Spielberichte

Stefan Reifenauer (Trainer ATSV Neuzeug): "Später Nackenschlag zu einer bitteren Niederlage"

ATSV Neuzeug
ASKÖ Doppl-Hart

In der Bezirksliga Ost kassierte der ATSV Neuzeug gegen den ASKÖ Doppl-Hart 74 eine bittere 2:3-Heimniederlage. Nach einem 1:1 zur Pause kippte die Partie in einer turbulenten Schlussphase, entschieden von einem Treffer tief in der Nachspielzeit. Neuzeug-Trainer Stefan Reifenauer hob eine starke erste Hälfte seiner Mannschaft hervor, monierte aber den Einbruch nach der Pause und sagte: „Wir waren vor der Pause klar besser, aber am Ende haben wir es spät aus der Hand gegeben.“

Ein Hund steht hinter der Eckfahne

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Neuzeug stark vor der Pause, Doppl-Hart eiskalt in der Nachspielzeit

Neuzeug legte los wie die Feuerwehr, hatte aus Trainersicht mehr vom Spiel und drückte Doppl-Hart früh an. „Die erste Halbzeit war von beiden Seiten intensiv, wir hatten deutliches Übergewicht an Spielanteilen und Torchancen“, erklärte Stefan Reifenauer. Das 0:1 passte aus Neuzeuger Sicht nicht ins Bild: In Minute 41 traf Teodor Brankovic für die Gäste. Noch vor dem Pausenpfiff stellte Kilian Eckerstorfer mit einem wichtigen Treffer in der 45.+1 auf 1:1. Nach dem Wechsel flachte das Heimspiel der Hausherren ab. Die Gäste stellten zu, verteidigten kompakt im Zentrum und setzten Nadelstiche. In der 81. Minute klingelte es zum 1:2 durch Alexander Sixl, doch Neuzeug antwortete in Unterzahl spät: Wieder war Eckerstorfer zur Stelle und glich in der 89. Minute zum 2:2 aus. Als alles auf ein Remis hindeutete, schlug Patrik Andelic in der 90.+6 zu – 2:3, der späte Nackenschlag für Neuzeug.

„Nach der Pause nicht mehr so intensiv“ – strittige Szenen und Selbstkritik

Reifenauer machte den Bruch klar an der zweiten Halbzeit fest. „Definitiv unser Auftreten nach der Pause: Wir waren nicht mehr so präsent, haben den Gegner stark gemacht. Doppl-Hart hatte dann Übergewicht in den Spielanteilen“, sagte er. Aus seiner Sicht drehte auch eine strittige Entscheidung das Momentum: „Die entscheidende Szene war ein Elfmeter, der in keinster Weise foulwürdig war.“ Zur Leistung des Unparteiischen meinte der Coach: „Er war in der Schlussphase überfordert. Wir kennen ihn sonst als Top-Schiedsrichter, aber heute hat er gelbe Karten verteilt, die nichts waren und leider seine Linie verloren.“ Auch personell wurde es heikel: Laut Reifenauer musste Neuzeug die Schlussphase in Unterzahl bestreiten. Der Trainer ärgerte sich zudem über die Szene vor dem 2:3: „Auch der Freistoß am Ende war aus meiner Sicht kein Foul.“ Trotz aller Kritik blieb sein Ton sachlich: Er betonte, dass sein Team den Faden nach der Pause verlor und damit selbst Anteil an der Niederlage hatte.

Moral in Unterzahl, laufstarke Gäste und ein klarer Ausblick

Was dem Coach wichtig war: die Reaktion seiner Mannschaft. „Nach dem umstrittenen 2:1 und mit einem Mann weniger haben wir noch einmal alles reingelegt, das 2:2 gemacht und hatten sogar die Großchance auf den Lucky Punch“, so Reifenauer. Großes Lob verteilte er an den Gegner: „Doppl-Hart hat uns früh zugestellt, enorm viel Laufarbeit investiert und in der zweiten Halbzeit unser Zentrum gut verdichtet.“ Zudem sieht er die Gäste „taktisch und laufintensiv sehr gut eingestellt – eine Top-Mannschaft im Frühjahr, gegen die man verlieren kann“. In der Tabelle liegt Doppl-Hart mit 42 Punkten auf Rang drei, Neuzeug hält nach Runde 21 bei 37 Zählern auf Platz fünf – beides starke Werte im dichten Spitzenfeld. Der Blick geht dennoch nach vorne: „Das nehmen wir mit, das schweißt uns zusammen. Nächste Woche wollen wir erst recht zeigen, dass wir eine kollektive Leistung gegen einen sehr starken Gegner abliefern – und wieder als Gewinner vom Platz gehen.“

Bezirksliga Ost: Neuzeug : Doppl-Hart - 2:3 (1:1)

  • 96
    Patrik Andelic 2:3
  • 89
    Kilian Eckerstorfer 2:2
  • 81
    Alexander Sixl 1:2
  • 46
    Kilian Eckerstorfer 1:1
  • 41
    Teodor Brankovic 0:1