In der Bezirksliga Ost geriet die Union Zorn Gestra Bad Hall bei Tabellenführer SPV Kematen-Piberbach/Rohr früh ins Hintertreffen und verlor am Ende klar mit 1:5. Neo-Trainer Peter Winkler sah sein Team nach schwierigem Start zwar ordentlich im Spiel, machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft zu viele Tore erhält und die eigenen Chancen nicht konsequent verwertet, wie es noch in den ersten Runden der Fall war.

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Nach dem frühen 0:1 durch Stefan Feldler fand Bad Hall nach etwa einer Viertelstunde besser in die Partie hinein. Der Ausgleich in der 37. Minute durch Martin Sulzner war für Winkler „toll herausgespielt“, und genau in dieser Phase sah er sein Team auf Augenhöhe. Er sagte auch offen, dass vor oder nach dem 1:1 sogar mehr möglich gewesen wäre, schränkte aber ebenso ein, dass auch Kematen seine Möglichkeiten hatte. Umso bitterer war aus Sicht der Gäste das 2:1 kurz vor der Pause: In der 43. Minute nutzte Ivan Puskaric einen Fehler im Spielaufbau und einen guten Umschaltmoment der Hausherren zur neuerlichen Führung.
Nach dem Seitenwechsel blieb Bad Hall im Spiel, und genau hier setzte Winkler mit seiner Analyse an. Für ihn lag der entscheidende Moment nicht unmittelbar in einem einzelnen frühen Gegentor, sondern in den vergebenen Möglichkeiten der zweiten Halbzeit. „Der entscheidende Moment war, dass wir die Möglichkeiten in der zweiten Halbzeit nicht genutzt haben“, sagte er. Besonders zwei Szenen blieben ihm hängen: Bei einer Aktion konnte Kematen noch vor der Linie klären, dazu ging ein Kopfball von Manuel Fellinger nur an die Latte. Bad Hall war also dran, fand aber den Weg zum 2:2 nicht. Als dann in der 80. Minute Dominik Neudorfer nach einer weiteren Unachtsamkeit auf 3:1 stellte, war die Partie für Winkler im Prinzip entschieden. Er schilderte die Entstehung so, dass ein schnell ausgeführter Einwurf den Angreifer in Szene brachte, der Ball dann in die Mitte kam und dort verwertet wurde. Dazu kam, dass mit Torhüter Julian Lechner und schon zu Beginn der ersten Halbzeit auch Kapitän Bernhard Reichl zwei wichtige Spieler verletzungsbedingt ausfielen.
Winkler sparte nach dem Spiel nicht mit Anerkennung für den Gegner und erklärte damit auch, warum sich das Ergebnis am Ende noch so deutlich entwickelte. „Der Gegner hat das Momentum und das Selbstvertrauen als Tabellenführer“, sagte der Bad-Hall-Coach. Vor allem in der Offensive habe Kematen seine Chancen sehr kaltschnäuzig genutzt, während hinten konsequent und kompromisslos verteidigt wurde. Die späten Treffer von Matheo Kerschbaumer und Lukas Pölz waren aus seiner Sicht dann nur noch Zugabe.
Trotz des klaren Resultats wollte der neue Trainer seiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen. „Ich kann meiner Mannschaft nicht viel vorwerfen. Sie hat bis auf die ersten zehn, 15 Minuten und die letzten 15 Minuten das gespielt, was wir momentan draufhaben“, sagte Winkler. Damit ordnete er die Niederlage differenziert ein: Nicht über die gesamte Spielzeit war sein Team klar unterlegen, aber in den entscheidenden Situationen fehlte die Effizienz. Genau dort sah er auch den roten Faden der Partie. Nach dem 1:1 blieb die Union Bad Hall ohne weiteren Ertrag, nach dem 2:1-Rückstand ebenso, während auf der anderen Seite praktisch jeder Fehler teuer wurde. „Momentan wird auch jeder Fehler, den wir machen, mit einem Gegentor bestraft“, hielt Winkler fest. So bleibt für Bad Hall nach acht Runden und 12 Punkten ein deutliches Ergebnis, das aus seiner Sicht vor allem deshalb so zustande kam, weil gegen den Tabellenführer gute Phasen und vorhandene Chancen am Ende nicht reichten.