In der Bezirksliga Ost kassierte der ATSV Neuzeug gegen den ASKÖ Doppl-Hart 74 eine bittere 2:3-Heimniederlage. Nach einem 1:1 zur Pause kippte die Partie in einer turbulenten Schlussphase, entschieden von einem Treffer tief in der Nachspielzeit. Neuzeug-Trainer Stefan Reifenauer hob eine starke erste Hälfte seiner Mannschaft hervor, monierte aber den Einbruch nach der Pause und sagte: „Wir waren vor der Pause klar besser, aber am Ende haben wir es spät aus der Hand gegeben.“

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Neuzeug legte los wie die Feuerwehr, hatte aus Trainersicht mehr vom Spiel und drückte Doppl-Hart früh an. „Die erste Halbzeit war von beiden Seiten intensiv, wir hatten deutliches Übergewicht an Spielanteilen und Torchancen“, erklärte Stefan Reifenauer. Das 0:1 passte aus Neuzeuger Sicht nicht ins Bild: In Minute 41 traf Teodor Brankovic für die Gäste. Noch vor dem Pausenpfiff stellte Kilian Eckerstorfer mit einem wichtigen Treffer in der 45.+1 auf 1:1. Nach dem Wechsel flachte das Heimspiel der Hausherren ab. Die Gäste stellten zu, verteidigten kompakt im Zentrum und setzten Nadelstiche. In der 81. Minute klingelte es zum 1:2 durch Alexander Sixl, doch Neuzeug antwortete in Unterzahl spät: Wieder war Eckerstorfer zur Stelle und glich in der 89. Minute zum 2:2 aus. Als alles auf ein Remis hindeutete, schlug Patrik Andelic in der 90.+6 zu – 2:3, der späte Nackenschlag für Neuzeug.
Reifenauer machte den Bruch klar an der zweiten Halbzeit fest. „Definitiv unser Auftreten nach der Pause: Wir waren nicht mehr so präsent, haben den Gegner stark gemacht. Doppl-Hart hatte dann Übergewicht in den Spielanteilen“, sagte er. Aus seiner Sicht drehte auch eine strittige Entscheidung das Momentum: „Die entscheidende Szene war ein Elfmeter, der in keinster Weise foulwürdig war.“ Zur Leistung des Unparteiischen meinte der Coach: „Er war in der Schlussphase überfordert. Wir kennen ihn sonst als Top-Schiedsrichter, aber heute hat er gelbe Karten verteilt, die nichts waren und leider seine Linie verloren.“ Auch personell wurde es heikel: Laut Reifenauer musste Neuzeug die Schlussphase in Unterzahl bestreiten. Der Trainer ärgerte sich zudem über die Szene vor dem 2:3: „Auch der Freistoß am Ende war aus meiner Sicht kein Foul.“ Trotz aller Kritik blieb sein Ton sachlich: Er betonte, dass sein Team den Faden nach der Pause verlor und damit selbst Anteil an der Niederlage hatte.
Was dem Coach wichtig war: die Reaktion seiner Mannschaft. „Nach dem umstrittenen 2:1 und mit einem Mann weniger haben wir noch einmal alles reingelegt, das 2:2 gemacht und hatten sogar die Großchance auf den Lucky Punch“, so Reifenauer. Großes Lob verteilte er an den Gegner: „Doppl-Hart hat uns früh zugestellt, enorm viel Laufarbeit investiert und in der zweiten Halbzeit unser Zentrum gut verdichtet.“ Zudem sieht er die Gäste „taktisch und laufintensiv sehr gut eingestellt – eine Top-Mannschaft im Frühjahr, gegen die man verlieren kann“. In der Tabelle liegt Doppl-Hart mit 42 Punkten auf Rang drei, Neuzeug hält nach Runde 21 bei 37 Zählern auf Platz fünf – beides starke Werte im dichten Spitzenfeld. Der Blick geht dennoch nach vorne: „Das nehmen wir mit, das schweißt uns zusammen. Nächste Woche wollen wir erst recht zeigen, dass wir eine kollektive Leistung gegen einen sehr starken Gegner abliefern – und wieder als Gewinner vom Platz gehen.“