In der Bezirksliga Ost hat sich der ATSV Neuzeug am Freitagabend nach einem 0:1 zur Pause noch ein 1:1-Remis gegen die ASKÖ Leonding erarbeitet. Trainer Stefan Reifenauer sprach danach von einem Spiel "mit zwei Gesichtern": Vor der Pause ließ sich seine Mannschaft zu weit hineindrängen, nach der Umstellung kam der ATSV aber klar besser hinein und hatte nach dem schnellen Ausgleich sogar noch mehr vom Spiel.

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Neuzeug musste früh einem Rückstand nachlaufen, denn schon in der 9. Minute brachte Sebastian Stiegler die Gäste mit 1:0 in Führung. Für Reifenauer passte dieser Start genau ins Bild einer ersten Hälfte, mit der er nicht zufrieden war. "Leonding hat uns sehr unter Druck gesetzt, sehr viel Energie ins Spiel gebracht und uns ein bisschen hineindrängen lassen", sagte der Trainer. Neuzeug fand nach seiner Einschätzung kaum in die entscheidenden Räume, vieles lief über hohe Bälle, und genau das war nicht das Spiel, das sich die Hausherren vorgestellt hatten. "Wir haben nicht zu unserem Spiel gefunden", brachte es Reifenauer auf den Punkt. Dass Leonding mit der Führung in die Pause ging, bezeichnete er deshalb auch als verdient.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich die Partie aber spürbar. Neuzeug stellte um und ging, wie es Reifenauer formulierte, "all-in in die Offensive". Die Wirkung war sofort zu sehen, weil Florian Ganglbauer in der 49. Minute den Ausgleich zum 1:1 erzielte. Von da an waren die Gastgeber deutlich mutiger, kamen besser in die Zweikämpfe und hatten nach Einschätzung ihres Trainers die klareren Möglichkeiten. "Dann haben wir uns wirklich super Chancen erarbeitet, aber uns leider nicht mehr belohnen können", sagte Reifenauer. Gerade deshalb blieb nach dem Schlusspfiff auch ein kleiner Rest Ärger, denn aus Sicht des Trainers hätte Neuzeug das Spiel in dieser Phase schon auf seine Seite ziehen können. In den letzten zehn Minuten wurde es dann vorsichtiger. "Da wollte keiner mehr zu viel riskieren", meinte er.
Bei aller verpassten Chance auf drei Punkte wollte Reifenauer das Ergebnis nicht einseitig bewerten. "Aufgrund der zweiten Halbzeit und der Top-Chancen waren wir näher am Sieg, aber insgesamt war es ein verdientes Unentschieden", sagte der Neuzeug-Coach. Damit ordnete er auch die starke erste Hälfte der Gäste ein, die seiner Mannschaft lange Probleme bereitet hatte. Für den Auftritt von Leonding fand er überhaupt sehr klare Worte. Die Gäste seien "ein sehr starkes Kollektiv", hätten einen klaren Matchplan gehabt und diesen vor der Pause sehr konsequent durchgezogen. Noch deutlicher wurde er mit Blick auf die bisherigen Gegner in dieser Saison: "Leonding war einer der besten, wenn nicht der beste Gegner, gegen den wir bisher gespielt haben." Für ein Team, das aktuell noch im unteren Tabellenbereich steht, ist das ein bemerkenswertes Lob.
Ein Thema waren für Reifenauer auch zwei Strafraumszenen, ohne dass er daraus eine große Diskussion machen wollte. In der ersten Halbzeit habe es aus seiner Sicht eine strittige Elfmetersituation für Leonding gegeben, die für ihn "nicht ganz ersichtlich" gewesen sei. Nach der Pause sah er dann bei einer Aktion im gegnerischen Strafraum ein klares Foul für seine Mannschaft, das nicht geahndet wurde. Schiedsrichter Schwandner bewertete er insgesamt dennoch sachlich: "Er hat grundsätzlich ein gutes Auftreten gehabt." Wichtiger war ihm ohnehin der Blick nach vorne. Auf die zweite Halbzeit wolle der ATSV Neuzeug aufbauen, gleichzeitig sei die Lehre aus diesem 1:1 eindeutig. "Wir müssen von Anfang an unsere Leistung abrufen. Wenn wir bei 100 Prozent sind, können wir jeden Gegner schlagen. Wenn wir das nicht machen, können wir gegen jeden verlieren." Gerade das mache die Bezirksliga Ost in diesem Jahr so interessant, betonte Reifenauer mit Blick auf die kommenden Aufgaben in der Liga.