Spielberichte

Union Lohnsburg belohnt sich in Minute 94: "Die Moral war top, dieser Punkt fühlt sich wie ein Sieg an"

Union Lohnsburg
St. Johann/Walde

In einem Derby der 2. Klasse West hat sich der FußballClub Union Lohnsburg gegen die Union St. Johann/Walde mit einem 1:1-Remis spät belohnt. Die Gäste gingen in der 85. Minute durch Jonas Salhofer in Führung, ehe Lukas Salhofer in der Nachspielzeit ausglich. Für Sportchef Tobias Streif war der Punkt zwar "wirklich sehr glücklich", wegen des großen Einsatzes aber trotzdem enorm wertvoll: "Die Moral war top, dieser Punkt fühlt sich für uns wie ein Sieg an."

Rote Schalensitze einer Fußballtribüne

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

St. Johann hatte mehr vom Spiel, Lohnsburg setzte Nadelstiche

Streif erlebte ein Derby, das von Anfang an mit viel Tempo geführt wurde und in dem viele Zweikämpfe zu sehen waren. "Es war ein Derby mit hohem Tempo, mit vielen Zweikämpfen, die fair geführt wurden", sagte der sportliche Leiter, der auch die Leitung des Unparteiischen ausdrücklich als ordentlich einstufte. Spielerisch waren nach seiner Einschätzung zunächst die Gäste etwas weiter vorne. "In der ersten Halbzeit war St. Johann spielerisch eher am Drücker", so Streif. Lohnsburg blieb aber nicht ohne Antworten. Über Konter und hohe Balleroberungen kam die Heimelf immer wieder in Situationen, in denen etwas hätte aufgehen können. Die beste davon hatte Sebastian Machl, der seinem Gegenspieler den Ball abnahm und danach allein auf den Tormann zulief. Der Abschluss wurde jedoch noch mit dem Fuß pariert. St. Johann wiederum suchte sein Glück immer wieder mit Diagonalbällen und Zuspielen in die Tiefe, ohne daraus zunächst den entscheidenden Treffer zu machen. Kurz vor der Pause bot sich den Gästen nach einer Flanke auf die zweite Stange noch eine große Möglichkeit, doch auch diese blieb ungenutzt. So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen.

Führung lag in der Luft, Ausgleich kam ganz spät

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich aus Lohnsburger Sicht zunächst wenig. St. Johann blieb das aktivere Team, hatte mehr Ball und drückte die Gastgeber mit Fortdauer der Partie immer tiefer in die eigene Hälfte. Streif beschrieb diese Phase sehr klar: "Mit Fortdauer des Spiels hat St. Johann immer mehr das Kommando übernommen und uns ziemlich reingedrückt." Lohnsburg verteidigte sich lange mit viel Einsatz und einem starken Rückhalt im Tor. Vor allem Maximilian Gadermayr hielt seine Mannschaft mit mehreren Paraden im Spiel. "Er hat sich heute sehr, sehr gut gezeigt", sagte Streif über seinen Tormann. In der 85. Minute war aber auch er geschlagen, als Jonas Salhofer das 0:1 für die Gäste erzielte. Dass sich die Führung abgezeichnet hatte, machte Streif keinen Hehl daraus. Trotzdem gab sich Lohnsburg nicht auf. In der 94. Minute kamen die Gastgeber noch einmal nach vorne, holten auf der rechten Seite einen Freistoß heraus und bekamen damit ihre letzte Chance. Lukas Salhofer trat den Ball von rechts vors Tor und versenkte ihn zum 1:1 ins lange Eck. Für Streif war das ein "Lucky Punch", der vom Spielverlauf her glücklich war, aber wegen des Einsatzes seiner Mannschaft eben doch nicht unverdient wirkte.

Hinten stabil, vorne fehlte der Zug

In seiner Analyse hob Streif vor allem die Defensivarbeit der Lohnsburger hervor. "Wir haben hinten super gestanden", sagte er und sprach dabei nicht nur von der gesamten Viererkette, sondern auch ganz konkret von den jungen Außenverteidigern Noah Weninger-Kammerer und Manuel Grüll, die ihre Aufgabe aus seiner Sicht sehr gut gelöst hätten. Dazu kamen stabile Innenverteidiger und eben ein Tormann, der in den heiklen Phasen da war. Genau dort lag auch die Grundlage dafür, dass Lohnsburg bis tief in die Schlussphase im Spiel blieb. Gleichzeitig sprach Streif aber auch sehr offen an, warum es lange nur ein Abwehrkampf blieb. "Nach vorne ist es noch ausbaufähig", sagte er unumwunden. Seine Mannschaft habe über weite Strecken zu viel verwaltet, zu wenig Strafraumbesetzung gehabt und die Bälle vorne vor allem in der zweiten Halbzeit kaum mehr festmachen können. "Wir haben die Bälle nicht mehr gut sichern können vorne und der Ball ist sofort zurückgekommen", erklärte Streif. Dass die Trainer vor dem Spiel großen Wert darauf gelegt hatten, zunächst einmal defensiv stabil zu stehen, spielte dabei ebenfalls hinein. Die Null sollte möglichst lange halten, offensiv blieb dadurch aber zu wenig Nachdruck.

Ein Punkt, der nach der ersten Enttäuschung gut tut

Zum Derby gehörte für Streif nicht nur der späte Treffer, sondern auch der Rahmen. Rund 150 Zuschauer sorgten laut seiner Schilderung für eine richtig gute Unterhauskulisse, und gerade nach dem 0:1 sowie beim Ausgleich in der Nachspielzeit war die Stimmung entsprechend groß. Dazu passte für ihn, dass die Partie trotz vieler harter Duelle im Rahmen blieb. "Aus meiner Sicht wurde das Spiel gut geleitet", sagte Streif und sah auch in den diskutierbaren Strafraumszenen auf beiden Seiten keine klare Fehlentscheidung. Noch wichtiger als die Begleitumstände war für die Union Lohnsburg aber die Wirkung dieses Ergebnisses. Nach der Niederlage in der ersten Runde sei die Moral schon angekratzt gewesen, deshalb habe sich dieser Punkt besonders wichtig angefühlt. "Ich gönne es den Jungs absolut, dass sie es noch geschafft haben", betonte Streif. Er verwies zudem auf eine starke Trainingsbeteiligung und viel Einsatz unter der Woche. Der späte Ausgleich sei deshalb auch eine Belohnung für die Arbeit gewesen. Nächste Woche geht es für Lohnsburg auswärts gegen Polling, und genau diesen Schwung will Streif nun mitnehmen: "Das gibt Mut für die nächsten Wochen."

2. Klasse West: Lohnsburg : St. Johann/W. - 1:1 (0:0)

  • 94
    Lukas Salhofer 1:1
  • 85
    Jonas Salhofer 0:1