In der Bezirksliga Nord hat die Union Wippro Vorderweißenbach gegen die Union Thaller Fassaden Julbach trotz früher Führung mit 1:2 verloren. Sektionsleiter Harald Birngruber machte den Knackpunkt klar fest: Nach dem 1:0 fehlte seiner Mannschaft die Kontrolle über die Partie. Julbach wurde im Lauf der ersten Hälfte immer gefährlicher, drehte das Spiel noch nach der Pause und nahm die Punkte aus Vorderweißenbach mit.

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Für die Gastgeber begann die Partie eigentlich nach Wunsch. Vorderweißenbach stand laut Birngruber anfangs ordentlich vor dem eigenen Tor und ging schon in der sechsten Minute in Führung. Nach einem Corner war Fabian Schimpl zur Stelle und brachte seine Mannschaft mit 1:0 voran. Viel länger trug dieser gute Beginn den Hausherren aber nicht. „Danach ist die Partie etwas abgeflacht“, sagte Birngruber, und genau in dieser Phase kam Julbach besser hinein. Die Gäste wurden von Minute zu Minute gefährlicher, auch weil Vorderweißenbach im Defensivverhalten und im Aufbau nicht mehr sauber genug war. Birngruber sprach von individuellen Fehlern seiner Abwehrspieler, durch die Julbach zu kleineren Möglichkeiten kam. Nach rund einer halben Stunde fiel dann der Ausgleich, als Michael Kasper zuschlug. Aus Sicht des Sektionsleiters war die Entstehung besonders ärgerlich: Auf der linken Seite leistete sich Vorderweißenbach im Spielaufbau einen unnötigen Ballverlust, danach ging ein Pass durch die Abwehr und der Julbacher Angreifer lief allein auf das Tor zu.
Mit dem 1:1 zur Pause war die Partie zwar noch offen, für Birngruber lag der eigentliche Wendepunkt aber kurz danach. „Entscheidend war sicher das zweite Tor“, sagte er nach dem Schlusspfiff. Dieses zweite Tor erzielte Elias Lorenz in der 52. Minute, und aus Sicht der Heimischen veränderte dieser Treffer die Partie ganz einfach: Julbach konnte sich noch stärker auf seine kompakte Arbeit gegen den Ball verlassen, während Vorderweißenbach mehr riskieren musste. Birngruber brachte es deutlich auf den Punkt: „Durch den zweiten Treffer ist die stabile Abwehr von Julbach nicht mehr zu knacken gewesen.“ Viel Zwingendes brachte Vorderweißenbach in dieser Phase nicht mehr zustande. Die einzige wirklich hochkarätige Möglichkeit, die Birngruber nannte, war ein Lattenknaller aus gut 20 Metern. Mehr sprang gegen eine Mannschaft, die hinten wenig zuließ und ihre Führung konsequent verteidigte, nicht mehr heraus.
Entsprechend klar fiel die Analyse des Sektionsleiters aus. „Bei uns haben sicher der letzte Pass und der Spielaufbau von hinten nicht funktioniert“, sagte Birngruber, der vor allem die vielen einfachen Ballverluste ansprach. Seine Mannschaft habe zwar immer wieder gute Ansätze gehabt, sogar „fünf, sechs schöne Kombinationen“, dann aber erneut mit einem unnötigen Pass zum Gegner den eigenen Rhythmus zerstört. Besonders bitter war aus seiner Sicht, dass diese Fehler oft in Zonen passierten, in denen es sofort brenzlig wurde. Den Unterschied zwischen den beiden Teams sah er deshalb nicht in einzelnen Zufällen, sondern in der gesamten Herangehensweise. „Die Union Julbach ist weit aggressiver und kämpferischer als unsere Mannschaft aufgetreten“, meinte Birngruber. Auch mit der Spielleitung hatte er kein Problem: „Die Leistung von Schiedsrichter Schweighofer war absolut okay. Es hat keine strittigen Szenen gegeben.“ Unter dem Strich blieb für ihn daher nur ein nüchternes Fazit: „Julbach war extrem effektiv und wir haben nach dem 1:0 die Kontrolle nicht behalten. Dadurch geht die Niederlage meiner Meinung nach in Ordnung.“ Für die Union Vorderweißenbach bleibt damit bei sechs Punkten aus fünf Spielen die Aufgabe klar, aus guten Anfangsphasen künftig mehr zu machen.