In der Bezirksliga Ost setzte sich die Sportunion Hofkirchen/Traunkreis am Samstagnachmittag mit 4:2 gegen den ATSV Neuzeug durch. Das Ergebnis klingt klarer, als es der Nachmittag tatsächlich war. Sportchef Michael Machreich sprach von viel Effizienz, einem starken Tormann und auch vom nötigen Glück. Vor allem nach der Pause geriet der Aufsteiger und aktuelle Tabellenzweite mächtig unter Druck, brachte den Vorsprung aber dennoch ins Ziel.

Foto: Pixabay
Der Start sprach zunächst für die Gastgeber, die schon in der 9. Minute durch Máté Váncsa in Führung gingen. Nach 26 Minuten legte Nico-Jan Pilz das 2:0 nach, und genau diese erste Halbzeit war für Michael Machreich jener Abschnitt, in dem Hofkirchen die Partie noch eher nach Wunsch gestalten konnte. „Die Führung ging okay“, sagte der Sportliche Leiter. Seine Mannschaft habe im Zentrum gut dagegengehalten und die eigenen Möglichkeiten genutzt. Dass das 2:0 für ihn mehr war als nur ein weiterer Treffer, machte Machreich ebenfalls deutlich. „Da haben wir wieder unglaublich schön nach vorne kombiniert“, sagte er über die Szene, in der Igor Kutic uneigennützig für Nico-Jan Pilz auflegte.
Mit dem Seitenwechsel änderte sich das Bild dann aber deutlich. Machreich sagte offen, dass seine Mannschaft das Spiel im Zentrum „ein bissl aus der Hand gegeben“ habe. Neuzeug sei immer stärker geworden, habe sich über zwanzig Corner herausgearbeitet und damit fast durchgehend für Druck gesorgt. Gerade bei Standards sah der Hofkirchener Funktionär den Gegner als sehr gefährlich. Dass die Heimelf in dieser Phase nicht schon früher Gegentreffer hinnehmen musste, führte er vor allem auf den eigenen Tormann und eine Reihe abgewehrter Möglichkeiten zurück. Trotzdem gelang Hofkirchen mitten in dieser schwierigeren Phase in der 68. Minute das 3:0 durch Jakob Konstantin Karan. Ruhe brachte das allerdings nur kurz, denn Thomas Popp verkürzte vier Minuten später auf 3:1. „Wir haben mit Glück, Teamgeist und Willen das Spiel über die Runden gebracht“, fasste Machreich diese zweite Hälfte treffend zusammen.
Wie Hofkirchen an diesem Tag trotzdem vier Tore machte, passte genau zu jener Erklärung, die Machreich für den Unterschied zwischen beiden Mannschaften fand. „In der Chancenauswertung“, sagte er knapp und ließ damit kaum Fragen offen. Er sieht seine Mannschaft derzeit vorne in einer starken Phase: „Wir treffen zurzeit und nutzen viel mehr Torchancen als früher.“ Dieses Selbstvertrauen zeigte sich auch beim vierten Treffer. In der 85. Minute spielte Lörinc Barati den Lochpass, Nico-Jan Pilz blieb vor dem Tor ruhig und stellte auf 4:1. Für Machreich war auch dieses Tor „sehr schön herausgespielt“. Dass Thomas Weinmaier in der 89. Minute noch auf 4:2 verkürzte, änderte am Heimsieg nichts mehr, bestätigte aber den offenen Charakter dieser Partie. Machreich brachte es mit einem markanten Satz auf den Punkt: „Unterm Strich wäre ein 5:5 auch möglich gewesen.“
Gerade weil das Spiel so offen war, fiel das Urteil über den Gegner trotz der Niederlage sehr respektvoll aus. Der ATSV Neuzeug sei „eine fußballerisch sehr gute Mannschaft“ gewesen, sagte Machreich, habe nur vor dem Tor zu viele Möglichkeiten liegen gelassen. Dazu sei der Gegner „sehr giftig, sehr gefährlich bei Standards“ gewesen. Für ihn war es insgesamt ein Spiel, das auch für die rund 200 Zuschauer einiges geboten habe, weil beide Teams Fußball spielen wollten. Diskussionen abseits des Sportlichen gab es nach seiner Wahrnehmung keine, auch Schiedsrichter Fejziu erwähnte er ausdrücklich positiv: „Ganz souveräne Leistung.“ Für die Union Hofkirchen ist das 4:2 ein weiterer Beleg für das aktuelle Hoch: „Hofkirchen hat noch nie so ein Hoch gehabt wie zurzeit. Tolles Team mit tollem Trainer.“ Mit 21 Punkten nach elf Runden bleibt die Mannschaft damit ganz vorne dabei.