In der 2. Klasse West-Nord musste sich der SV Schwarzmüller Freinberg am Sonntagnachmittag Tabellenführer Union St. Aegidi trotz 1:0-Pausenführung mit 1:2 geschlagen geben. Trainer Johann Haslinger sprach danach von einer „sehr unglücklichen Niederlage“ und meinte, dass über die gesamte Spielzeit gesehen auch eine Punkteteilung gerecht gewesen wäre.

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Haslinger hatte seine Mannschaft bewusst mutig eingestellt, und genau so trat Freinberg auch auf. Der Trainer sprach davon, dass sein Team „sehr frech“ in das Spiel gegangen sei, mit der klaren Aufgabe, den Gegner unter Druck zu setzen und ihn nicht ins Spiel kommen zu lassen. Nach seiner Einschätzung gelang das über weite Strecken der ersten Halbzeit sehr gut. Zwar gab es auf beiden Seiten Möglichkeiten, doch Freinberg war präsent, aktiv und in den entscheidenden Duellen voll da. In der 22. Minute fiel dann die Führung, als Fabian Altweger das 1:0 erzielte. Für Haslinger war das die „logische Schlussfolgerung“ aus dieser Phase, weil seine Mannschaft zuvor schon viel richtig gemacht hatte. Umso mehr störte ihn später, dass vor der Pause nicht noch das zweite Tor nachgelegt wurde. Eine gute Möglichkeit auf das 2:0 war laut Haslinger da, doch der Abschluss scheiterte am Tormann. So blieb es beim knappen Vorsprung, obwohl aus Freinberger Sicht schon in dieser Phase mehr drin gewesen wäre.
Der entscheidende Einschnitt kam für Haslinger unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Wegen einer Verletzung musste Freinberg in der Abwehr und davor umstellen, und genau in diese Phase hinein fiel das 1:1. In der 46. Minute traf Julian Osterkorn für St. Aegidi, und der Freinberger Trainer sprach von einem Weitschuss, „den man nicht immer so hinbekommt ins obere Kreuz“. Vor allem der Zeitpunkt traf seine Mannschaft hart. „Das schnelle Tor sofort nach der Halbzeit war für uns sehr schwierig“, sagte Haslinger. Er erklärte, dass sein Team danach etwa eine Viertelstunde bis zwanzig Minuten gebraucht habe, um wieder Fuß zu fassen und die Ordnung zurückzubekommen. Noch bevor Freinberg wieder völlig stabil war, legten die Gäste nach. In der 61. Minute erzielte Tomas Bednar das 1:2. Auch hier sah Haslinger den Ursprung im Mittelfeld, wo aus seiner Sicht ein Abspielfehler oder ein verlorener Zweikampf vorausging. Danach fand ein weiterer Distanzschuss den Weg ins Tor. Aus Freinberger Sicht waren genau diese beiden Momente spielentscheidend.
Trotz der Niederlage legte der Freinberger Trainer Wert darauf, seiner Mannschaft keinen Vorwurf zu machen. „Wir waren sehr engagiert, wir waren sehr frech, wir waren sehr gut ins Spiel gekommen“, hielt Haslinger fest. Deshalb wollte er das Spiel nicht einfach auf einzelne Fehler reduzieren, auch wenn die Gegentore nach seiner Darstellung aus unnötigen Ballverlusten oder verlorenen Duellen entstanden. Viel wichtiger war ihm, dass sein Team über längere Phasen die richtige Idee auf den Platz brachte. Besonders über die Seiten habe Freinberg immer wieder Räume gefunden, um hinter die Abwehr zu kommen. Genau dort sah Haslinger einen Bereich, in dem sein Team den Gegner vor Probleme stellte. „Der Gegner hat immerhin die beste Abwehr und den besten Sturm, und trotzdem ist es uns sehr gut gelungen, dass wir sie immer wieder vor große Herausforderungen gestellt haben“, sagte er. Dass aus diesem Aufwand am Ende nur ein Tor heraussprang, passte für ihn zu einem Nachmittag, an dem viel funktionierte, sich Freinberg dafür aber nicht ausreichend belohnte.
Nach dem Ausgleich habe die Union St. Aegidi laut Haslinger „Lunte gerochen“ und danach alles versucht, um noch mehr Druck aufzubauen. Der SV Freinberg schaffte es in dieser Phase nicht mehr so gut wie vor der Pause, das Spiel zu kontrollieren, stemmte sich aber weiter gegen die Niederlage. Der Trainer berichtete, dass seine Mannschaft später sogar das System völlig umstellen und die Abwehr teilweise auflösen musste, um noch zum 2:2 zu kommen. In der Schlussphase gab es dann noch einen Ausschluss gegen St. Aegidi, nachdem es laut Haslinger in einer Szene um „Torraub“ gegangen war. Darin sah er die größte verbliebene Möglichkeit auf den Ausgleich, doch genutzt werden konnte sie nicht mehr. Mit Schiedsrichter Aliu hatte der Trainer ausdrücklich kein Problem. Die Leistung des Unparteiischen sei „einwandfrei“ gewesen, das Spiel zwar hart geführt, aber fair. So blieb für Freinberg eine Niederlage, die besonders deshalb schmerzt, weil gegen den Tabellenführer nach diesem Verlauf zumindest ein Punkt in Reichweite schien.