In der Bezirksliga Nord hat Wimberger Sportunion Lasberg am Samstag ein 0:1 zur Pause noch in einen 2:1-Heimsieg gegen den SV HOLZMANN Haslach gedreht. Aus Sicht von Haslach-Trainer Philipp Aigner lag der Knackpunkt direkt nach dem Seitenwechsel. Nach einer starken ersten Hälfte seiner Mannschaft rissen Ausgleich und zweiter Gegentreffer den Gästen den Rhythmus weg – auch, weil viele Spieler krank oder angeschlagen waren.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Philipp Aigner machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, unter welchen Umständen seine Mannschaft in diese Partie gegangen war. „Es war für uns heute eine sehr schwierige Partie mit sehr schwierigen Vorzeichen“, sagte der Haslach-Trainer und verwies auf eine Krankheitswelle nach dem Spiel gegen Vorderweißenbach. Mehrere Spieler seien unter der Woche ausgefallen, an normalen Trainingsbetrieb sei kaum zu denken gewesen. Dazu kamen weitere Verletzte und angeschlagene Akteure, weshalb laut Aigner sogar kranke Spieler in der Startelf standen. Umso höher bewertete er, was seine Mannschaft vor der Pause auf den Platz brachte. Nach einem zunächst „sehr komischen Abtasten“ habe Haslach immer besser ins Spiel gefunden, „einen sehr ansehnlichen Fußball gespielt“ und sich auch mehrere gute Möglichkeiten erarbeitet. In der 37. Minute fiel dann die Führung: Marcel Weichselbaumer traf nach Aigners Schilderung mit einem „sehr, sehr guten Freistoß“, den er in die lange Ecke setzte. Dass Haslach mit einem 1:0 in die Kabine ging, war aus Sicht des Trainers deshalb alles andere als unverdient.
Gerade weil Haslach die erste Halbzeit so ordentlich absolviert hatte, fiel der Umschwung nach der Pause umso stärker ins Gewicht. „Der entscheidende Moment war sicher der Doppelschlag von Lasberg nach der Halbzeit“, sagte Aigner sehr klar. Zunächst kam Lasberg in der 47. Minute zum 1:1, als Andreas Stütz traf. Aigner sprach in diesem Zusammenhang von einem „sehr unglücklichen“ Elfmeter nach einem Handspiel. Noch schwerer wog für ihn aber der zweite Gegentreffer in der 63. Minute. Aigner sprach von einem Ballverlust in der Umschaltbewegung, den seine Mannschaft schlecht verteidigt habe. Lasberg spielte schnell in die Tiefe, am Ende traf Michael Würzl nach einem Stanglpass zum 2:1. Für den Trainer war genau das der Punkt, an dem sein Team den Faden verlor. „Nach dem Ausgleichstreffer ist uns der Faden gerissen und wir haben nicht mehr zu unserem Spiel gefunden“, sagte er. Die Gäste konnten danach nicht mehr so zulegen, wie es für eine Wende nötig gewesen wäre.
Aigner hob in seiner Analyse aber nicht nur die schwierige eigene Personalsituation hervor, sondern auch die Qualitäten des Gegners. Vor allem Michael Hackl und Michael Würzl hätten seine Mannschaft immer wieder gefordert. „Die haben uns vor große Probleme gestellt“, sagte der Haslach-Coach, der seiner Elf im Defensivverbund trotzdem über weite Strecken ein ordentliches Zeugnis ausstellte. Besonders aufmerksam habe man bei Standards und bei weiten Einwürfen sein müssen, weil Lasberg dort immer wieder gefährlich geworden sei. Aigner sprach von Eckbällen, Freistoßvarianten und langen Hereingaben, die scharf vor das Tor kamen. Das habe seine Mannschaft „teilweise sehr, sehr gut“ und insgesamt „ganz okay“ verteidigt. Am Ende blieb bei ihm aber das Gefühl, dass Lasberg aus seinen wenigen Chancen sehr viel gemacht habe. Während Haslach laut Aigner vor allem in der ersten Halbzeit gut konterte und im letzten Drittel zu vier oder fünf guten Chancen kam, nutzten die Gastgeber ihre Möglichkeiten nach der Pause konsequenter. Genau dieser Unterschied habe das Spiel entschieden.
Ganz abgeschrieben war Haslach nach dem 1:2 nach Aigners Worten trotzdem nicht. „Meine Mannschaft hat alles gegeben“, betonte er, verwies aber gleichzeitig noch einmal darauf, dass mit so vielen kranken und angeschlagenen Spielern schlicht nicht mehr genug Energie da gewesen sei, um nach dem Rückstand noch einmal richtig Druck aufzubauen. Trotzdem bot sich in der Schlussphase noch die Chance auf etwas Zählbares. Aigner berichtete von „zwei richtig dicken Chancen“ in der Endphase und sogar noch in der Nachspielzeit, die seine Mannschaft aber nicht verwerten konnte. Deshalb fiel sein Fazit am Ende entsprechend ernüchtert aus, zumal diese Punkte aus seiner Sicht sehr wichtig gewesen wären. Diskussionen um den Unparteiischen wollte er ausdrücklich nicht aufmachen. „Der Schiedsrichter war sehr gut, daran kann man sicher nichts festmachen“, sagte Aigner. Was bleibt, ist für Haslach eine Niederlage, die weh tut – und die laut dem Trainer auch viel mit den personellen Problemen dieser Woche zu tun hatte. Seine Zusatzbotschaft lautete deshalb: Diese Partie stand vor allem im Zeichen vieler Ausfälle und Krankheiten, die Haslach am Ende nicht mehr kompensieren konnte.