In der Bezirksliga Nord hat die Union Wippro Vorderweißenbach gegen den SV Freistädter Bier ein enges Duell mit 1:2 verloren. Nach torloser erster Hälfte brachte Raphael Thürriedl die Gäste spät in Führung, Victor Wakolbinger glich rasch aus, ehe Paul Grabner den Siegtreffer setzte. Coach Michael Wolm sah den Unterschied vor allem darin, "dass wir unser Ziel bis zum Schluss verfolgt haben".

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Schon in Wolms Einordnung war zu hören, wie viel Gewicht dieses Spiel hatte. Er sprach von einem direkten Duell, wollte die Tabelle aber nicht in den Vordergrund stellen. "Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen", sagte der Trainer, und genau mit diesem Anspruch ging Freistadt in die Partie. Auf dem Platz entwickelte sich zunächst allerdings kein flüssiges Spiel. Wolm bezeichnete die erste Halbzeit als "von beiden Seiten eher ein technisch schlechtes Spiel" mit vielen Fehlern und Ungenauigkeiten, und diese Beschreibung traf den Verlauf ziemlich genau. Vorderweißenbach war nach seiner Einschätzung im Offensivspiel "einen Ticken gefährlicher", doch Zählbares sprang für die Hausherren nicht heraus. Freistadt hatte kurz vor der Pause noch eine gute Aktion über die rechte Seite, konnte den Stanglpass aber nicht verwerten. So blieb es bis zum Seitenwechsel beim 0:0.
Auch nach der Pause blieb die Linie der Partie zunächst ähnlich. Es war weiterhin ein enges Spiel, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Wolm sah seine Elf nun aber etwas aktiver: "In der zweiten Halbzeit hatten wir ein bisschen mehr vom Spiel." Eine klare Überlegenheit machte er daraus nicht, wohl aber einen kleinen Vorteil, der sich lange trotzdem nicht im Ergebnis zeigte. Als vieles schon auf ein torloses Remis hinauslief, schlug Freistadt in der 80. Minute zu. Raphael Herbert Thürriedl brachte die Gäste mit 1:0 in Führung und stellte die Schlussphase plötzlich auf den Kopf. Vorderweißenbach reagierte stark und kam nur drei Minuten später durch Victor Samuel Wakolbinger zum 1:1. Freistadt ließ sich davon aber nicht aus der Bahn bringen, blieb dran und bekam noch einmal die Antwort, die aus Sicht der Gäste den Unterschied machte: In der 85. Minute traf Paul Grabner zum 2:1 und sorgte damit für den späten Auswärtssieg.
Wolm erklärte den Sieg danach nicht mit einem einzelnen Spielzug, sondern mit der Art, wie seine Mannschaft bis zum Ende an der Aufgabe festhielt. "Der entscheidende Moment war, dass wir bis zum Schluss unser Ziel verfolgt haben und auch körperlich in einem sehr guten Zustand sind, sodass wir das Spiel am Ende entscheiden konnten", sagte der Freistädter Trainer. Diese Aussage passte auch zu seiner Gesamtanalyse. Er sah seine Mannschaft "sehr stabil in der Defensive", was in einem ausgeglichenen Spiel ein wichtiger Punkt war. Im Offensivspiel blieb aus seiner Sicht dagegen Luft nach oben. "Wir konnten unser Offensivspiel heute leider nicht so gut umsetzen, jedoch schlussendlich doch Zählbares aus diesen wenigen Angriffen mitnehmen." Den Gegner ordnete Wolm ebenfalls respektvoll ein. Vorderweißenbach sei "gut organisiert" gewesen und "immer wieder gefährlich im Spiel nach vorne". Und auch für das Schiedsrichterteam fand er klare Worte: "Eine sehr gute Schiedsrichterleistung von allen drei Beteiligten."
Mit dem 2:1 nimmt der SV Freistadt nicht nur drei Punkte mit, sondern bestätigt auch die eigene Entwicklung in den vergangenen Wochen. Wolm wollte den Erfolg nach dem Schlusspfiff zwar nicht größer machen, als er ist, brachte den Unterschied zwischen beiden Teams mit einem knappen Satz aber treffend auf den Punkt: "Im Ergebnis." Genau dort lagen am Sonntagnachmittag die Vorteile der Gäste. In einem Spiel mit wenigen klaren Szenen nutzte Freistadt seine Möglichkeiten besser und reagierte nach dem Ausgleich sofort wieder mit einer Antwort. In der Tabelle steht der SV nun bei 14 Punkten und damit auf Rang fünf. Wolm blickte entsprechend zufrieden, aber keineswegs satt nach vorne: "Wir sind sehr gut in der Liga angekommen und in einer sehr guten Serie, die wir Woche für Woche ausbauen wollen. Uns ist aber klar, dass wir immer 100 Prozent unserer Leistungsfähigkeit abrufen müssen." Bis zur Winterpause gelte deshalb für seine Mannschaft vor allem eines: "Training, Training, Training."