In der Bezirksliga Nord hat die Union Lembach gegen die SPG Intersport Pötscher Bad Leonfelden 1b/Schenkenfelden einen wilden 4:3-Heimsieg gefeiert. Neo-Trainer Jürgen Hötzendorfer sah zunächst ein Spiel auf Augenhöhe, dann zwei Nackenschläge nach der Pause und schließlich die Wende in Überzahl. Für ihn war aber nicht nur die personelle Lage entscheidend, sondern vor allem, dass seine Mannschaft trotz des Rückstands weiter mutig nach vorne spielte.

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Hötzendorfer beschrieb die Partie als kampfbetont von der ersten Minute an. „Das Spiel war von Anfang an sehr umkämpft“, sagte der neue Trainer, der dem Aufsteiger zugleich viel Qualität bescheinigte. Gerade deshalb wog es aus seiner Sicht umso schwerer, dass seine Mannschaft die starke Anfangsphase nicht in eine Führung ummünzen konnte. „Wir hatten in den ersten zehn bis 15 Minuten sehr gute Chancen herausgespielt, leider hat da etwas das Glück gefehlt.“ Danach wurde Lembach vorsichtiger. „Dann sind wir defensiver und unsicherer geworden, dann wurde der Gegner stärker“, so Hötzendorfer. In dieser Phase brachte Marcel Schenk die Gäste in Minute 24 mit 1:0 in Führung. Viel Zeit zum Nachdenken blieb den Gastgebern aber nicht, denn nur zwei Minuten später stellte Stefan Schürz nach einem Standard auf 1:1. Bis zur Pause blieb die Partie laut Hötzendorfer „sehr ausgeglichen“, was sich auch im Halbzeitstand widerspiegelte.
Direkt nach dem Seitenwechsel wurde es aus Lembacher Sicht unangenehm. Fabian Hennerbichler traf in Minute 46 zum 2:1 für die Gäste, und genau dieser Zeitpunkt war laut Hötzendorfer ein echter Rückschlag. „Wir wurden kurz nach der Halbzeit mit dem Gegentor ein bisschen geschockt.“ Zwar fing sich seine Mannschaft danach wieder, doch Hennerbichler legte in Minute 54 das 3:1 nach. Der Lembacher Trainer sparte dem Gegner gegenüber in dieser Phase nicht mit Anerkennung und sprach von „wirklich sehenswerten Toren“. Entscheidend war jedoch, dass seine Mannschaft nicht auseinanderfiel. Idris Sakic verkürzte schon in Minute 56 auf 2:3 und hielt Lembach damit im Spiel. Kurz darauf änderte sich die Ausgangslage dann grundlegend: Nach den Roten Karten gegen Luca Stumptner in Minute 59 und Nico Schnaitter in Minute 65 mussten die Gäste erst in Unterzahl und wenig später sogar nur noch zu neunt weitermachen. Für Hötzendorfer war klar: „Ausschlaggebend waren auf jeden Fall die zwei roten Karten, aber auch der Wille und das Nichtaufgeben der Mannschaft.“
Dass Lembach die Überzahl am Ende wirklich nützen konnte, führte Hötzendorfer nicht nur auf die Ausschlüsse zurück. Er sah vielmehr klare spielerische Gründe dafür, warum seine Mannschaft das Spiel noch drehen konnte. „Es war wichtig, dass wir trotzdem offensiv aufs Tor spielen, und das haben wir wirklich sehr gut gemacht“, sagte er. Besonders zufrieden war er mit der Arbeit über die Außenbahnen. „Die Kombinationen auf der Seite nach vorne waren sehr gut“, betonte der Trainer. Dazu kam eine große Gefahr bei ruhenden Bällen. „Wir waren bei den Standards sehr gefährlich.“ Aus seiner Sicht machten auch die Flügelspieler viel richtig, weil sie „gute Wege mit Zug zum Tor“ gingen und die Bälle sauber ins Zentrum brachten. Dort war der Strafraum diesmal gut besetzt, wie Hötzendorfer erklärte, und genau daraus entstanden auch die entscheidenden Tore. Idris Sakic glich in Minute 73 zum 3:3 aus, ehe Manuel Kainberger nur drei Minuten später mit dem 4:3 die komplette Wende perfekt machte.
So groß die Freude über die Aufholjagd auch gewesen sein dürfte, Hötzendorfer beließ es nach dem Schlusspfiff nicht bei Selbstlob. Er hob mehrfach hervor, dass der Gegner „sehr spielstark“ und „technisch sehr gut“ gewesen sei. Besonders den Spielaufbau und die hohen Bälle in die Tiefe sah er bei Bad Leonfelden/Schenkenfelden stark, außerdem sprach er von Einzelspielern „mit sehr guter Qualität“. Gerade deshalb dürfte der späte Sieg für die Union Lembach viel wert sein. Gleichzeitig nahm der Trainer aus dem Spiel auch einen klaren Auftrag mit. „In der ersten Hälfte hatten wir im Zentrum zu wenig Zugriff auf die Mittelfeldspieler“, sagte er. Genau dort sieht er noch Luft nach oben. Der 4:3-Erfolg zeigt damit zwei Seiten dieser Lembacher Mannschaft: vorne genug Mut und Qualität, um ein fast verlorenes Spiel noch zu drehen, aber auch noch Bereiche, in denen sie stabiler werden muss.