Mit Peter Halada übernahm diese Woche ein alter Bekannter das Kommando beim SV Zebau Bad Ischl, nachdem Andreas Aster nach der vierten Pleite in Serie als Chefcoach zurückgetreten war. Dem neuen Übungsleiter stand zum Einstand gleich eine richtige Mammutaufgabe bevor, empfingen die Kurstädter am Samstagnachmittag doch keinen geringeren als den Tabellenführer der LT1 OÖ-Liga, den SK BMD Vorwärts Steyr. Mit einer beeindruckenden Willensleistung rang man den Spitzenreiter jedoch mit 3:2 überraschend nieder und bescherte so dem Neo-Coach einen Einstand nach Maß.
Vor einer tollen Kulisse von rund 600 Zuschauern erlebte der SKV einen wahren Horrorstart: Keine zwei Minuten waren verstrichen, als die Hausherren nach hohem Ballgewinn blitzschnell umschalteten und durch Oleksandr Lovyniuk schlagartig auf 1:0 stellten. Besonders bitter für die Ari-Truppe: Defensivakteur Stefan Goldnagl verletzte sich bei jener Aktion am Kopf und musste nach fünfzehnminütiger Verletzungspause mit der Rettung vom Feld gebracht werden. Ein Schock für den Tabellenführer, den man, so viel sei an dieser Stelle verraten, im ersten Durchgang auch nicht mehr verarbeiten sollte. Denn auch im Anschluss waren es die Ischler, die die deutlich wachere, spritzigere und geradlinigere Mannschaft waren und dem deutlich besser klassierten Kontrahenten schlichtweg die Schneid abkaufte. So stellte Lovyniuk nach einer herausragenden Aktion über die linke Seite nach 45 Minuten auf 2:0, ehe in der Nachspielzeit Samuel Budinsky eine Flanke staubtrocken über die Linie drückte und damit für eine mehr als deutliche Pausenführung für die Halada-Truppe sorgte.
Auch nach dem Seitenwechsel dauerte es zunächst gute zwanzig Minuten, ehe die Gäste durch einen verwandelten Handelfmeter von Davor Brajkovic das erste Lebenszeichen abgaben und folglich wieder etwas Spannung aufkam. Und dennoch taten sich die Steyrer auch im Anschluss schwer, an diesem Nachmittag ihr gewohntes Leistungspensum abzurufen – schlichtweg zu wenig Nachdruck und Geradlinigkeit brachte die Ari-Truppe über weite Strecken ins eigene Offensivspiel, um den Gastgeber entscheidend in Verlegenheit zu bringen. Auf der Gegenseite setzten die Kurstädter immer wieder geschickt offensive Nadelstiche und scheiterten nach einem Aluminiumtreffer nur denkbar knapp an der Vorentscheidung. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß auf der linken Seite verkürzte der SKV schließlich aber doch noch in Person von Milan Jurdik auf 3:2 und schenkte damit den mitgereisten Anhängern wieder neue Hoffnung. Am Ende war der SV Bad Ischl dem 4:2, allen voran durch Rudolf Durkovic, allerdings deutlich näher als die Gäste dem Ausgleich und so brachten die Halada-Schützlinge den knappen Vorsprung letztlich verdient über die Zeit – ein brutal wichtiges Statement im Abstiegskampf.
Taner Ari (Trainer SK Vorwärts Steyr):
„Das Spiel hat natürlich für uns sehr unglücklich begonnen. Die Verletzung von Stefan haben die Spieler dann nicht gut verkraftet. Wir hätten zur Pause durchaus höher in Rückstand sein können. Die Reaktion in der zweiten Halbzeit war dann okay. Bad Ischl hat sich den Sieg aber verdient.“
Der Beste: Oleksandr Lovyniuk (LMF/RMF, SV Bad Ischl)