In der Bezirksliga Ost hat sich die ASKÖ Doppl-Hart 74 in einem wilden Heimspiel gegen die Union HOVA Adlwang mit einem 3:3-Unentschieden getrennt. Zweimal lagen die Gastgeber vorne, nach der Pause sogar hinten, ehe spät doch noch das 3:3 fiel. Trainer Gerald Dickinger-Neuwirth brachte den Samstagnachmittag treffend auf den Punkt: „Drei Tore müssen daheim eigentlich reichen.“ Genau das war diesmal aber wieder nicht genug.

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Dickinger-Neuwirth hatte das Spiel nach dem Schlusspfiff als „sehr turbulent, ein großes Auf und Ab, mit sehr viel Positivem und sehr viel Negativem“ beschrieben. Genau so verlief auch die erste Hälfte. Doppl-Hart kam gut hinein und ging in der 8. Minute verdient in Führung. Der Trainer sprach von einer „wunderschönen Aktion“, die über Marko Lekic auf Alexander Sixl lief und sauber zum 1:0 abgeschlossen wurde. Lange hielt diese Führung aber nicht. In der 19. Minute glich Fabian Cosmin Olariu für Adlwang aus, und aus Sicht der Gastgeber passte auch diese Szene ins Bild. „Aus einer Standardsituation haben wir den Ball verschlafen“, sagte Dickinger-Neuwirth, der damit schon früh jenes Thema ansprach, das seine Mannschaft den ganzen Nachmittag begleiten sollte.
Immerhin fand Doppl-Hart noch vor der Pause eine zweite Antwort. In der 29. Minute traf erneut Alexander Sixl, diesmal per Elfmeter, nachdem laut Trainer wieder Marko Lekic die Aktion mit einem tiefen Ball eingeleitet hatte. Sixl stellte damit auf 2:1 und setzte seine starke Trefferquote fort. Dickinger-Neuwirth hob das nach dem Spiel auch hervor und meinte über seinen Angreifer: „Sein achter Treffer im vierten Spiel. Tolle Quote.“ Nur Ruhe brachte auch das zweite Führungstor nicht hinein. In der 37. Minute machte Lukas Holzinger das 2:2, und wieder ärgerte den Doppl-Hart-Coach weniger das Resultat an sich als die Art, wie es zustande kam. Seine Mannschaft habe im Ballbesitz zu leichtfertig agiert, danach ein Foul gemacht und sich dann wieder bestrafen lassen.
Mit dem 2:2 zur Halbzeit war die Partie längst offen, und nach Wiederbeginn wurde sie aus Sicht der Heimischen noch unangenehmer. Adlwang drehte das Spiel in der 63. Minute, als Fabio Mugrauer nach einem Konter zum 2:3 traf. Dickinger-Neuwirth wurde bei dieser Szene deutlich: „Aus einem katastrophalen Fehlpass aus der Defensive erlauben wir dem Gegner einen Konter.“ Mugrauer lief danach alleine auf das Tor zu und nutzte diese Möglichkeit. Für Doppl-Hart war das ein Rückschlag, der mehr war als nur ein weiterer Gegentreffer. „Das hat uns zu dem Zeitpunkt fast das Genick gebrochen“, sagte der Trainer, weil seine Mannschaft nach dem neuerlichen Nackenschlag erst wieder aufgebaut werden musste.
Gerade deshalb wertete der Coach den späten Ausgleich zumindest als Reaktion seiner Mannschaft. Er sprach davon, dass es schwierig gewesen sei, die Spieler nach dem Rückstand noch einmal herzurichten, „aber wir haben den Ausgleich geschafft“. Dieser fiel in der 86. Minute durch Marko Lekic, der das 3:3 erzielte und damit wenigstens noch den einen Punkt festhielt. Dickinger-Neuwirth formulierte seine Einordnung ohne großes Drumherum: „Schlussendlich verdienter Punkt für beide Mannschaften.“ In einem Spiel, in dem seine Elf offensiv wieder genug auf den Platz brachte, war dieser späte Treffer wichtig, auch wenn er den Ärger über die vielen einfachen Gegentore nicht wirklich wegnehmen konnte.
Dass die ASKÖ Doppl-Hart mit dem Ball vieles richtig gemacht hat, stellte der Trainer ausdrücklich heraus. „Gut funktioniert hat das Fußballspielen. Wir haben den Ball teilweise gut laufen lassen, haben gut kombiniert, vielleicht sogar manchmal ein bisschen zu übertrieben im Kleinklein“, sagte Dickinger-Neuwirth. Dazu passen auch drei erzielte Tore in einem Heimspiel. Genau deshalb fiel seine Bilanz im zweiten Satz umso schärfer aus: „Wir schaffen es momentan nicht, keine Eigenfehler zu machen. Wir machen es dem Gegner zu leicht, Tore zu erzielen.“ Diese Aussage zog sich wie ein roter Faden durch seine Analyse. Für ihn ist das Problem nicht neu, sondern eines, das sich durch die bisherigen Runden zieht.
Besonders deutlich wurde der Vergleich, den er danach zog. „Wir haben jetzt in vier Runden 13 Tore bekommen. Diese 13 Tore haben wir in der Frühjahrsrunde in 13 Spielen gehabt“, erklärte der Coach. Für ihn ist damit klar, wo Doppl-Hart ansetzen muss: „Wir müssen einfach besser wegverteidigen. Wir müssen uns wieder auf die einfachen Tugenden im Fußball konzentrieren.“ Den Gegner sah Dickinger-Neuwirth dabei als echte Herausforderung. Die Union Adlwang sei „offensiv sehr stark, sehr lauffreudig, sehr aktiv, sehr aggressiv“ gewesen, habe hoch attackiert und im Umschaltspiel mit langen diagonalen Bällen immer wieder Probleme bereitet. Gleichzeitig hielt er fest, dass auch die Gäste defensiv anfällig waren. Umso mehr blieb bei ihm das Gefühl zurück, dass für seine Mannschaft mehr als ein Punkt drin gewesen wäre. Schiedsrichter Koller lobte er nach dem Spiel ausdrücklich und sprach von einer „sehr guten Leistung“. Für Doppl-Hart bleibt damit ein Spiel, das für rund 200 Zuschauer unterhaltsam gewesen sein mag, den Trainer aber vor allem an die Arbeit für die nächsten Wochen erinnert.