Spielberichte

„Mit dem 3:0 wäre das Spiel entschieden gewesen“ – Union Oberneukirchen gibt in Julbach 2:0-Führung her

Union Julbach
Oberneukirchen

In der Bezirksliga Nord führte die Union Oberneukirchen bei der Union Thaller Fassaden Julbach schon mit 2:0 und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Das 2:3 aus Sicht der Gäste war für Trainer Gerhard Meindl "sehr bitter", weil seine Mannschaft die Partie lange kontrollierte, nach gut einer Stunde aber den Zugriff verlor und die Wende in der Nachspielzeit nicht verhindern konnte.

Torwart in grüner Dress hockend

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Oberneukirchen hat Spiel früh in der Hand

Aus Sicht von Gerhard Meindl begann die Partie genau so, wie sich Oberneukirchen das vorgestellt hatte. "Wir haben das Spiel von Anfang an in die Hand genommen. Wir waren sicherer, präsenter und haben den Ball gut laufen lassen", sagte der Trainer. Diese Überlegenheit spiegelte sich auch rasch im Ergebnis wider. In der 8. Minute brachte Jürgen Danner die Gäste mit 1:0 in Führung, und auch danach blieb Oberneukirchen das aktivere Team. Das 2:0 durch Stefan Burgstaller in der 33. Minute war für Meindl sogar "eine sehr schön herausgespielte Aktion". Er schilderte den Angriff so, dass Thomas Pammer auf Philipp Maureder weiterleitete, dessen Hereingabe Tobias Wollendorfer noch querlegte, ehe Burgstaller souverän abschloss. Bis zur Pause sprach Meindl von einer klaren Sache: "Julbach hat eigentlich keine Torchance gehabt." Oberneukirchen stand hinten sehr gut.

Der verpasste dritte Treffer verändert die Partie

Auch nach dem Seitenwechsel sah Meindl seine Mannschaft zunächst noch im Soll. "In der Pause haben wir uns vorgenommen, wir spielen genauso weiter und verändern nichts. Bis zur sechzigsten Minute ist das auch in Ordnung gegangen", sagte er. Dann aber kippte das Spiel Stück für Stück. Julbach kam nach seiner Einschätzung "wesentlich stärker aus der Kabine", vor allem kämpferisch. Genau darin sah er später auch den Knackpunkt: "Julbach war aggressiver und hat gewusst, wenn sie jetzt nicht Gas geben, dann verlieren sie." Dazu kam, dass Oberneukirchen die große Chance auf das 3:0 nicht nutzte. Meindl sprach von einem Kopfball, den er schon im Tor gesehen hatte, den der Julbacher Schlussmann aber noch stark herausgeholt habe. Eine weitere Möglichkeit per Kopf blieb ebenfalls ungenützt. "Wenn wir dort das 3:0 machen, ist das Spiel entschieden", sagte der Trainer. Stattdessen wurde Julbach bei Kontern und Standards gefährlicher, und genau daraus fiel in der 67. Minute der Anschlusstreffer, als ein Eckball über das Eigentor von Timo Ruckendorfer zum 1:2 führte.

Aus eigenem Eckball ins Eigentor, dann trifft Thaller ganz spät

Mit dem 1:2 war das Spiel plötzlich offen, obwohl Oberneukirchen davor lange das Geschehen bestimmt hatte. Richtig weh tat den Gästen dann die Szene zum 2:2 in der 75. Minute. Meindl beschrieb sie als doppelt unglücklich, weil der Ausgangspunkt ein eigener Eckball war. Der Ball wurde abgewehrt, Julbach schaltete um, brachte die Hereingabe scharf zur Mitte und am Ende landete der Ball über das Eigentor von Gregor Hauzenberger im Netz. Für den Oberneukirchner Trainer war klar, dass diese Situation "von vorne her schon gar nicht entstehen" dürfe. Danach sah er zwar auf beiden Seiten nicht mehr viele klare Aktionen aus dem Spiel heraus, doch bei Standards blieb es brenzlig. "Die Eckbälle waren immer gefährlich", sagte Meindl. In der Nachspielzeit kam dann noch ein weiterer Corner auf sein Team zu. Nach einem vorherigen Eigenfehler, den er ausdrücklich ansprach, konnte Oberneukirchen die Szene nicht sauber klären. Kevin Thaller stand schließlich frei und köpfte in der 90.+4. Minute zum 3:2 für Julbach ein. Viel bitterer hätte das Ende aus Sicht der Gäste kaum laufen können, zumal danach praktisch sofort Schluss war.

„Nur mehr weite Bälle“ – jetzt wartet schon Lasberg

So deutlich die Enttäuschung bei Meindl nach dem Schlusspfiff war, so klar fiel auch seine Einordnung aus. Über weite Strecken habe bei seiner Mannschaft vieles gepasst, "aber aufgrund der zweiten Halbzeit bin ich nicht mehr zufrieden". Vor allem der fehlende Zugriff störte ihn. "Wir haben keine Kontrolle mehr nach vorne gehabt, nur mehr weite Bälle, nichts Kontrolliertes mehr", sagte der Trainer. Dass die Union Julbach die Partie noch drehte, erklärte er daher weniger mit spielerischer Klasse als mit dem Auftreten nach der Pause: "Über den Kampf haben sie zum Spiel gefunden." Sogar das Endergebnis ordnete er nüchtern ein: "Der Sieg ist nicht komplett unverdient aufgrund der kämpferischen Leistung von Julbach in der zweiten Halbzeit." Mit Schiedsrichter Schüttengruber wollte Meindl die Niederlage ausdrücklich nicht erklären. "Das war überhaupt nicht entscheidend", sagte er. Vielmehr gehe es nun darum, die Partie intern aufzuarbeiten. "Wir werden das im Training ansprechen und dann nach vorne schauen. Nächste Woche kommt Lasberg, und da müssen wir es besser machen."

Bezirksliga Nord: Julbach : Oberneukirchen - 3:2 (0:2)

  • 94
    Kevin Thaller 3:2
  • 75
    Eigentor durch Gregor Leo Hauzenberger 2:2
  • 67
    Eigentor durch Timo Ruckendorfer 1:2
  • 33
    Stefan Burgstaller 0:2
  • 8
    Jürgen Danner 0:1