In der 2. Klasse West hat sich der SV Schildorn im Derby gegen die FußballClub Union Lohnsburg mit 2:1 durchgesetzt. Nach einer aus Sicht von Trainer Sebastian Alexander Strasser starken ersten Hälfte brachte Martin Stockinger die Gastgeber vor der Pause in Führung. Lukas Salhofer glich nach dem Seitenwechsel aus, ehe Marcel Rescheneder in der 87. Minute den späten Heimsieg fixierte.

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Aus Sicht von Strasser legte seine Mannschaft genau so los, wie er sich das vorgestellt hatte. "Die erste Halbzeit waren wir klar überlegen, spielerisch und sehr druckvoll", sagte der Schildorn-Coach nach dem Derby. Seine Elf habe viele Abläufe, die sie regelmäßig auf den Platz bringen wolle, auch diesmal sauber umgesetzt und sich dadurch mehrere gute Möglichkeiten erarbeitet. Der Trainer sprach sogar davon, dass es zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon deutlicher hätte stehen müssen: "Ich glaube, es hätte mindestens 2:0, vielleicht sogar 3:0 stehen müssen." Dass es zur Pause dennoch nur 1:0 hieß, änderte für ihn nichts am Eindruck. Martin Stockinger sorgte in der 39. Minute für die Führung, nachdem der Treffer laut Strasser aus einem Angriff über links mit einem guten Ball in die Mitte entstanden war. Dazu kam, dass Schildorn den Gegner vor der Pause kaum ins Spiel kommen ließ. "Wir waren sehr aggressiv, giftig und entschlossen", fasste es der Trainer zusammen.
Mit dem Seitenwechsel veränderte sich die Partie dann deutlich. Strasser hatte erwartet, dass Lohnsburg mehr riskieren würde, und genau das trat auch ein. "Die zweite Halbzeit war dann ein bisschen ein anderes Spiel", sagte er. Die Gäste pressten höher, Schildorn wollte im Spielaufbau nicht mehr ganz so viel Risiko nehmen, und dadurch verlor die Begegnung etwas von der spielerischen Klarheit aus dem ersten Durchgang. In der 65. Minute nutzte Lohnsburg eine seiner Situationen zum 1:1 durch Lukas Salhofer. Danach entwickelte sich ein Derby, wie man es aus dieser Klasse kennt: viel Zweikampf, wenig Raum und ein harter Kampf um das Mittelfeld. Strasser beschrieb diese Phase passend als "richtiges Derby" und als "Abnützungskampf", in dem sich beide Mannschaften nur noch selten klare Torchancen herausspielen konnten. Gerade deshalb bekam die Schlussphase ein besonderes Gewicht, weil jeder kleine Vorteil sofort entscheidend werden konnte.
Die Entscheidung fiel dann spät, aber aus Schildorner Sicht genau im richtigen Moment. In der 87. Minute traf Marcel Rescheneder zum 2:1 und sorgte damit für den späten Derbyjubel. Strasser machte kein Geheimnis daraus, dass dieser Treffer in dieser Phase natürlich ein Wirkungstreffer war. "Wenn du kurz vor Schluss das 2:1 machst, ist das ein Lucky Punch", sagte er offen. Den Angriff zum Siegtor beschrieb der Trainer ebenfalls konkret: Samuel Hangler brachte von links eine "super Flanke" auf die zweite Stange in den Strafraum, dort wurde der Ball entschlossen im Tor untergebracht. Besonders gefreut hat Strasser, dass ausgerechnet Samuel Hangler und Rescheneder an diesem Treffer entscheidend beteiligt waren. "Das freut mich besonders für die beiden, weil sie letzte Woche nicht in der Startelf waren und sich heute belohnt haben", sagte er. Für Schildorn war das in einer zähen zweiten Hälfte genau die Aktion, die den Unterschied ausmachte.
Strasser leitete den Sieg vor allem aus der Gesamtleistung seiner Mannschaft ab und nicht nur aus dem späten Treffer. Er sah sein Team spielerisch klar besser, vor allem deshalb, weil Schildorn gegen den dichten Block des Gegners immer wieder Lösungen fand und die eigenen Vorhaben auf den Platz brachte. "Wir haben kaum Umschaltsituationen vom Gegner und sehr wenig Standardsituationen zugelassen", erklärte der Trainer und bescheinigte seiner Mannschaft, den Matchplan "top umgesetzt" zu haben. Dazu kam aus seiner Sicht ein weiterer wichtiger Punkt: Mehrere Stammkräfte fehlten, trotzdem blieb Schildorn geschlossen und stabil. "Wie wir das als Mannschaft abgefangen haben, da ziehe ich den Hut", sagte Strasser. Auch wenn er die eine oder andere kleine Szene anders gesehen hätte, sprach er dem Schiedsrichter insgesamt eine ordentliche Leistung zu. Unter dem Strich blieb für ihn vor allem eines stehen: "In Summe ein Top-Spiel meiner Mannschaft, deswegen bin ich extrem stolz." Mit dem 2:1 hält Schildorn nach acht Spielen bei 22 Punkten und bleibt damit an der Spitze der 2. Klasse West.