In der Bezirksliga Ost hat die Union Mitterkirchen gegen die Union HOVA Adlwang nach einer 2:1-Pausenführung nur 2:2 gespielt und damit erneut Punkte liegen gelassen. Trainer Kevin Eder sah lange ein offenes Spiel, haderte danach aber vor allem mit der Phase nach der Pause. Dort hatte seine Mannschaft die Chancen auf das 3:1, brachte den Vorsprung aber nicht über die Zeit.

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Kevin Eder beschrieb den Auftakt als offenen Schlagabtausch, und genau so entwickelte sich die Partie auch aus seiner Sicht. „Es hat sich von Beginn an ein offener Schlagabtausch entwickelt. Beide Mannschaften sind sich mit offenem Visier gegenübergestanden“, sagte der Trainer der Union Mitterkirchen. Seine Mannschaft sei ordentlich ins Spiel gekommen, habe über die Flanken immer wieder den Weg in den Strafraum gefunden, zugleich aber auch gemerkt, dass auf beiden Seiten in der Vorwärtsbewegung nicht alles sauber lief. Eder sprach von individuellen Fehlern und Fehlpässen, durch die sich Umschaltmomente ergaben. Einen ersten Warnschuss setzte die Union HOVA Adlwang mit einem Aluminiumtreffer, ehe sie in der 28. Minute in Führung ging. Bela David Barna traf zum 0:1, nachdem die Gäste laut Eder einen Fehler der Union Mitterkirchen im Spiel nach vorne gut ausnutzten. Der Rückstand veränderte das Spiel aber nicht zu Ungunsten der Hausherren. Im Gegenteil: Eder hatte das Gefühl, dass seine Mannschaft danach immer mehr das Heft in die Hand nahm, die Abstände zwischen den Ketten besser schloss und vor allem im Zentrum griffiger wurde. „Wir haben es dann besser geschafft, die Abstände zwischen den Ketten enger zu halten“, sagte er. Belohnt wurde das in der 40. Minute, als Paul Haslinger nach einem Eckball von Daniel Kranzer per Kopf zum 1:1 ausglich. Kurz vor der Pause legte die Union Mitterkirchen noch nach. Ein schnell abgespielter Freistoß brachte Tempo in den Angriff, Roland Pleimer dribbelte in die Tiefe, legte im Strafraum quer und Haslinger behielt laut Eder „die Übersicht“, ehe er aus der Drehung das 2:1 erzielte.
Mit der Führung im Rücken wollte die Union Mitterkirchen nach dem Seitenwechsel genau dort weitermachen, wo sie vor der Pause aufgehört hatte. Der Plan war klar: weiter druckvoll nach vorne spielen und auf das 3:1 gehen. Eder sagte offen, dass ihm diese Phase eigentlich gefallen habe. „Wir haben uns vorgenommen, so weiterzumachen, druckvoll nach vorne zu spielen, dass wir aufs dritte Tor gehen. Das wäre uns eigentlich ganz gut aufgegangen“, erklärte er. Gerade deshalb ärgerte ihn umso mehr, dass die Entscheidung nicht fiel. In der 55. Minute hatte Sebastian Brunner aus seiner Sicht den richtigen Moment dafür am Fuß, doch sein Schuss von der Strafraumgrenze sprang von der Innenstange wieder heraus. Schon zuvor hatte die Union Mitterkirchen in Halbzeit 1 einen Kopfball ans Aluminium gesetzt, und genau in dieser Phase sah Eder den Knackpunkt des Spiels. „Wir haben es in dieser Phase verabsäumt, den Sack zuzumachen“, sagte er. Statt eines möglichen Zwei-Tore-Vorsprungs blieb es beim 2:1, und damit blieb die Partie für die Union HOVA Adlwang offen. Eder betonte, dass die Gäste weiter gute Umschaltmomente fanden und deshalb gefährlich blieben. Als dann in der 83. Minute Bela David Barna mit seinem zweiten Treffer zum 2:2 ausglich, war der Ärger auf Seiten der Union Mitterkirchen entsprechend groß. Eder nannte den Treffer aus seiner Sicht zwar unglücklich, weil es ein Distanzschuss gewesen sei, der genau im Kreuzeck landete, stellte aber auch klar, dass seine Mannschaft die Grundlage dafür selbst gelegt hatte, weil sie ihre Chancen auf das 3:1 nicht genutzt habe.
