Für Philipp Aigner, Trainer des SV HOLZMANN Haslach, stand nach dem Auswärtsspiel in der Bezirksliga Nord bei der DSG Union Metallbau Blauensteiner Naarn vor allem die Art und Weise im Fokus. Er sah ein über weite Strecken ausgeglichenes, defensiv geprägtes Duell mit wenigen klaren Möglichkeiten und haderte mit einigen aus seiner Sicht spielentscheidenden Szenen. Die 0:2-Niederlage akzeptierte er sportlich, betonte jedoch, ein Remis wäre verdient gewesen. Aigner verwies auf schwierige Platzbedingungen und eine körperlich intensive Partie. Trotz der Pleite überwiegt bei ihm der konstruktive Blick nach vorn. Den Fokus für das anstehende Heimspiel legt er klar auf die eigenen Stärken.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Aigner schilderte einen offenen Schlagabtausch mit wenigen Großchancen auf beiden Seiten: „Torchancen waren in dieser Partie allgemein Mangelware.“ Haslach geriet in der ersten Hälfte mit der ersten Möglichkeit der Gastgeber 0:1 in Rückstand (Torschütze: Julian Kollingbaum). Vor der Pause bot sich nach einer Ecke eine große Ausgleichschance, zudem sah Aigner einen im Strafraum der Naarner ausgebliebenen Elfmeterpfiff. Nach der Pause war Haslach am Drücker, ehe Naarn „aus dem Nichts“ per Traumtor auf 0:2 stellte (Torschütze: David Klem) – für Aigner der Moment, in dem die Partie um die 68. Minute herum entschieden war. Besonders hakte er an drei strittigen Szenen: einem nicht gegebenen Strafstoß in der 1. Halbzeit, einem vermeintlich hinter der Linie befindlichen Ball um die 60. Minute, der nach Beratung doch kein Tor wurde, sowie einer Situation in der 65. Minute, in der er aufgrund wiederholten Foulspiels eine Gelb-Rote Karte für Naarn erwartet hatte.
„Die Intensität war hoch – es war ein Spitzenspiel, Erster gegen Dritter.“ Die Platzverhältnisse seien der Jahreszeit entsprechend schwierig gewesen, was das Spiel körperlicher und direkter machte – mit vielen langen Bällen und zahlreichen Fouls des Gegners aus Haslacher Sicht. Bei ruhenden Bällen lag beidseitig viel Gefahr in der Luft: „Wir haben die Standardsituationen von Naarn gut verteidigt; insgesamt waren Standards auf beiden Seiten die besten Chancen.“ Inhaltlich sah Aigner ein wechselndes Kräfteverhältnis: Zu Beginn habe Naarn mehr Ballbesitz gehabt und war zwingender, nach der Pause fand Haslach durch Umstellungen und den Rückstand bedingt deutlich besser ins Spiel.
Personell musste Haslach Ausfälle verkraften, was dem Trainer zusätzliche Zuversicht für die nächsten Aufgaben gibt. Er hob die Rolle der Einwechselspieler und Talente hervor: „Heute hat ein 15-Jähriger in der Kampfmannschaft sein Pflichtspieldebüt gegeben – ein starkes Zeichen für die sehr gute Nachwuchsarbeit im Verein.“ Den kommenden Gegner stuft Aigner mit neuem Trainer und 2 neuen Legionären als schwer einzuschätzen ein, will aber den Fokus klar auf die eigene Entwicklung legen: „Nach einer sehr guten Vorbereitung im Winter sind wir bereit und wollen nächsten Samstag den ersten Heimsieg holen.“ Zum Abschluss zeigte er sportliche Größe: Er gratulierte Naarn zum Sieg und zur allgemein verdienten Tabellenführung. Die Spitze der Liga bleibt trotzdem spannend, da sich der Verfolger St. Oswald/Fr. verstärkt hat und von außen beurteilt aufsteigen möchte.