In der 2. Klasse West hat FußballClub Union Lohnsburg dem ATSV Kohlgrube/Wolfsegg lange alles abverlangt, am Ende nahmen die Gäste aber einen 2:1-Auswärtssieg mit. Nach torloser erster Hälfte und dem Rückstand blieb der ATSV dran, glich durch Deniz Odabas aus und schlug in der Nachspielzeit durch Daniel Purrer noch einmal zu. Trainer Michael Kinberger sprach danach von einem „Sieg der Willensstärke“.

Foto von Abigail Keenan auf Unsplash
Dass es für die Gäste kein angenehmer Nachmittag werden würde, war für Kinberger früh zu sehen. Der Trainer sprach von einem „erwartet schweren Auswärtsspiel in Lohnsburg“ und erklärte auch, warum seine Mannschaft nur schwer in den Rhythmus kam. Lohnsburg machte die Räume eng, schaltete immer wieder schnell um und setzte den ATSV mit aggressiver Spielweise unter Druck. Dazu kamen laut Kinberger gute Standards der Hausherren, bei denen seine Mannschaft immer wieder vor Problemen stand. So entwickelte sich eine Partie, in der Kohlgrube/Wolfsegg zwar arbeitete und dagegenhielt, spielerisch aber nicht an den eigenen Anspruch herankam. „Das Passspiel war nicht so gut, wir waren ungenau und in gewissen Situationen nicht präzise genug“, sagte Kinberger. Dazu ließ seine Mannschaft nach seiner Einschätzung auch „zwei, drei gute Chancen“ liegen. Das 0:0 zur Pause passte deshalb gut zum Verlauf einer ersten Hälfte, in der viel Einsatz gefragt war, aber wenig leicht ging.
Direkt nach der Pause bekam das Spiel dann eine klare Wendung. In der 51. Minute ging Lohnsburg durch Sandro Wienroither mit 1:0 in Führung. Aus Sicht des ATSV war das Gegentor ärgerlich, weil die Szene nach Kinbergers Eindruck unglücklich verteidigt wurde. Entscheidend war für ihn aber, dass seine Mannschaft trotz des Rückschlags nicht auseinanderfiel. „Wir haben dran geglaubt, wir haben dran gearbeitet“, sagte der Trainer und genau so entwickelte sich die Partie danach auch weiter. Kohlgrube/Wolfsegg blieb im Spiel und suchte weiter nach dem Ausgleich. In der 68. Minute fiel er dann: Deniz Odabas traf zum 1:1. Damit war die Begegnung wieder völlig offen, und aus Sicht der Gäste begann nun die Phase, in der der Glaube an die Wende immer stärker wurde.
Kinberger sah den eigentlichen Unterschied zwischen den beiden Mannschaften nicht in einem einzelnen Moment, sondern in der Art, wie seine Elf bis zum Schluss dranblieb. „Der entscheidende Moment war eigentlich die ganze Zeit. Es war eine reine Kopfsache, dass wir bis zum Schluss dran geglaubt haben, dass das Tor noch fällt“, sagte er. Nach seiner Einschätzung konnte Lohnsburg läuferisch in den ersten 60 bis 70 Minuten gut mithalten, zog sich danach aber immer weiter zurück und überließ den Gästen große Teile des Feldes. „Ab der sechzigsten, siebzigsten Minute sind sie sehr defensiv geworden und haben uns eigentlich drei Viertel vom Spielfeld überlassen“, meinte Kinberger. Kohlgrube/Wolfsegg blieb dadurch am Drücker und wurde in der Nachspielzeit belohnt. Daniel Purrer traf in der 92. Minute zum 2:1. Laut Kinberger passte dieser Abschluss „genau“, dem Tormann war dabei zudem etwas die Sicht genommen.
Für den ATSV war es damit kein glanzvoller, aber ein umso wertvollerer Auswärtssieg. Kinberger hob nach dem Schlusspfiff vor allem den Zusammenhalt, den Einsatz und die läuferische Leistung seiner Mannschaft hervor. Gerade an einem Tag, an dem nicht alles sauber lief, seien diese Punkte entscheidend gewesen. „Am Ende war das einfach ein Sieg der Willensstärke“, sagte der Trainer, und dieser Satz fasst den Nachmittag gut zusammen. Gleichzeitig machte er keinen Hehl daraus, dass spielerisch Luft nach oben bleibt. Das Passspiel sei schwach gewesen, einige Entscheidungen seien nicht gut gewesen und vor dem Tor habe man auch nicht alles genutzt. Umso höher war dieser späte Treffer zum 2:1 aus seiner Sicht einzuschätzen. Für Kohlgrube/Wolfsegg bedeutet der Erfolg, dass der ATSV nach zwölf Runden weiter ganz vorne in der Tabelle der 2. Klasse West steht. Und genau solche Spiele sind es oft, die im Frühjahr noch einmal besonders viel wert sein können.