Platz fünf in der Vorsaison, jetzt Tabellenführer ohne Niederlage – die Union Aspach/Wildenau zählt in der 2. Klasse West zu den großen Gewinnern des Herbstes. Mit 30 Punkten und nur neun Gegentoren überwintert das Team von Trainer Manfred Eder an der Spitze. Der sportliche Leiter, Stefan Reichinger, ist natürlich sehr positiv gestimmt: „Wir sind voll zufrieden. Dass es so läuft, war für uns nicht erwartbar.“
Die Stärke der Aspacher ist klar erkennbar: defensive Stabilität. Neun Gegentore in einer halben Saison sind ligaweit Bestwert und die Basis für die Tabellenführung. „Wir stehen extrem kompakt, sind sehr gut eingespielt. Das ist unsere größte Stärke“, erklärt Reichinger. Die Mannschaft agiert diszipliniert, lässt kaum Räume zu und bleibt auch in engen Spielen stabil. Bemerkenswert: Aspach/Wildenau blieb im Herbst ungeschlagen. Viele Partien wurden mit einem Tor Unterschied entschieden – ein Zeichen für Reife und mannschaftliche Geschlossenheit.
So beeindruckend die Defensivbilanz ist, so vergleichsweise nüchtern fällt die Analyse im Angriff aus. Mit 21 erzielten Treffern stellt man für einen Tabellenführer keinen überragenden Wert. Top-Torschütze ist Alexander Hittmair mit sieben Toren. „Wir sind schon der Meinung, dass wir die Torausbeute erhöhen müssen, wenn bis zum Schluss um den Aufstieg mitreden wollen“, sagt Reichinger. „Dass man eine ganze Saison lang immer nur mit einem Tor Unterschied gewinnt, ist schwer durchzuziehen.“ Genau hier setzte der Verein im Winter an.
Mit Peter Ürmös kehrt ein alter Bekannter zurück. Der Offensivspieler war bereits vor zwei Jahren in Aspach aktiv und soll zusätzliche Variabilität bringen. „Er war schon einmal bei uns. Wir sind sicher, dass er uns vorne noch gefährlicher macht“, so Reichinger. Ob als zentraler Stürmer oder flexibel eingesetzt – Ürmös erweitert die Möglichkeiten im letzten Drittel. Zudem rücken zwei junge Spieler aus dem Nachwuchs näher an die Kampfmannschaft heran. Gerade im Trainingslager bietet sich die Gelegenheit, sie schneller zu integrieren.
Die Zielsetzung bleibt bewusst zurückhaltend formuliert. „Natürlich, wenn man einmal oben steht, möchte man so lange wie möglich mitreden“, sagt Reichinger.
Intern sei das Ziel gewesen, unter die ersten drei oder vier zu kommen. Dass man nun an der Spitze steht, nehme man gerne mit – ohne die Realität aus den Augen zu verlieren.
Im ersten Testspiel setzte es einen klaren 5:1-Erfolg gegen St. Pantaleon. Gegen die SPG Munderfing/Pfaffstätt setzte es dagegen eine 1:6-Niederlage. Reichinger relativiert: „Die ersten Testspiele bewerte ich nicht über. Man weiß nie genau, wie der Gegner aufgestellt war.“ Wichtiger seien die Inhalte und die Weiterentwicklung im Offensivspiel.
Vom 4. bis 9. März geht es nach Poreč ins Trainingslager. Mit 32 Spielern und neun Betreuern reist ein großer Tross an die Adria. „Das ist wichtig für die Gemeinschaft. Gerade mit den Jungen, die dazukommen.“ Die Stimmung ist naturgemäß gut. „Wir hoffen, dass wir uns als Gruppe noch einmal weiterentwickeln.“