In der Bezirksliga Ost feierte Union Freller Dach Schiedlberg gegen den Ennser Sportklub einen 3:1-Heimsieg und drehte dabei nach frühem Rückstand die Partie. Entscheidend waren ein Ausgleich kurz vor der Pause und ein Doppelschlag unmittelbar nach Wiederbeginn. Trainer Thomas Hinterreiter brachte es auf den Punkt: "Wir haben nach dem 0:1 nicht aufgesteckt, gemerkt, da ist was drinnen – und das Kollektiv hat daran geglaubt." Für den Tabellenführer aus Enns ist es ein Dämpfer, für Schiedlberg ein Abend, an dem die eigene Spielidee aufging.
Die Gäste legten los wie die Feuerwehr, holten früh mehrere Eckbälle und kamen zu einer großen Möglichkeit – dann schlug Enns zu: In Minute 7 stellte Sebastian Schicklgruber auf 0:1. Hinterreiter sprach danach von einem "wirklich unglücklichen Tor", doch seine Mannschaft behielt die Nerven und suchte konsequent den Ball am Fuß. "Wir haben sehr konsequenten Spielaufbau gemacht, der Gegner hatte keinen Zugriff", sagte der Coach. Ein Lattenschuss und weitere gute Möglichkeiten untermauerten die Reaktion der Hausherren. Kurz vor der Pause fiel der verdiente Lohn: Sebastian Dietachmair zirkelte in der 45.+1 per Freistoß zum 1:1 ein – "traumhaft verwertet", wie Hinterreiter betonte. Mit diesem Treffer im Rücken ging Schiedlberg mit breiter Brust in die Kabine.
Kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, trugen die Schiedlberger ihren Schwung aufs Feld. "Wir sind mit vollem Elan rausgekommen", so Hinterreiter – und Valentin Seidel lieferte prompt: In Minute 46 bugsierte er eine Hereingabe an der ersten Stange zum 2:1 über die Linie, nur zwei Zeigerumdrehungen später (48.) legte er mit einem satten Abschluss ins lange Eck das 3:1 nach. "Wir haben das Momentum mitgenommen und zwei super Tore gemacht", beschrieb der Trainer. Danach blieben die Hausherren am Drücker, ließen aber "viele hundertprozentige Möglichkeiten" aus – die Chancenauswertung blieb der einzige Makel. Enns suchte die Antwort mit langen Bällen und kam laut Hinterreiter zu einem gefährlichen Freistoß, wirklich zwingend wurden die Gäste aber nicht mehr.
In der Nachbetrachtung hob Hinterreiter besonders die eigene Idee hervor: "Die spielerische Komponente hat heute super funktioniert. Wir haben uns getraut, von hinten rauszuspielen. Hin und wieder hat es nicht funktioniert, aber so ist das – insgesamt haben wir spielerisch viele Chancen erzeugt." Den Gegner sah er ungewohnt passiv: "Es könnte sein, dass sie uns ein bisschen unterschätzt haben. In den Zweikämpfen waren sie nicht so nah dran, dadurch sind viele Räume entstanden." Am Ende stand für ihn ein stimmiges Fazit: "Darum geht das 3:1 in Ordnung." Lob gab es auch für den Unparteiischen: "Der Schiedsrichter hat eine sehr gute Leistung gebracht." In der Tabelle bleibt Enns trotz der Niederlage vorne, Schiedlberg rangiert als Siebter im sicheren Mittelfeld – und nimmt Selbstvertrauen mit. Hinterreiter verabschiedete sich fair: "Wir wünschen den Ennsern alles Gute. Der Aufstiegskampf wird ein spannendes Saisonfinish."