damit den Auswärtssieg endgültig fix. So wurde aus einem Spiel, das lange eng war, in den letzten Minuten doch noch ein verdienter Freinberger Erfolg.
Haslinger begründete den Sieg vor allem mit Eigenschaften, die in solchen Partien oft den Unterschied machen. "Unsere Lauf- und Kampfbereitschaft, die Zweikampfbereitschaft und die zweiten Bälle waren der Schlüssel zum Erfolg", sagte der Trainer. Gerade in diesen Bereichen habe seine Mannschaft nach dem Rückstand die richtige Antwort gefunden und sich so immer wieder in gute Umschaltsituationen gebracht. Ganz zufrieden klang er trotz des 3:1 aber nicht, denn für die nächsten Wochen sieht er noch klare Arbeitspunkte. "Wir brauchen mehr Stabilität in der Abwehr oder vor der Abwehr, um Angriffe vom Gegner noch abgeklärter abwehren zu können und daraus auch den Spielaufbau zu gestalten", erklärte Haslinger. Auch zur Spielleitung fand er deutliche, positive Worte. Die Partie sei zwar hart geführt gewesen, "aber nie unfair", und der Schiedsrichter habe das gemeinsam mit seinen Assistenten "sehr gut bewältigt". Unter dem Strich blieb für ihn deshalb eine klare Einordnung: Freinberg habe gegen einen Gegner auf Augenhöhe lange arbeiten müssen, sei am Ende aber verdient als Sieger vom Platz gegangen. Mit nun 12 Punkten aus fünf Runden bleibt Freinberg in der Spitzengruppe der Liga voll dabei.