In einem Derby der Bezirksliga Nord musste sich die Union Oberneukirchen am Samstagnachmittag gegen die Union Wippro Vorderweißenbach mit 1:2 geschlagen geben. Trainer Gerhard Meindl sah eine über weite Strecken hochklassige Partie, in der seine Mannschaft vor allem nach dem Ausgleich voll im Spiel war, sich für viele Möglichkeiten aber nicht belohnte. Entscheidend waren aus seiner Sicht die Gegentore zum 0:1 und 1:2.

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Dass Meindl mit dem Ergebnis haderte, machte er unmittelbar nach dem Schlusspfiff klar. "Es war ein hochklassiges Derby. Ich bin schon enttäuscht, weil ein Derby will man normal gewinnen", sagte der Trainer. Gerade deshalb ärgerte ihn der Start seiner Mannschaft besonders. Oberneukirchen ließ laut Meindl zu Beginn bereits zwei gute Chancen liegen und geriet dann in einer Phase in Rückstand, in der man hinten nicht so aufmerksam war, wie er sich das vorgestellt hatte. In der 14. Minute traf Ondrej Svoboda zum 0:1 für die Gäste. Meindl beschrieb den entscheidenden Fehler deutlich: "Da haben wir den Gegner zu viel Platz gelassen." Für ihn kam dieser Gegentreffer nicht nur früh, sondern auch zu einfach zustande. "Das 1:0 haben wir zu früh bekommen. Da sind wir zu weit vom Mann weg gestanden", so seine Erklärung. Bis zur Pause blieb Vorderweißenbach vorne, und Meindl räumte auch ein, dass die Gäste in dieser Phase spielerisch Vorteile hatten. "Die haben den Ball gut laufen lassen und wir haben nicht recht ein Konzept gehabt", sagte der Oberneukirchner Coach.
Ganz anders stellte sich die Partie nach dem Seitenwechsel dar, auch wenn zunächst wieder Vorderweißenbach gefährlich wurde. Meindl berichtete davon, dass die Gäste gleich nach der Pause zu zwei sehr guten Möglichkeiten kamen, bei denen einmal die Stange und einmal die Latte retteten. Oberneukirchen überstand diese heikle Phase aber, blieb im Spiel und fand dann selbst den Weg zurück. Schon kurz davor hatte Meindl eine gute Möglichkeit seiner Mannschaft gesehen, ehe Stefan Burgstaller in der 51. Minute das 1:1 erzielte. Dieser Treffer veränderte aus Sicht des Trainers die Partie spürbar. "Ab dort haben wir das Spiel in die Hand genommen", sagte Meindl, der seine Mannschaft danach klar verbessert sah. Vor allem gegen den Ball gefiel ihm die Reaktion. "Wir haben früher attackiert", erklärte er, und genau damit bekam Oberneukirchen die Gäste nach seiner Einschätzung mehr und mehr in Schwierigkeiten. Dazu kam, dass die Gastgeber nun zu ihren Möglichkeiten kamen. "Wir waren besser, wir waren effektiver", sagte Meindl zwar über diese Phase, gleichzeitig blieb aber genau dort der Haken des Nachmittags liegen: Aus den vielen guten Ansätzen wurde kein zweites Tor.
Je länger die zweite Halbzeit lief, desto mehr hatte Meindl das Gefühl, dass dieses Derby auf die Seite seiner Mannschaft kippen könnte. Er sprach sogar von "Riesenchancen" auf das 2:1, die ungenutzt blieben. Statt der eigenen Führung fiel dann in der 70. Minute das Tor auf der anderen Seite. Leonhard Ganglberger traf zum 1:2 und nutzte damit genau jene Unachtsamkeit, die Meindl später als spielentscheidend bezeichnete. "Beim 2:1 decken wir im Rückraum nicht. Im Strafraum sind wir drinnen, aber im Rückraum auf zwanzig Meter lassen wir den Gegner alleine", sagte der Trainer. Für ihn war das nach dem frühen 0:1 der zweite große Fehler des Tages, und wieder wurde seine Mannschaft sofort bestraft. Auch danach gab sich Oberneukirchen nicht geschlagen. Meindl sagte, sein Team habe weiter versucht, die Partie noch einmal zu drehen oder zumindest den Ausgleich zu erzwingen. Die Möglichkeiten dazu seien da gewesen, doch vor dem Tor fehlte die letzte Ruhe. "Wir haben noch Riesenchancen gehabt, aber wir waren vor dem Tor eher ungestüm", fasste er zusammen. Dass auch der Gästetorwart seinen Anteil daran hatte, erwähnte Meindl ebenfalls.
So blieb unter dem Strich eine Niederlage, die Meindl zwar als bitter empfand, die er aber ohne große Ausflüchte einordnete. "Die Union Vorderweißenbach hat ein Tor mehr geschossen und ist der Gewinner", sagte er nüchtern, ehe er den Gästen auch ausdrücklich gratulierte. Gleichzeitig wollte er seiner Mannschaft trotz des 1:2 keinen grundlegenden Vorwurf machen. "Ich glaube, es hat nichts gefehlt. Wir waren sicher ebenbürtig", erklärte Meindl und verwies dabei vor allem auf die zweite Halbzeit, in der die Union Oberneukirchen aus seiner Sicht zumindest auf Augenhöhe war, wenn nicht sogar etwas besser. Er sprach von einem "Spiel auf Messers Schneide", in dem der nächste Treffer die Entscheidung bringen würde. Positiv nahm er mit, dass seine Mannschaft sich viele gute Chancen herausspielte, mit dem Pressing Probleme beim Gegner auslöste und nach dem Rückstand nicht auseinanderfiel. Dazu kam, dass das Derby laut Meindl ausgesprochen fair verlief. Diskussionen über den Unparteiischen wollte er gar nicht erst aufkommen lassen: "Das Spiel haben wir selbst verloren." Für die nächsten Wochen zog er dennoch etwas Mut aus dem Auftritt. "Wir brauchen den Kopf nicht hängen lassen. Werden wir auch nicht", sagte der Trainer. Genau das dürfte nach einer Niederlage, die aus seiner Sicht ebenso vermeidbar wie lehrreich war, die wichtigste Botschaft in Oberneukirchen sein.