Trotz der Enttäuschung wollte Kevin Eder die Leistung seiner Mannschaft nicht kleinreden. Im Gegenteil: Der Trainer sprach erneut von einer geschlossenen Vorstellung und davon, dass die Auftritte in den ersten beiden Spielen grundsätzlich in Ordnung gewesen seien. „Prinzipiell war es wieder eine gute Mannschaftsleistung“, sagte er, schob aber sofort nach, wo er derzeit das Problem sieht. Der Union Mitterkirchen falle es momentan schwer, den Spielverlauf wirklich auf die eigene Seite zu ziehen und das nötige Glück zu erzwingen. Besonders deutlich wurde Eder mit einem Satz, der viel über die aktuelle Lage verrät: „Bei uns wird momentan gefühlt jeder Fehlpass oder jede Aktion, die nicht sauber ausgespielt wird, mit einem Gegentor bestraft.“ Für ihn waren es gegen die Union HOVA Adlwang am Ende Kleinigkeiten, die mehr verhinderten. Vorne habe die nötige Kaltschnäuzigkeit in der Chancenverwertung gefehlt, im Spielaufbau und im Spiel nach vorne die letzte Präzision. Dazu kamen laut Eder Umschaltmomente, die seine Mannschaft nicht in beide Richtungen konsequent sauber gelöst habe. Das Ergebnis von einem Punkt aus zwei Runden entspreche deshalb nicht den Erwartungen, aber auch nicht dem, was er auf dem Platz über weite Strecken sehe. „Die Leistungen stimmen in den ersten zwei Spielen, die Ergebnisse aber absolut nicht“, sagte Eder. Gerade deswegen versucht er, die Sache nüchtern zu betrachten und die Enttäuschung nicht größer zu machen, als sie ohnehin schon ist.
Dass die Union Mitterkirchen den Sieg nicht ins Ziel brachte, lag für Kevin Eder aber nicht nur an den eigenen Versäumnissen. Er fand auch klare Worte für den Gegner und sprach der Union Adlwang eine starke Vorstellung zu. Vor dem Spiel habe man den Gegner noch nicht genau einschätzen können, nach den 90 Minuten fiel das Urteil aber positiv aus. „In allen Mannschaftsteilen sehr diszipliniert, eine gute kompakte Mannschaft, die in jedem Mannschaftsteil ihre individuelle Qualität hat“, sagte Eder. Deshalb sei der Punktgewinn der Gäste am Ende auch nicht unverdient gewesen. Dazu passte für ihn, dass die Partie insgesamt sehr fair verlief. Strittige Situationen habe es aus seiner Sicht keine gegeben, das Schiedsrichtergespann habe die Begegnung ruhig und besonnen geleitet. Für die Union Mitterkirchen richtet sich der Blick nun trotzdem schnell nach vorne, auch wenn der Saisonstart mit nur einem Punkt aus zwei Runden hinter den Erwartungen geblieben ist. Eder will in dieser Phase vor allem Ruhe bewahren. „Wichtig ist, dass wir einen kühlen Kopf bewahren, dass wir weiter an unseren Weg glauben“, sagte er. Seine Mannschaft müsse akzeptieren, dass sie gerade in einer schwierigen Situation steckt, gleichzeitig aber daran arbeiten, sich da gemeinsam wieder herauszukämpfen. Die nächste Gelegenheit dazu wartet schon auswärts gegen Schiedlberg.